Jugendgruppe probt eifrig für plattdeutschen Nachmittag

Spaß an Mundart

"Lärer Lämpel was een Haern, de har't Piepken allto gään" - so würden es Max und Moritz erzählen, wenn sie platt sprechen würden. Für Helene, Jana, Jessica, Annika, Ruth und Vanessa ist das kein Problem. Gerade üben sie für ihren Auftritt beim plattdeutschen Nachmittag des Heimatvereins.

LEGDEN

, 02.11.2016 / Lesedauer: 3 min

Am Samstag, 5. November, 14.30 Uhr, wird im Haus Ostermann, Osterwicker Straße, der Saal wieder voll werden mit Menschen, die Spaß an der plattdeutschen Sprache haben. "Es werden Dönekes erzählt, der Frauenchor des Heimatvereins singt hoch- und plattdeutsche Lieder, die Tanzgruppe aus Eggerode tritt auf", erzählt Angelika Hemker. Seit vielen Jahren leitet sie die Jugendgruppe und probt mit ihnen für den jährlichen Auftritt. Sketche und Gedichte haben sie im Programm.

Aufgeregt sind sie nicht, sagen die Mädchen. Nur Ruth Hünteler, die das erste Mal dabei ist, weiß noch nicht, wie nervös sie am Samstag sein wird. Doch die Freude überwiegt auch bei ihr. Zuhause sprechen sie alle kein Platt. Höchstens die Großeltern. Helene Büttelbrock erzählt: "Mit meiner Oma spreche ich jetzt manchmal platt. Und mein Bruder Linus spricht nur noch platt mit ihr." Bis zum Sommer war Linus auch in der plattdeutschen Jugendgruppe.

Sprungbrett für Plattdeutsch

Die meisten der sechs Mädchen haben irgendwann in der Grundschule einen plattdeutschen Lesewettbewerb mitgemacht, waren auch in einer plattdeutschen AG. Das war das Sprungbrett in die Jugendgruppe des Heimatvereins. Jessica Löring ist seit zwei Jahren dabei. "Mein Bruder hat mitgemacht, da wollte ich auch." Mit Vanessa und Annika sind noch zwei Schwestern dabei. "Plattdeutsch macht voll Spaß", sagt sie, "und es wird ja auch immer weniger gesprochen. Wenn man das als junge Generation macht, erhält man den Dialekt." Das hört Angelika Hemker gerne.

Und natürlich macht es auch Spaß, zu schauspielen. Deshalb hält sich Jessica auch ein Blatt vor das Gesicht, wenn es um ein Foto geht. Was da zu sehen ist und warum, das sollen frühestens die Zuschauer am plattdeutschen Nachmittag erfahren.

Mädchen haben viel vor

Eine ganze Menge haben sie sich vorgenommen. Das Gedicht von der Jagenstiet, also der Jagdzeit, tragen sie genauso vor wie den Vierzeiler "Usse Katt". Een, twee, drei, vieer, fief, säss, sieven, usse katt häff Junge kriägen, twee sind witt un veer sind schwatt, un eene häff ’nen witt-schwartte Chatt" - da können auch Anfänger des Plattdeutschen gleich mal die Zahlen lernen.

"Es ist leichter, in Platt zu lernen", sagt Helene. Das findet auch Jana Kröger. "Man hat mehr Lust das zu lernen als englische Vokabeln", sagt die Zwölfjährige und lacht. Wenn man in eine Rolle schlüpft, geht sowieso alles besser. Und dann wird wieder geprobt. Schließlich muss auch der berühmte Loriot-Sketch vom perfekten Ei am Samstag ebenso perfekt gelingen.

Lesen Sie jetzt