Hoffen auf Hilfe für Namibia

Legdener Kolping

Das Schreiben aus Namibia dürfte die Helfer vom Freundeskreis Namibia der Kolpingsfamilie sicherlich freuen. Aber die Ordensschwestern berichten auch manches, das nachdenklich stimmt.

Legden

, 05.01.2018, 17:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hoffen auf Hilfe für Namibia

Die Hilfe aus dem Raum Legden hat viele Formen: Decken der Häkelkreise erreichten Familien in Namibia.privat © Foto: privat

Die Not bleibt groß. Die Ordensfrauen im fernen Afrika bauen deshalb weiterhin darauf, dass aus Legden Unterstützung kommt für ihre soziale Arbeit. Deutlich macht dies der Weihnachtsbrief, den die Missionsschwestern vom heiligsten Herzen Jesu (MSC) verfasst haben. Das Schreiben hat vor einigen Tagen Gerd Baumeister erreicht. Der Legdener engagiert sich seit Jahren in dem Freundeskreis Namibia, der in der Kolpingsfamilie aktiv ist.

Die Schwestern danken in ihrem Schreiben für die Hilfe und die Weihnachtsgaben aus Deutschland. Stollen, Plätzchen und Spekulatius hatten im Seniorenheim in Mariental für große Freude gesorgt. „Es riecht nach Weihnachten“, heißt es in dem persönlichen Schreiben, das die Ordensfrauen an die Familie Baumeister gerichtet hatten.

Aufgaben gibt es für die Schwestern noch sehr viele in Namibia. Das macht ihre Weihnachtsbotschaft deutlich. „Unser Land ist jetzt hier im Süden sehr trocken“, heißt es darin. Das Wetter ist ein wichtiger Faktor: Die Menschen erwarten das Einsetzen der Regenzeit, ohne die es, nicht nur in der Landwirtschaft, zu Problemen käme.

Hospiz ausgelastet

Schwester Heinrika schreibt weiter, dass das Hospiz des Ordens das ganze Jahr über belegt gewesen sei: „Hier konnten wir Kranken und Sterbenenden beistehen.“ Nach ein paar Wochen guter Pflege hätten einige Menschen, die in einem schlechten Zustand hereingekommen seien, wieder zu ihren Angehörigen zurückgekonnt: „Andere durften in Frieden und Würde sterben.“

Die soziale Situation in der Region sei angespannt: „Besonders hier im Süden von Namibia gibt es immer noch viel Armut und Elend, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, Korruption und vielerlei soziale Übel verschlimmern die Situation.“ Die Immunschwäche-Krankheit Aids habe auch einen großen Anteil an dieser Situation und bleibe noch immer ein Tabu-Thema. Die Kinder würden am meisten darunter leiden.

Aktuelle Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstreichen diese Aussagen nachdrücklich: „Die weitverbreitete Armut und die extrem ungleiche Verteilung von Vermögen sind große Herausforderungen für Namibia.“ Es gebe Defizite im Bildungssystem, die Arbeitslosigkeit liege bei rund 25 Prozent. Namibia gehöre mit einer HIV-Infektionsrate von etwa 134 Prozent weiterhin zu den Ländern, die am schwersten von HIV und Aids betroffen seien, wobei die regionalen Unterschiede enorm seien.

Familien unterstützt

Die Sach- und Geldmittel aus Legden gewinnen vor diesem Hintergrund zusätzlich an Bedeutung. Das machen auch die Ordensfrauen in ihrem Schreiben deutlich: Sie konnten mithilfe von Spenden auch in diesem Jahr wieder armen Familien, Schulkindern und besonders Aidswaisen mit Schulgeld, Nahrung und Kleidung helfen.

Die Schwestern jedenfalls sind auf jeden Fall gewillt, ihre soziale Arbeit in dem afrikanischen Land weiter fortzusetzen: „Gerne möchten wir auch weiter für den Aufbau und die Weiterentwicklung der Menschen und besonders der Kinder und Jugendlichen einen Beitrag leisten.“ Ein besonderer Dank galt daher den Spendern: „Ich vertraue darauf, dass ihr uns auch im kommenden Jahr wieder helfen werdet!“

Dieser Appell wird in der Heimat nicht ungehört verhallen – das ist für die engagierten Legdener Helfer keine Frage.

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