Juan Petrys kleine Kunst zeigt große Wirkung

Galerie Brücke

Künstler gehen auf Tourneen - das ist nichts Neues. Dass sie dabei zumeist auch etwas Neuwertiges im Gepäck haben, auch nicht. Bei Juan Petry verhält es sich ähnlich, und doch ist alles irgendwie ganz anders: Juan Petry ist zwar Künstler und tourt derzeit auch durch Deutschland, wo er zum Beispiel in dieser Woche Halt in der Asbecker Galerie Brücke machte.

ASBECK

19.02.2015, 18:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Juan Petrys kleine Kunst zeigt große Wirkung

Juan Petry zeigt zwei seiner kleinen Überraschungen.

Doch seine Kunst ist nicht die der großen Bühne, die Kunst, die der Konzeptkünstler mit Wohnsitz in Spanien von Ort zu Ort und Land zu Land trägt, befindet sich in schlichten, nur acht mal fünf Zentimeter "großen" schwarzen Pappschachteln.

"Art Surprise" heißt das Projekte, für das der deutsch-spanische Künstler ganz Europa bereist und Galerie, Museen und andere Kunsteinrichtungen mit Automaten voller kleiner Kunstwerke bestückt. Juan Petry selbst bezeichnet das Projekt als "soziale Plastik", mittels der er Künstler mit potenziellen Kunstkäufern zusammenbringt.

Plattform für Künstler

"Art Surprise bietet zum einen Künstlern eine Plattform, ihre Kunst, ihr Können und somit sich selbst zu präsentieren", so Petry. "Auf der anderen Seite kann aber jeder Kunst für den symbolischen Preis von fünf Euro erstehen und damit seine Wertschätzung zum Ausdruck bringen."

"Unsere Galerie, in der seit nunmehr zwei Jahren ein Automat steht, ist nur einer von mittlerweile 75 Automaten in Deutschland, Österreich und Spanien", erklärte Galeristin Petra Nijman nicht ohne Stolz. Die Nachfrage sei groß und das Netzwerk, das sich aus der künstlerischen Zusammenarbeit von Künstlern aus ganz Europa entwickelt habe, enorm.

Selbstläufer

"Ja, es läuft", fügte Juan Petry mit einem Lächeln hinzu. Was ganz klein angefangen habe, sei eine Art Selbstläufer geworden, insgesamt seien auf diese "automatisierte Art und Weise" schon 25000 Werke von 244 Künstlern verkauft worden.

Doch was wäre ein echter Künstler ohne ein neues "Programm"? "Auch wenn Art Surpise schon eine Weile existiert, erleben wir heute eine kleine Premiere", freute sich Petry und stellte eine kleine weiße neben die bislang verwendeten schwarzen Schachteln. "Ich habe die Möglichkeit, dieses Projekt mit einem neuen, von der Unesco geförderten Projekt zu verbinden."

Nachhaltige Kunst

Colorgarden heiße es und sei in Kooperation mit der global agierenden Netzwerkinitiative "Sevengardens" entstanden. "Bei der Kunst, die sich in den weißen Schachteln befindet, handelt es sich um nachhaltige Kunst", so Petry. "Für diese Werke werden nur natürlich gewonnene und auch abbaubare Materialien wie Naturfarben verwendet."

Ziel des Projekts sei, den ökologischen Gedanken auch in der Kunst aufzugreifen: "Ein Künstler sollte nicht am Wochenende über Umweltschutz philosophieren und am Montag dann unbedacht irgendwelche Farbe auf die Leinwand schmeißen", so Petry. Sein Wunsch sei ein allgemeines Umdenken, das zugleich auch ein Erinnern mit sich bringe. "Nachhaltige Kunst macht nachhaltige Kultur", so der Künstler. Und dass nicht nur er von dieser Annahme überzeugt ist, belegt die Unterstützung durch die Unesco.

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