Kinderzimmer auf Rädern steuert Flüchtlingsunterkünfte an

Neues Spielmobil

Ein Spielzimmer auf Rädern steuert in den nächsten Wochen und Monaten die verschiedenen Kommunen des Kreises an, um an den jeweiligen "Stopps" Flüchtlingskinder zu Spaß und Abwechslung einzuladen.

LEGDEN

04.11.2016, 18:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kinderzimmer auf Rädern steuert Flüchtlingsunterkünfte an

Das DRK stellte das Spielmobil jetzt in den Kommunen des Kreises Borken vor. Legdens Bürgermeister Friedhelm Kleweken (2.v.l.) war von dem Angebot begeistert. Nach der Anbringung der Außenbeschriftung soll der Bus in den nächsten Wochen auf Tour gehen.

Finanziert wurden Kauf und Umbau des zwölf Meter langen Gefährts zum einen durch Kreismittel (54000 Euro) sowie durch engagierte Eigenleistungen von Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes, wie Bürgermeister Friedhelm Kleweken beim Besuch des DRK in Legden erfuhr.

Eingerichtet wie ein Kinderzimmer, finden die Mädchen und Jungen darin fast alles vor, was das Kinderherz begehrt: abwechslungsreiche Gesellschaftsspiele, aber auch Material zum Malen und Basteln. Halma, Lotti Karotti oder Mensch-ärgere-dich-nicht: Dazu bedarf es keiner ausgefeilten Deutschkenntnisse, hiermit können sich die Kleinen auch ohne viele Worte beschäftigen. Auf gemütlichen Sitzgelegenheiten können die Kids chillen oder in Büchern blättern.

Spenden sind willkommen

Die Produktionsschule des DRK hat den Niederflurbus zudem mit Schränken und Regalen übersichtlich ausgestattet. Zahlreiche Privatleute habe in den vergangenen Tagen nicht nur mit Geld-, sondern auch mit Materialspenden die Ausstattung aufgebessert. Weitere Unterstützung ist übrigens jederzeit willkommen. Malblocks, Stifte und Zeichenblocks beispielsweise sind gerne gesehen, so das DRK. Kommunen, die an dem Buseinsatz interessiert sind, können sich bei Projektleiter Christoph Steltner, Röntgenstraße 6, RK-Zentrum Borken, Tel. (02861) 8029329, Mail: c.steltner@drkborken.debeo, melden.

Steltner wird die Anfragen so koordinieren, dass der Bus täglich zweimal eingesetzt werden kann. Wichtig: Die Standorte sollten von den Interessenten so gewählt sein, dass der Bus ausreichend Platz zum Wenden hat. Die Lage in der Nähe der Flüchtlingsunterkünfte ist dabei natürlich von Vorteil, damit die Kinder keine allzu langen Anlaufwege haben.

Platz für jeweils zehn Kids

Jeweils zehn Flüchtlingskinder können gleichzeitig in dem Bus spielen. Dabei gelten für das DRK die sieben Grundsätze der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität.

Bei der Betreuungsmaßnahme in dem Spielmobil handelt es sich um ein so genanntes Brückenprojekt. Dafür stehen im gesamten Bezirk des Kreisjugendamtes Borken rund 200 Plätze für Kinder aus Flüchtlingsfamilien zur Verfügung. Die Kleinen werden dabei in der ersten Zeit ihres Ankommens spielerisch unterstützt, um die Eingewöhnung in die neue Heimat für sie ein wenig leichter zu gestalten.

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