Gespräch bei Polizeikontrolle aufgezeichnet – Legdener muss eine Geldstrafe zahlen

rnGerichtsprozess

„Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes“ lautete die Anklage gegen einen Legdener. Er stand vor Gericht, weil er bei einer Polizeikontrolle das Gespräch aufgezeichnet hatte.

Legden

, 16.12.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Als der 29-jährige Legdener am frühen Morgen des 7. September 2018 von der Polizei in Coesfeld angehalten wurde, verhielt er sich gegenüber der Polizei so, dass es ihm eine Anklage vor dem Amtsgericht in Coesfeld bescherte. Er hat das Gespräch mit der Polizei auf seinem iPhone aufgezeichnet, was ihm den Vorwurf der „Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes“ einbrachte.

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Bereits vor einigen Monaten wurde dieser Vorfall verhandelt und mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 15 Euro und der Einziehung des Geräts geahndet. Dagegen legte der Angeklagte Einspruch ein. Das Argument des Angeklagten: „Ich fühle mich unfair behandelt. Ich fand das Verhalten der Beamten nicht korrekt und nicht vorbildlich.“

Nach seinen Ausführungen wollte er an diesem Tag nur nach Hause, wurde im Verkehr auffällig und wurde deshalb von der Polizei angehalten. „Der erste Polizist wollte wissen, was ich in der Jackentasche habe. Als ich das Portemonnaie herausholte und ihm zeigte, wollte er mein Geld darin zählen. Als ein weiterer Polizist dazu kam, hat er so getan, als wenn er das nicht mehr wollte. Das kam mir komisch vor“, so der Angeklagte.

Legdener wurde nicht an der Aufnahme gehindert

Als er sein iPhone zückte, um das weitere Gespräch aufzunehmen, hätten die Polizisten das gesehen und ihn nicht daran gehindert. „Sie wussten, dass ich alles aufgezeichnet habe. Ich habe auch freiwillig einen Alkohol- und Drogentest gemacht“, ergänzte der Angeklagte.

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Beim ersten Prozesstermin waren die Polizisten als Zeugen geladen. Bei diesem Termin waren sie nicht mehr vorgeladen worden. „Sie machen aus der ganz kleinen Sache eine ganz große. Sie sollten für sich überlegen, ob sich das Ganze wirtschaftlich lohnt“, belehrte der Richter den Angeklagten, der sich daraufhin mit seinem Verteidiger zurückzog.

Im Endergebnis nahm der 29-Jährige den Einspruch zurück und das Geldstrafenurteil an. Die Kosten des Verfahrens muss der Angeklagte tragen.

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