Hoher Aufwand für Sicherheit

Düstermühlenmarkt

Ein großer, grüner Traktor fährt vorüber, vom hinteren Teil der Wiese her klingt das Mähwerk eines Aufsitzrasenmähers. Bernhard Hülsken bespricht mit einem Aussteller, auf welcher Parzelle sich dessen Unternehmen präsentieren darf.

LEGDEN

, 25.08.2017, 18:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis der Düstermühlenmarkt zum 249. Mal seine Tore für rund 80 000 Besucher öffnet, gibt es noch jede Menge zu tun. Diesmal ist es sogar bedeutend mehr geworden, wie der Organisator bemerkt: „Es ist schon ganz gravierend, was dieses Jahr auf uns zugekommen ist.“ Gemeint ist das verschärfte Sicherheitskonzept für die Großveranstaltung Düstermühlenmarkt.

In Zeiten von Terrorangst und Anschlägen könne er zwar verstehen, dass etwas geschehen müsse, aber mit der Umsetzung durch Polizei und Gemeinde ist Hülsken unzufrieden. Erst drei Wochen vorher habe er schriftlich von den neuen Auflagen erfahren. Viel zu wenig Zeit, um angemessen reagieren zu können, wie er findet.

„Das bringt uns an den Rand des Möglichen“, sagt er und zählt die zusätzlichen Maßnahmen auf, die das neue Sicherheitskonzept fordert. Unter anderem patroullieren fünf Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes am Wochenende und am Montag über das Gelände. Zusätzlich zur Polizei, die vor Ort präsent sein wird.

Auch für die vier Eingänge mussten die Organisatoren extra Personal einstellen. „Wir müssen nämlich dieses Jahr an allen vier Eingängen Besucherzählungen machen, auch wegen des Sicherheitskonzepts“, erklärt Hülsken.

Keine Lautsprecher

Eine Lautsprecheranlage für Durchsagen wird hingegen nicht kommen. „Wir haben uns informiert. So etwas gibt es in ganz Deutschland nicht“, stellt Bernhard Hülsken klar.

Wenige Meter weiter auf dem Hof Kerkhoff laufen ebenfalls die Vorbereitungen für den großen Ansturm. In einem Hofgebäude entsteht eine kleine Cafeteria. Organisator Ludger Kerkhoff schüttelt den Kopf. „Ich weiß nicht, wo wir dieses Jahr gelandet sind, aber es macht langsam keinen Spaß mehr“, meint er missmutig. Seit rund 40 Jahren seien er und seine ganze Familie mit Herzblut und viel Engagement dabei, jedes Jahr das riesige Volksfest zu organisieren.

Er könne die Polizei verstehen, die lediglich die geltenden Gesetze durchsetze. Aber: „Ein wenig mehr Unterstützung wäre für uns als Betreiber sinnvoll“, sagt Kerkhoff. Er fühlt sich von der Legdener Gemeindeverwaltung ein Stück weit alleingelassen. „Wir, nur weil wir Veranstalter sind, müssen alles selber tragen“, stimmt Julia Kerkhoff zu.

„Wir haben nur beraten“

Frank Rentmeister von der Kreispolizeibehörde Borken stellt die Sache im Gespräch mit der Münsterland Zeitung etwas anders dar. „Wir als Polizei haben nur beraten“, so Rentmeister. Die entscheidende Instanz sei die Legdener Gemeindeverwaltung. Auch die Lautsprecheranlage, die auf dem Gelände installiert werden sollte, um die Besucher besser informieren zu können, sei nur ein Vorschlag gewesen, so Rentmeister.

Bürgermeister Friedhelm Kleweken geht davon aus, dass das Konzept einvernehmlich mit allen Beteiligten abgestimmt worden ist. „Ein Sicherheitskonzept muss sein. Wir wollen alle, dass sich die Gäste auf dem Düstermühlenmarkt wohl und sicher fühlen können“, erklärt er.

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