„Ich wäre gern geblieben“

Pastoralreferentin Anja Mittrup

Pastoralreferentin Anja Mittrup verlässt nach zwei Jahren die Kirchengemeinde St. Brigida – St. Margareta. Sie tritt eine neue Stelle in Ochtrup an. Redakteur Stefan Grothues sprach mit der 34-Jährigen, die sich am Sonntag von der Gemeinde verabschieden wird.

LEGDEN

, 18.06.2015, 18:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Ich wäre gern geblieben“

Pastoralreferentin Anja Mittrup nimmt am Sonntag Abschied von Legden.

Wollen Sie Legden verlassen oder werden sie versetzt?

Ich wäre gerne in Legden geblieben! Aber ich möchte auch wechseln. Mein Freund wohnt in Ochtrup. Das war jetzt eine einmalige Gelegenheit für mich, als dort in der Lambertus-Gemeinde eine Stelle frei wurde. Da musste ich einfach zugreifen.

Was würden Sie Ihrem Nachfolger sagen, wenn er Sie fragen würde: „Wie ticken die Legdener und Asbecker eigentlich so?“

Man findet nicht ganz so schnell Zugang zu den Legdenern. Die kennen sich alle untereinander. Und wenn man von außen dazu kommt, dann möchten sie angesprochen werden. Ich würde meinem Nachfolger raten: „Geh zu den Leuten hin. Die müssen wissen, dass es dich gibt.“ So wächst auch das Vertrauen. Bei mir war das so. Ich bin hier heimisch geworden. Eigentlich könnte die Arbeit jetzt so richtig losgehen.

Wird es denn überhaupt einen Nachfolger geben?

Die Stelle ist da. Aber sie ist noch nicht neu besetzt. Es ist noch unklar, wann der Nachfolger kommt. Vor mir gab es lange Zeit keinen Pastoralreferenten in Legden. Darum brauchten die Legdener auch etwas Zeit, sich an mich zu gewöhnen.

Was ist denn für Sie die zentrale Aufgabe einer Pastoralreferentin?

Es ist wichtig, dass das Wort Gottes, die christliche Botschaft, in der Gesellschaft präsent bleibt. Wie die Priester müssen die Pastoralreferenten ein überzeugendes Beispiel für lebendigen Glauben geben. Und wenn die Leute nicht zu uns in die Kirche kommen, dann müssen wir an die Orte gehen, wo die Leute sind.

Wie haben Sie das in Legden und Asbeck umgesetzt?

Die Jugendarbeit, insbesondere die Messdienerarbeit in Legden und Asbeck waren mein Schwerpunkt. Vor allem in Asbeck konnten neue Gruppenstunden ins Leben gerufen werden. Die werden auch erhalten bleiben, wenn ich nicht mehr da bin. Ich habe meine Arbeit immer als Bindglied zwischen dem Pastor und der Gemeinde empfunden. Ich glaube, dass ich die Vernetzung der Gruppen vorangebracht habe. Was mir auch immer besonders wichtig war: die religiöse Arbeit im Asbecker Kindergarten. Dort war ich einmal in der Woche. Es ist wichtig, dass Kinder die Kirche früh und selbstverständlich erleben. Darauf kann später auch die Jugendarbeit aufbauen.

Finden die Kinder in Legden und Asbeck eigentlich eine heile Welt vor?

(überlegt) Ja, doch das ist so. Aber auch auf dem Dorf gehört die Kirche für viele Menschen nicht mehr wie selbstverständlich dazu.

Sie sagten vorhin, die Arbeit könnte jetzt richtig losgehen. Welche Projekte hätten Sie denn in Angriff nehmen wollen?

Ich hätte mich gerne intensiver um junge Familien gekümmert. Deren Zahl hat zugenommen. Aber es gibt zurzeit keine Familienkreise in Legden, nur einen in Asbeck. Das wäre noch eine Aufgabe für die Zukunft.

Wie können denn aus Ihrer Sicht die Legdener mit den Asbeckern?

Eigentlich ganz gut. Aber in den kirchlichen Verbänden könnten die Kontakte intensiver sein. Die trauen sich manchmal noch nicht so recht. Wenn wir aber mit den Messdiener gemeinsame Aktionen gemacht haben, war das nie ein Problem. Gemeinsam können Legdener und Asbecker in der Jugendarbeit viel mehr anbieten.

Abschiedsschmerz oder Freude auf das Neue – was überwiegt?

Es ist beides sehr stark, ich bin hin- und hergerissen. Ich werde mich gerne an Legden erinnern.

Ihr Wunsch zum Abschied?

Ich wünsche mir, dass ich am Sonntag alle Menschen noch einmal wiedersehe, mit denen ich in Legden und Asbeck zu tun hatte. Alle sind zum Empfang herzlich eingeladen.

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