Plätze in Kindergärten in Legden werden knapp, vor allem in Asbeck muss gehandelt werden

rnKindergärten in Legden

Immer früher gehen Kinder in Kindergärten. Außerdem wählen in Legden überdurchschnittlich viele Eltern die Ganztagsbetreuung. Nicht allen Eltern werden künftig ihre Wünsche erfüllt.

Legden

, 08.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Zahlen sprechen für sich: Immer mehr Kinder werden in Legden geboren, immer mehr werden die Kindergärten in Legden und Asbeck besuchen. Das allein macht es aber nicht aus, dass die Plätze in den Kindertageseinrichtungen knapp werden. So erläuterte es Markus Grotendorst vom Kreisjugendamt im Schul- und Jugendausschuss. Für Asbeck gibt es bereits Pläne.

Zum einen sind die Kinder immer jünger, wenn sie in den Kindergarten kommen. Immer mehr sind es auch Kinder, die noch kein Jahr alt sind. Das Kreisjugendamt beobachtet eine Strukturveränderung von der Ü3- zur U2/U3-Betreuung. Und für die U3-Gruppen für Kinder von 0 bis drei Jahren gelten andere Regeln. Hier dürfen nur zehn Kinder betreut werden. Das bedeutet mehr Raumbedarf.

54,7 Prozent der Kinder gehen 45 Stunden die Woche in die Kita

Zum anderen wird in Legden verstärkt die Ganztagsbetreuung von 45 Stunden in der Woche gewählt. Im laufenden Kindergartenjahr sind es im Kreis Borken 42,6 Prozent. In Legden liegt der Wert sogar bei 54,5 Prozent, wobei es im Ortsteil Legden sogar 57,9 Prozent sind, in Asbeck 36,7 Prozent. Nimmt man nur die Ü3-Kinder sind es in Legden sogar 60,4 Prozent. Auch hier müssen die Gruppen von 25 auf 20 Plätze reduziert werden.

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Dazu kommen jetzt das zweite beitragsfreie Kita-Jahr, flexibilisierte Betreuungszeiten vor allem in den Randzeiten und der Beitragserlass bei Bezug von Sozialleistungen. „Viele Entwicklungen treffen zusammen und ergeben einen Bedarfssprung“, so Markus Grotendorst. Auf der anderen Seite ist es außerdem schwierig, neue Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen zu finden.

Eltern müssen nachweisen, dass sie lange Betreuungszeit brauchen

Darauf reagiert das Kreisjugendamt. Bei den Anmeldungen werden Eltern nicht nur einen Erklärungsbogen ausfüllen, sondern müssen auch eine Arbeitgeberbescheinigung oder andere Nachweise beibringen. So soll geklärt werden, ob tatsächlich eine 45-Stunden-Betreuung notwendig ist.

Plätze in Kindergärten in Legden werden knapp, vor allem in Asbeck muss gehandelt werden

Für den Kindergarten St. Margareta in Asbeck ist ein An- und Umbau geplant. © Markus Gehring

Grotendorst: „Wir müssen die Bedarfe genauer anschauen.“ Notfalls müsste dann eine Priorisierung festgelegt werden. Sein Appell: „Eltern sollten genau überlegen, ob nicht auch kürzere Betreuungszeiten ausreichen.“ Am 1. Dezember werden alle Kindergärten dem Kreisjugendamt ihre Anmeldungszahlen gemeldet haben.

Mehr Tagesmütter gesucht

Die Kindertagespflege wird für die Kita-Anmeldungen mit einbezogen. „Sie ist besonders für U2-Kinder geeignet“, so Markus Grotendorst. Es gibt Bestrebungen, diese Plätze weiter auszubauen. Möglich sind Großtagespflegestellen, hier können zwei Tagesmütter und eine Ersatzkraft bis zu 9, unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 15 Kinder betreuen. Zurzeit gibt es in Legden sechs Tagespflegemütter. „Wir freuen uns über weitere Kräfte“, so Grotendorst.

Markus Grotendorst erläuterte die Zahlen zur U3-Betreuung im Jugendamtsbezirk. 2008 waren es 339 Kinder in Tageseinrichtungen und 100 in der Kindertagespflege. 2019 sind es 1737 Kinder in Kindertageseinrichtungen und 635 in der Kindertagespflege. Seit 2017 kamen jährlich mehr als 200 Kinder dazu. Die Prognosen sehen weitere Steigerungen.

Gewaltiger Sprung in drei Jahren

„94 Prozent der Zwei- bis Dreijährigen besuchen den Kindergarten, vor drei Jahren waren es 60 Prozent. Das ist ein gewaltiger Sprung in nur drei Jahren“, erläuterte Markus Grotendorst. Bei den Ein- bis Zweijährigen stieg die Prozentzahl von 17 auf 38 Prozent. Unter Einjährige besuchen zu elf Prozent Kitas.

Die Prognose für Legden: In diesem Jahr werden 270 Plätze im Ü3-Bereich und 134 im U3-Bereich benötigt. Zur Verfügung stehen 264 und 102 Plätze in insgesamt 19 Gruppen. Dazu kommen 26 U3-Kinder, die in der Kindertagespflege betreut werden. 2023 werden es 291 und 146 Plätze sein.

Schon jetzt wird deshalb die Überbelegungsmöglichkeiten der Gruppen genutzt. Für verstärkte U3-Betreuung werden Gruppen umstrukturiert. Gerade in der noch neuen DRK-Kita Mühlenbach, die in diesem Sommer noch zwei neue Gruppen eröffnet hat, werden abweichende Gruppenstrukturen genutzt.

Baugebiet Roggenkamp bringt noch mehr Nachfrage

Bürgermeister Friedhelm Kleweken sagte zu der neuen Kita am Roggenkamp: „Wir haben ein neues Baugebiet und als erstes einen Kindergarten gebaut. Das muss uns mal eine Gemeinde nachmachen“. Doch, so Markus Grotendorst: Der Kindergarten mit seinen inzwischen fünf Gruppen ist ja schon voll. Wenn erst im Baugebiet viele Familien bauen, wird es auch hier vermehrte Nachfrage geben.

Handlungsbedarf ist vor allem in Asbeck. Hier steigt der Bedarf im Ü3-Bereich von jetzt 43 auf 56 in 2022, 2024 sollen es 49 Plätze sein. Zur Verfügung stehen in den drei Gruppen im Kindergarten St. Margareta zurzeit 36 Ü3- und 20 U3-Plätze, sechs Kinder gehen in Asbeck in die Kindertagespflege.

An- und Umbau geplant

Die einzige Lösung ist ein An- und Umbau am Asbecker Kindergarten. Dazu gibt es bereits Gespräche zwischen Gemeinde und Kirchengemeinde als Träger. Und es gibt erste Zeichnungen und eine erste Kostenkalkulation. 20 neue Plätze sollen geschaffen werden. 30.000 Euro pro Platz werden gerechnet, so Bürgermeister Friedhelm Kleweken. 90 Prozent der Summe werden gefördert.

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