Ingeborg und Gerhard Baumeister besuchen Namibia in Zeiten von Corona

rnFreundeskreis Namibia

Ein Jahr haben Ingeborg und Gerhard Baumeister ihre Reise nach Namibia geplant. Dort wollen sie sehen, wie ihre Spenden eingesetzt werden. Trotz der Corona-Pandemie sind sie gefahren.

Legden

, 24.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

Namibia – hierhin zieht es Ingeborg und Gerhard Baumeister immer wieder. Das Legdener Ehepaar ist das Herz des Freundeskreises Namibia, der seit mehr als 25 Jahren von Legden aus viele Projekte fördert. Jetzt waren sie wieder in dem afrikanischen Land. Auch die Corona-Pandemie konnte sie von der Reise nicht abhalten.

„Wir haben sie ein Jahr lang geplant“, sagt Gerhard Baumeister im Gespräch. Und Warnungen oder gar Absagen wegen der Corona-Krise gab es nicht, als sie am 10. März nach Windhoek flogen. Ihr Ziel waren Stationen der Hiltruper Missionsschwestern (MSC) und der Oblaten Missionare (OMI). Fast alles, was sie sich vorgenommen haben, haben sie auch geschafft. Allerdings endete die Reise eine Woche früher als geplant.

Es war eine Reise voller Eindrücke, voller Begegnungen, voller Kontraste. Mit im Gepäck hatte das Ehepaar Baumeister Spenden in Höhe von 5000 Euro. Die hatten sie und der Freundeskreis zuvor gesammelt. Dafür kauften sie vor Ort zum Beispiel gute Nähmaschinen. Aber auch die Operation eines Kindes konnten sie ermöglichen.

Ehepaar besucht Alterssitz der MSC Schwestern

Ersten Schutzmaßnahmen vor dem Coronavirus begegneten den Legdenern bereits am Flughafen von Windhoek. „Wir wurden schon mit Wärmebildkamera auf Fieber untersucht und mussten ein zusätzliches Formular über Sitzplatz und genauen Reiseverlauf angeben“, so Gerhard Baumeister. Auch im Provinzialat der MSC Hiltrup Schwestern in Windhoek wurden sie freundlich, aber ohne Umarmung begrüßt.

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Gerhard und Ingeborg Baumeister in Namibia

Gerhard und Ingeborg Baumeister engagieren sich seit mehr als 25 Jahren für Missionsprojekte in Namibia. Jetzt waren die dort zum siebten Mal in dem afrikanischen Land. Trotz Einschränkungen durch die Corona-Krise wurde es ein unvergleichliches Erlebnis.
22.04.2020
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Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Impressionen aus Mariental.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Impressionen aus Mariental.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Impressionen aus Mariental.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Impressionen aus Mariental.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Impressionen aus Mariental.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Impressionen aus Mariental.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus Windhoek© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus Windhoek© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus Windhoek© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus den Erindi- und Etosha Wildschutzgebieten.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus den Erindi- und Etosha Wildschutzgebieten.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus den Erindi- und Etosha Wildschutzgebieten.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus den Erindi- und Etosha Wildschutzgebieten.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus den Erindi- und Etosha Wildschutzgebieten.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus den Erindi- und Etosha Wildschutzgebieten.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus den Erindi- und Etosha Wildschutzgebieten.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus den Erindi- und Etosha Wildschutzgebieten.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus Swakopmund© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus Windhoek© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus Swakopmund© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus Swakopmund© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus Swakopmund© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus Swakopmund© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus Swakopmund
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus Swakopmund© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus Swakopmund
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus Swakopmund
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier der Besuch in Döbra© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier der Besuch in Döbra© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. In dem Gebäude befindet sich im 6. Stock die Deutsche Botschaft.© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia. Hier Bilder aus Windhoek© privat
Gerhard und Ingeborg Baumeister bereisten Namibia.© privat

Bereits nach einer Nacht ging es ins 200 Kilometer entfernte Mariental. Gerd Baumeister berichtet: „Dort haben die MSC Schwestern ihren Alterssitz: drei deutsche und sechs einheimische Schwestern. Alle sind uns schon seit Jahren bekannt und Ansprechpartner für unsere Projekte in Namibia. Schwester Heinrika aus Deutschland war im Dezember vergangenen Jahres überraschend gestorben und sowohl im Hospiz als auch im Alterssitz fehlt sie jetzt sehr, da sie sich um die ganzen Geldangelegenheiten gekümmert hat.

Im Hospiz konnten wir uns bei einem Rundgang mit Schwester Bertha und Schwester Bartholomae überzeugen, dass unsere Spendengelder der letzten Jahre mit dem Kauf von Klimaanlagen, Desinfektionsspendern und Sterilisiergerät gut eingesetzt waren. Höhepunkt war der 80. Geburtstag von Schwester Imgarda. Dazu kam die Familie aus vielen Orten Namibias, um mit ihr in einer Messe, mit Gänsehautgefühle für uns, zu feiern.“

Etosha-Wildpark bietet großartige Naturerlebnisse

Zurück in Windhoek kamen erste Nachrichten aus Deutschland bei den Reisenden an. Corona sorgte für Schul- und Kindergartenschließungen. Andere Reisende berichteten, dass in Namibia 30 Tage der Flugverkehr nicht mehr stattfinde. Weil die Informationen vom Reiseveranstalter noch positiv waren, setzen Gerhard und Ingeborg Baumeister ihre Reise wie geplant fort. Es ging zum Erindi-Privatwildschutzgebiet und in den Etosha-Wildpark.

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Gerhard Baumeister: „Dort sahen wir eine blühende und grüne Wüstenlandschaft, sowie wir sie noch nie gesehen hatten. So war es schwierig Tiere an den bekannten Wasserlöchern zu beobachten. Trotzdem waren wir mit der Ausbeute an Tierfotografien sehr zufrieden. In jeder Nacht gab es Gewitter mit schweren Regenfällen, sodass die Pads nur mit Allradfahrzeugen befahrbar waren.

Auch spektakuläre Fotos konnte Gerhard Baumeister machen.

Auch spektakuläre Fotos konnte Gerhard Baumeister machen. © privat

Erst in der Etosha-Pfanne bekamen wir durch die Parkleitung ein Fax, dass die weiteren Buchungen storniert und wir uns bei der deutschen Botschaft melden sollten. Aus den Radionachrichten hörten wir, dass sämtliche öffentlichen Touristenziele geschlossen wurden. Somit kamen wir nicht nach Otjiwarongo zum MSC-Noviziat.“

Besuch in den Randbezirken von Swakopmund zeigt große Armut

Stattdessen verlief alles anders. “Dort wollten wir eigentlich das fertig gestellte Tagungs- und Besucherzentrum, welches wir mit Nähmaschinen und Küchengeräten unterstützten, besuchen. Die ehemalige Leiterin Schwester Helena haben wir noch in Windhoek getroffen und so von ihr die neusten Informationen und Bilder bekommen“, so Baumeister.

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Vier Tage früher als geplant erreichte das Ehepaar Swakopmund an. Hier sprachen sie mit Schwester Elisabeth Borgs, die in der Antonius-Senioren-Residenz tätig ist, über die Zukunft der Projekts. Carol, eine Engländerin, die sich schon Jahre um die Ärmsten in den Randbezirken von Swakopmund kümmert, führte Gerhard und Ingeborg Baumeister dorthin. „Wir bekamen die Möglichkeit, uns selbst ein Bild von den schwierigen Lebensumständen, die dort herrschen, zu machen“, berichtet Gerhard Baumeister.

Hier herrscht noch immer große Armut, die Menschen leben dicht gedrängt. Nur in wenigen Steinhäusern gibt es Toiletten und fließendes Wasser. An diese Bauten schließen sich viele provisorischen Unterkünfte an. Carol habe große Angst vor Corona gehabt, erzählt Gerhard Baumeister. Eine Angst, die er angesichts der Verhältnisse gut nachvollziehen konnte.

Legdener tragen sich in die Rückholliste ein

In Swakopmund hatten die Legdener wieder Internetempfang, sodass sie sich in die Rückholliste der Deutschen Botschaft eintragen konnten. Dann ging es erstmal mit einem Fahrer in die Wüste südlich von Walfishbay bis Sandwich Harbour, ein faszinierende Erlebnis.

Dann kam die Nachricht der Deutschen Botschaft, dass man wieder in Windhoek sein solle, da das Erongo District und die Region Khomas abgeriegelt würden.

Auf dem Weg in die Hauptstadt Namibias, eine Woche früher als geplant, machte das Ehepaar Baumeister noch einen Abstecher nach Döbra, 20 Kilometer vor Windhoek, wo sich die Hauptstation der Hünfelder Oblaten befindet.

Zu den Oblaten gehörte auch der Onkel von Ingeborg Baumeister, Pater Heinz Duttmann, der im Jahre 2000 starb und dort begraben liegt. Der Leiter der Station, Pater Kapena (Provincial of the OMI Province of Namibia) stellte bei einem Rundgang über das Gelände die neuesten Projekte vor. Dazu zählt das neue Wohn – und Lernzentrum für Lehrer und Studenten.

Gespräche beleuchten Entwicklung der Missionsarbeit in Namibia

Eine Unterkunft fanden Gerhard und Ingeborg Baumeister dann im Provinzialat in Windhoek, wo die Leiterin Schwester Letizia mit noch vier anderen Schwestern lebt. Von dort war die Deutsche Botschaft zu Fuß erreichbar.

Gerhard Baumeister: „Ansonsten mussten wir uns an die Quarantänevorschriften halten und hatten viel Zeit, um uns mit den Schwestern intensiv über die Entwicklung der Missionsarbeit in Namibia, speziell bei den MSC Schwestern auszutauschen. Zur Sprache kamen die Unterstützung der Projekte: Kindergarten in Angola, Noviziat in Otjiwarongo, Hospiz in Mariental und die Arbeit auf den verschiedenen Missionsstationen. So konnten wir die Spendengelder direkt vor Ort abgeben.“ Viele Dankesgrüße gaben die Schwestern zum Abschied an den Freundeskreis Namibia der Kolpingsfamilie Legden und alle weiteren Spender weiter.

Am 1. April kam der Anruf aus der Deutschen Botschaft, dass die Rückholaktion der Lufthansa aus Namibia zurück nach Hause am nächsten Tag starten würde. Gerhard Baumeister sagt: „Überrascht hat uns in all dem Chaos die Freundlichkeit der Mitarbeiter in der Deutschen Botschaft und der Lufthansa, die alles getan haben und uns trotz des vorzeitigen Rückflugs einen unvergesslichen Urlaub ermöglicht haben.“

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