Haushalte nach 34 Stunden wieder am Stromnetz

Ursache weiter unklar

LEGDEN Geschafft! Seit 16.20 Uhr am Donnerstag sind wieder alle Anlieger der Friedrich-Wilhelm-Weber-Straße und der Droste-Hülshoff-Straße in Legden am Stromnetz - nach mehr als 34 Stunden.

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 19.08.2010, 17:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sie haben die Strom wieder zum Fließen gebracht - auch wenn sie dafür die Gewege aufreißen mussten.

Sie haben die Strom wieder zum Fließen gebracht - auch wenn sie dafür die Gewege aufreißen mussten.

  Die Ursachenforschung ist schwierig – auch für die Experten der RWE Rheinland-Westfalen Netz: Weit und breit kein Bagger, der eine Leitung hätte kappen können oder gar Schnee, dessen Last die Hochspannungsleitungen kippen ließe wie vor fast fünf Jahren. Nur ein gepflasterter Straßenzug mit dunklen, stummen Häusern. Irgendwo unter dem Pflaster muss die unterirdische Stromleitung unterbrochen worden sein. Wo, sollte am Mittwoch ein Kabelmesswagen des Stromversorgers feststellen. Doch die RWE-Mitarbeiter ließen ihn ergebnislos rauf und runter fahren. Auch sieben Grabungen im Straßenraum halfen nichts. Zwar sei es ein, zwei Mal gelungen, wieder aufzuschalten, wie RWE-Sprecherin Ruth Brand berichtet, „aber der Strom war kurz darauf schon wieder weg“. Gegen 16 Uhr stand am Mittwoch fest, dass das Projekt Fehlersuche gescheitert war.

„Um 7 Uhr am Donnerstagmorgen haben sich die Kollegen zur Radikallösung entschieden“, so Brand: Straße aufreißen, altes Kabel raus, neues Kabel rein. Um diese Aufgabe innerhalb eines Tages zu bewältigen hatte der Stromversorger das Legdener Unternehmen Michely und Grethen engagiert, das in drei Teams anrückte und  ununterbrochen im Einsatz war. Auch am Freitag wird die Arbeit andauern. Denn auch wenn inzwischen jeder Strom hat, ist die neue Leitung  noch nicht komplett verlegt - inklusive der neuen Hausanschlüsse. Nur fünf der 15 Haushalte hatte Gelegenheit, sich während der langwierigen Ursachensuche und der umständlichen Problembehebung ein warmes Essen zu machen oder auch nur eine Tasse Tee. Denn die RWE haben lediglich drei kleine Generatoren zur Verfügung gestellt, die lautstark Strom produzierten.

Warum das Unternehmen nicht ein großes Aggregat für alle aufstellte, vermag Ruth Brand auch nicht zu sagen. „Ich kann nur vermuten, dass niemand vor Ort vermutet hat, dass es so lange dauern könnte, den Schaden zu beheben.“ Ein so langwieriger Stromausfall ist nach Angaben der RWE-Sprechern „bei uns die ganz große Ausnahme“. Da es sich bei der Hülshoff- und der Weber Straße um Stichstraßen handele, hätte anders als bei vergleichbaren Fällen keine provisorische Umleitung gemacht werden können, die die Anlieger schneller zurück ans Netz gebracht hätte.

Die defekte Leitung in den Wohnstraßen ist etwa 40 Jahre alt – eigentlich noch kein Alter für Stromkabel, wie Ruth Brand meint. Auch der Dauerregen der vergangenen Tage komme ihrer Meinung nach nicht als Verursacher für den langen und für Unternehmen auch teuren Stromausfall in Frage: „Unsere Kabel sind so konzipiert, dass die das abhaben können“.

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