Heimat per Mausklick mitgestalten

Projekt „Zukunftsdorf 2030+“

Zwei Klicks reichen, um Legden grüner, heller oder verkehrssicherer zu machen. Unter dem Motto "Mitmachen und mitgestalten" lädt die Gemeinde ein, sich aktiv am Projekt "Zukunftsdorf 2030+" zu beteiligen. Die Online-Aktion wird gut angenommen.

LEGDEN

, 11.02.2016 / Lesedauer: 3 min
Heimat  per Mausklick mitgestalten

Straßenlaternen auf dem Fußweg am Mühlenbach kurz vor dem Nordring wünschen sich einige Legdener. Auch den Wunsch nach sportlicher Bewegung haben sie für diesen Bereich mit Symbolen bei der Online-Aktion festgehalten

35 Mal haben Legdener bisher das Symbol für Verkehrssicherheit angeklickt. Das Thema steht damit an der Spitze der Wünsche der Bürger, die bisher mitgemacht haben. "Der Start war sehr erfolgreich", so bewertet Michael Roters, Geschäftsführer der das Projekt betreuenden Agentur Inside Partner, den Start der Mitmachaktion im Internet.

Rund 200 Markierungen finden sich schon auf der Karte. Mehr Licht, mehr Radwege, mehr Mülleimer - an vielen Stellen gibt es nach den Wünschen der Bürger Verbesserungsvorschläge. Ein erstes Ergebnis ist, dass die Teilnehmer ganz konkrete Wünsche haben. Roters nennt ein Beispiel: "Bürger, die den Wunsch nach mehr Grün angeklickt haben, schreiben unter Feedback, was genau sie wo angepflanzt haben wollen." Die meisten Symbole befinden sich im Zentrum von Legden, in Asbeck dagegen sind die Markierungen noch übersichtlich.

Wunsch nach mehr Grün

Nachdem lange Verkehrssicherheit das Spitzenthema war, schob sich zwischendurch der Wunsch nach mehr Grün an die Spitze. Die Symbole waren interessanterweise auch häufig in Bereiche außerhalb der Ortszentren gesteckt. "Ein einzelner Nutzer hat gleich 140 Mal das Symbol für den Wunsch nach mehr Grün gesetzt. Und teilweise da, wo Wald ist. Das haben wir gelöscht", sagt Roters.

E-Partizipation ist der Fachbegriff für diese Art der Beteiligung an politischen Entscheidungen. Der Wettbewerb "Zukunftsstadt 20130+", an dem Legden neben 50 weiteren Städten und Gemeinden teilnimmt, sieht ausdrücklich vor, dass solche modernen Formen der Teilnahme neben herkömmlichen Methoden wie Umfragen verwendet werden.

Dorfspaziergang

Am Ende aber wird miteinander geredet. Wer will, kann sich jetzt für einen Dorfspaziergang bewerben, bei dem besonders diskutierte Orte erwandert werden. Wann es soweit ist, steht noch nicht fest. Wahrscheinlich ist ein Termin nach Ostern. Auch ob es eine einmalige Aktion wird oder vielleicht sogar ein regelmäßiger Termin entstehen kann, wird noch besprochen.

Einfließen werden hier auch die Ergebnisse aus der Befragung, die sich im Januar an 500 per Zufall ausgewählte Bürger richtete. Die Fragebögen werden zur Zeit vom Institut für Arbeit und Technik (IAT) an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen ausgewertet.

Deutliches Signal

"171 Rückläufe gab es", sagt Sebastian Merkel vom IAT. "34 Prozent, das ist mehr als wir erwartet haben." Bei Umfragen sei alles ab zehn Prozent zufriedenstellend. "Das ist ein deutliches Signal, wie interessiert die Legdener an ihrem Wohnort sind", kommentiert auch Michael Roters. Ende Februar wird der Gemeinde die Auswertung der Umfrage präsentiert.

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