Jens Spahn in Asbeck: Wir brauchen Grundvertrauen in den Staat

rnNeujahrsempfang Legden-Asbeck

Jens Spahn war der prominente Festredner beim Neujahrsempfang im Dormitorium in Asbeck. Friedhelm Kleweken blickte zurück auf ein „geiles Jahrzehnt“.

Legden

, 20.01.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hamburg, München, Asbeck, Warschau, Stuttgart, Berlin. So zählte Jens Spahn seine Stationen in diesen Tagen auf. Mit „Da ist Asbeck doch der Höhepunkt“ hatte er die Gäste beim Neujahrsempfang schnell auf seiner Seite. Bürgermeister Friedhelm Kleweken hatte den Bundesgesundheitsminister als Festredner gewonnen. Mehr als 100 Besucher kamen auf Einladung der Wirtschaftsinitiative Legden-Asbeck und der Gemeinde Legden ins Dormitorium und wurden vom Wila-Vorsitzenden Josef Scharlau begrüßt.

Jens Spahn hat gut gesprochen. Das wurde anschließend, bei vom Heimatverein Asbeck kredenzten Häppchen, immer wieder festgestellt. Unterhaltsam, aber auch eindringlich hatte er darüber geredet, dass es für einen gutes neues Jahrzehnt Willen zur Gestaltung brauche. Dazu brauche es Vertrauen in uns selbst und in unseren Staat.

Jens Spahn in Asbeck: Wir brauchen Grundvertrauen in den Staat

Mehr als 100 Gäste kamen zum Neujahrsempfang ins Dormitorium. © Ronny von Wangenheim

Und genau daran hapere es in unserer Gesellschaft, kritisierte er. Mit Blick auf die Diskussionen um die Nutzung von Daten für Gesundheitsforschung und der harschen Kritik daran sagte er: „Solange es ein Grundvertrauen in große US-Konzerne gibt und das Grundmisstrauen gegenüber dem Staat, der die Datennutzung organisiert, werden wir in Deutschland und Europa nicht

konkurrenzfähig sein“.

Debatten sind wichtig, Entscheidungen müssen folgen

Er plädierte „für Debatten, nicht für schlechten Streit“ und nannte das Thema Organspende als gutes Beispiel. Spahn konnte sich mit seinem Plan nicht durchsetzen. Trotzdem bezeichnete er den Prozess als gelungen. „Dass darüber eineinhalb Jahre diskutiert wurde, im Bundestag, aber auch in Familien, am Arbeitsplatz, das ist ein Wert für sich.“

Jens Spahn in Asbeck: Wir brauchen Grundvertrauen in den Staat

Jens Spahn war der Festredner beim Neujahrsempfang in Asbeck. © Ronny von Wangenheim

Auch in Asbeck zeichnete er sich als Menschen, der etwas verändern, der aufs Tempo drücken will und dies im Bereich Gesundheit auch angestoßen habe. Beispiel Pflegekräfte. „Während wir den Flughafen Berlin bauen, baut China 60 Flughäfen. Ein bisschen schneller werden wir werden müssen.“ Auch beim Thema Digitalisierung suchte er den Vergleich. „Warum bauen und entwickeln wir nicht mehr selbst in Deutschland und Europa“, fragte er und bekam dafür Applaus der Zuhörer.

„Es war ein geiles Jahrzehnt.“
Bürgermeister Friedhelm Kleweken

Sieben Millionen Euro werden investiert

Auch Friedhelm Kleweken hatte in seiner Ansprache auf das Jahrzehnt zurück geschaut. Für ihn, der seit mehr als 40 Jahren in der Kommunalpolitik tätig ist, sei es das beste gewesen. „Es war ein geiles Jahrzehnt“, wählte er sonst wenig genutztes Vokabular.

Ein Vergleich. Vor zehn Jahren beim Neujahrsempfang habe er von 62 Geburten gesprochen, jetzt seien es 95 gewesen. Damals wurden 3,5 Millionen Euro investiert, 2020 wird die Gemeinde Legden, so Kleweken rund sieben Millionen Euro investieren.

Jens Spahn in Asbeck: Wir brauchen Grundvertrauen in den Staat

Schüler der Musikschule sorgten für die musikalische Umrahmung. © Ronny von Wangenheim

Der Bürgermeister skizzierte die Vorhaben der Zukunft. Kita-Ausbau, Digitalpakt in den Schulen, Ausbau der Sportstätten von Reit- und Tennisverein, ein Kunstrasenplatz, neue Baugebiete sind die Stichworte.

Gute Zusammenarbeit mit Ahaus

Mit Blick auf Bürgermeisterin Karola Voß in der ersten Reihe nannte er die gute Zusammenarbeit mit Ahaus beim Schulentwicklungsplan und beim gemeinsamen Industriepark A 31. Nachdem die erste Fläche mit sechs Betrieben gefüllt ist, wird jetzt der zweite Bauabschnitt auf 15 Hektar folgen.

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Deutliche Worte fand Friedhelm Kleweken zur Verdichterstation, die im Haulingort entstehen soll. „Wir gehen fordernd damit um. Wenn wir sie nicht verhindern können, dann soll etwas herausspringen für Legden“, sagte er und nannte die Gewerbesteuer. Für ihn ist klar: „Die Kommune muss teilhaben am wirtschaftlichen Erfolg.“

Einen Blick warf er noch auf die Kommunalwahlen in diesem Herbst. Sein Appell, sich zu engagieren. „Wer die Freiheit will, muss auch Verantwortung übernehmen. Nur von außen kritisieren, reicht nicht.“ Das gilt für ihn für die Kommunalpolitik, aber auch für die Vereine. Deren Vertretern sagte er abschließend: „Ihr seid wichtig für unsere Gesellschaft.“

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