Historisches rund um das Holz

Sonderausstellung

Der „Tag des offenen Denkmals“ am kommenden Sonntag steht unter dem Thema „Holz“ – keine Frage für Möbelrestaurator Rudolf van Wüllen, diesem Thema in seinem Haus „Im Kreuzgang“ eine Sonderausstellung zu widmen, denn Erfahrung mit der Materie und entsprechende Exponate besitzt er reichlich.

ASBECK

von Von Manfred Elfering

, 06.09.2012, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu bestaunen in den geschichtsträchtigen Räumlichkeiten des ehemaligen Klosters von 1136 – dazu zählen auch der nachgewiesen älteste Fachwerkraum Nord-West-Deutschlands im Original von 1340 und der historische Wappensaal – ist ein mit viel Liebe zum Detail zusammengetragenes Sammelsurium von Gegenständen, die im weitesten Sinne mit Holz zu tun haben. Es finden sich alte Werkzeuge zur Holzbearbeitung – „die stammen noch von meinem Urgroßvater Johannes van Wüllen, der hier seit 1870 als Dorfschreiner tätig war“, wie der Nachfahre schmunzelnd berichtet –, von Rudolf van Wüllen selbst angefertigte Einlegearbeiten, die Darstellung der Arbeitsgänge bei der Holzveredelung – zum Beispiel dem Vergolden – , oder auch Materialien wie der Schachtelhalm, mit denen in früheren Zeiten Holz geschliffen wurde, als es noch kein Schleifpapier gab.

Dann aber richtet van Wüllen die Aufmerksamkeit auf zwei Exponate, die ihm besonders am Herzen liegen: eine massive, zurzeit ausgehängte Eichentür aus dem 14. Jahrhundert – „durch die gehen wir sonst noch täglich durch, denn sie gehört zu einem Zimmer hier“ – und der Rahmen eines Fensters aus dem Obergeschoss des Kreuzgangs von 1340, das bei Umbauarbeiten zufällig entdeckt worden war. Das wirft die Frage nach der Bestimmung des Alters von Holz auf. Auch diesem Thema hat van Wüllen eine Teil seiner Ausstellung gewidmet: der sogenannten Dendrochronologie, der Untersuchung der Jahresringe im Querschnitt der Stämme, und der Methode der Holzanatomie. Somit gelang es auch, viele Stücke aus dem Haus im Kreuzgang ziemlich genau einzuordnen.

 Aber auch ansonsten gibt es jede Menge Historisches zu entdecken, zum großen Teil aus Grabungs- und Dachbodenfunden vor Ort: von alten Handschriften und Büchern aus dem Stift über Töpfersachen bis hin zu den Wappen der damaligen Stiftsdamen. Zum Denkmaltag am Sonntag, 9. September, ist das Haus van Wüllen, Stiftsstraße 6, von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Sonderausstellung wird bis Ende Oktober zu sehen sein. Auch die anderen Ausstellungen wie im Dormitorium oder Ofenmuseum sind am Denkmaltag zu besichtigen. Ebenfalls am Sonntag lädt der Heimatverein zum Besuch der traditionellen Asbecker Pflaumenkirmes ein, die nicht nur mit selbst gebackenem Pflaumenkuchen, sondern mit buntem Programm für die ganze Familie aufwarten wird.

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