Kirchengemeinde verkauft Vikarie

Gebäude aus 1887

Die katholische Kirchengemeinde will sich von der Vikarie an der Kirchstraße 12 trennen. Das Gebäude steht seit einigen Monaten leer. "Unser Hauptaugenmerk liegt nicht auf dem Immobilienmanagement", erläutert Pfarrer Axel Heinekamp Gründe für den Verkauf. Man wolle sich lieber auf das "Kerngeschäft" konzentrieren.

LEGDEN

, 26.07.2017, 18:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Mittwoch wurde im Garten der Vikarie an der Kirchstraße gearbeitet. von Wangenheim

Am Mittwoch wurde im Garten der Vikarie an der Kirchstraße gearbeitet. von Wangenheim

Sehr wahrscheinlich 1887, so Matthias Resing von der Zentralrendantur Ahaus-Vreden, ist das Gebäude entstanden. Über die Jahrzehnte haben Kapläne und Vikare in der Vikarie Kosmas und Damanius gelebt. Pfarrer Ulrich Hoinka verbrachte hier bis 2009 seinen kurzen Ruhestand. Zuletzt lebte Pfarrer Johannes Schultewolter im Erdgeschoss.

Transparenz gefragt

Inzwischen steht fest, dass die Kirchengemeinde das Gebäude nicht benötigt und sich auch kein anderer kirchlicher Träger für Haus und Grundstück interessiert. Der Verkauf war damit der logische Schritt. So sieht es auch Christof Hintemann aus dem Kirchenvorstand, der das Gebäude tagtäglich vor Augen hat. "Eine kleine Kirchengemeinde kann nicht gewerblich vermieten", gibt er die Meinung des Kirchenvorstands wieder. Sowohl im Publikandum als auch bei einer Messe in St. Brigida wurde die Gemeinde über das Vorhaben informiert. "Transparenz war uns sehr wichtig", so Hintemann. Doch große Proteste habe es nicht gegeben.

Das Haus wird für 76.000 Euro verkauft. Verbunden ist damit die Erbpacht für das knapp 1000 Quadratmeter große Grundstück zu einem Preis von 2490 Euro. Es haben sich bereits ernsthafte Interessenten bei der Zentralrendantur in Ahaus gemeldet. Eine Bedingung gibt es allerdings für den Verkäufer: Das Gebäude darf nicht abgerissen werden.

Besonderes Gebäude

Allzu viele alte Häuser gibt es nicht mehr im Ortskern. Und die Vikarie ist ein besonderes Gebäude. Hier legt der Heimatverein Legden regelmäßig einen Stopp bei seinen Führungen ein. "Wir erzählen den Besuchern, dass hier von 1922 bis 1929 Vikar Entrup gelebt hat", berichtet Alfred Janning, Mitglied des Heimatvereins. Also zu einer Zeit, in der der Vikar den Blumenkorso begründete und damit den Grundstein für das "Dahliendorf" legte.

Bis zum 15. August können sich noch am Kauf Interessierte melden. Dann wird sich der Kirchenvorstand mit den Bewerbern beschäftigen. "Meldet sich noch ein kirchlicher Träger, werden alle Hebel umgeschaltet", erläutert Christoph Hintemann. Zweiwichtigstes Argument bei einer Entscheidung sei der Substanzerhalt.

Die Vikarie wird wahrscheinlich nicht das einzige Haus sein, das die Kirchengemeinde verkaufen wird. "Es ist einiges angedacht", so Matthias Resing. Infrage kommen könnten sowohl das Pfarrhaus in Asbeck als das Haus am Legdener Kirchplatz, in dem die Bücherei untergebracht ist.

 

Lesen Sie jetzt