Jungspund fährt den Bürgerbus

Christian Neumann

Mit seinen 27 Jahren ist Christian Neumann ein Jungspund - zumindest im Kreis der Fahrer des Bürgerbusvereins Heek-Legden. Der Nienborger ist der Jüngste, der ehrenamtlich die Strecke von Legden über Asbeck, Gemen, Averbeck, Nienborg, Heek und Ahle nach Ahaus fährt.

LEGDEN

18.04.2017 / Lesedauer: 3 min

"Ich wollte etwas ehrenamtlich machen", erzählt Christian Neumann während er hinter dem Lenkrad des Bürgerbusses sitzt. Angestoßen dazu hat ihn seine Freundin. Die engagiert sich ehrenamtlich im Vredener Behindertensport. Auf den Bürgerbusverein ist er eher zufällig gestoßen. "Den kannte ich noch von meiner Zeit, als ich keinen Führerschein hatte", sagt der 27-Jährige. Damals nutzte er die günstige Fahrgelegenheit selber häufiger, um nach Ahaus zu kommen. Und Auto fahren ist sowieso sein Ding. So setzte er sich mit dem Vereinsvorsitzenden Egon Kiehl in Verbindung.

Alle zwei Wochen übernimmt Christian Neumann nun die 9-Uhr-Schicht. Das heißt: Schon um 8.30 Uhr steigt er selbst in Nienborg in den Bürgerbus und fährt bis Legden mit. Dort übernimmt er dann das Lenkrad. Auf dem Rückweg steigt dann der neue Fahrer ein und Christian Neumann später in Nienborg wieder aus. Seine Fahrten bezeichnet der 27-Jährige eher als ruhige Schicht. "Früh morgens und nachmittags ist deutlich mehr los." Kaum hat er das gesagt, steigen in Ahaus zwei Männer zu. Beide halten ihm Tickets hin, kassieren muss er nicht.

Alle RVM-Tickets gültig

"Im Bürgerbus kann man mit jedem RVM-Ticket mitfahren", erklärt der Nienborger. Im Schnitt sind es in seiner Schicht drei bis sechs Gäste, die Christian Neumann mitnimmt. "Es kommt aber auch schon mal vor, dass gar keiner einsteigt." Doch das ist eher selten der Fall.

Mit seinen erst 27 Jahren ist Neumann auch für den Bürgerbusverein ein seltener Glücksfall. Zumal er als Produktionsmitarbeiter bei einer Firma in Epe noch voll berufstätig ist. "Ich habe Wechselschicht", erklärt Neumann. Deshalb habe er alle zwei Wochen Zeit. Muss er mal arbeiten, wenn er eigentlich den Bürgerbus fahren müsste, informiert er eine andere Fahrerin, die dann seine Schicht übernimmt. Das klappe sehr gut, ist Christian Neumann froh über das kollegiale Miteinander innerhalb des Bürgerbusvereins.

Auch Schüler fahren mit

Die Gäste seien den ehrenamtlichen Fahrern dankbar, so Neumanns Erfahrung. "Der Bürgerbus ist mit die einzige Möglichkeit, aus den Bauerschaften wegzukommen. Dafür ist der Bus eine feine Sache." Und das nur dank Christian Neumann und der anderen Bürgerbus-Fahrer.

Neben den vorherrschenden Senioren steigen aber auch Schüler gerne mal zu. Entweder verkürzt sich dadurch für sie die Wartezeit oder sie können näher an der eigenen Haustür aussteigen als mit dem eigentlichen Schulbus. Auch der Fahrpreis, der günstiger ist als in Linienbussen, macht den Bürgerbus für viele interessant. "In der Regel wissen die Kunden selbst, was sie zahlen müssen", sagt Christian Neumann. Der Nienborger weiß auch, welche Strecken besonders beliebt sind. Das sind vor allem die weiten Strecken. "Die wenigsten fahren vom Bahnhof Ahaus zum Krankenhaus."

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