Installation an der Galerie Die Brücke wurde beschädigt

„Endlager“-Gegner in Asbeck

Ritter Bruno wird die Übeltäter von seinem Sockel an der Ecke Heeker Straße / Schöppinger Straße genau im Blick gehabt haben. Einzig eine Aussage über die nächtlichen Übeltäter ist von ihm wohl nicht zu erwarten. Zu verschwiegen gibt sich die Skulptur. Wer sich vor einigen Tagen nachts an der Installation vor der Galerie Die Brücke zu schaffen gemacht hat, bleibt wohl unerkannt.

ASBECK

, 08.08.2016, 17:37 Uhr / Lesedauer: 1 min
Installation an der Galerie Die Brücke wurde beschädigt

Wer sich an der Installation vor der Galerie zu schaffen gemacht hat, bleibt offen.

Unbekannte hatten vor einigen Tagen versucht, die Installation umzukippen, rissen einzelne Fässer aus der gelb-schwarzen Wand, beschädigten Lampen auf dem Grundstück und entwendeten mehrere Schilder. Die Galeriebetreiber waren am Montag nicht zu erreichen.

Jürgen Kruse, Gründungsmitglied der Aktivistengruppe Atomianer aus Asbeck, antwortete dafür auf die Fragen der Münsterland Zeitung: Tatsächlich sei es in den vergangenen Tagen mehrfach passiert, dass die Installation beschädigt wurde. Kruse hofft darauf, dass es sich bei den nächtlichen Vorfällen „nur“ um jugendlichen Übermut oder Vandalismus gehandelt hat.

Mehr als nur Kunst

Denn auch wenn die Beschädigungen sehr ärgerlich seien, geht es Kruse um mehr als nur die Kunst: Es geht ihm darum, Aufmerksamkeit zu erzeugen und wachzurütteln. „Das Thema ist zu wichtig“, sagt Jürgen Kruse. Schließlich seien es nur wenige Kilometer vom Asbecker Ortskern bis zum Brennelemente-Zwischenlager. Der Protest gegen den Atommüll müsse lebendig gehalten werden. Tatsächlich schlafe das Münsterland da noch ein wenig vor sich hin, sagt er. Das Lager gerate im Alltag zu schnell in Vergessenheit. „Aus Asbeck gesehen ist da ja noch ein bisschen Wald dazwischen. Man sieht es einfach nicht jeden Tag“, sagt er. Wenn man aber die Besucher einer Kundgebung oder einer Kunstaktion auf das Thema ansprechen würde, seien sie schnell dazu bereit, sich bei den Atomkraftgegnern einzureihen.

Die Installation ist inzwischen repariert und ein Schild am Zaun weist auf eine Videoüberwachung hin. „Auch wenn es wohl schon Stimmen gibt, die beklagen, dass das Ortsbild durch die Installation verschandelt werde und die es am liebsten schnell wieder abbauen würden“, sagt er. Doch vorerst sollen die Fässer mit dem Schriftzug „Endlager“ und den Zeichen für radioaktive Strahlung noch stehen bleiben. 

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