Klärwerk wird aufgefrischt

Gemeinde Legden investiert

Rund 900.000 Euro investiert die Gemeinde Legden in den kommenden Jahren in ihr Klärwerk. In einem ersten Schritt soll aus einem Schlammbecken ein Belebungsbecken werden. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, Anlagentechnik zu erneuern.

Legden

, 02.08.2017, 18:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Luftbläschen sprudeln in dem kreisrunden Becken auf der dunklen Wasseroberfläche: Sauerstoff für die Bakterien, die hier ihren Dienst tun für ein klareres Abwasser. Wenn Wartungsarbeiten notwendig wurden, mussten in der Vergangenheit Taucher im Belebungsbecken eingesetzt werden. Aufwendig und kostspielig. Jetzt will die Gemeinde in einem ersten Schritt in das Klärwerk 480 000 Euro investieren.

Technik muss erneuert werden

„Wir stoßen an die Leistungsgrenzen“, so erläuterte Bürgermeister Friedhelm Kleweken gestern auf Anfrage. Aber auch Berechnungsgrundlagen haben sich geändert. Außerdem: Nach mehr als 20 Jahren Betrieb braucht die Anlagentechnik dringend eine Erneuerung.

Günter Kleideiter steht zwischen zwei Becken. Rechts das alte Schlammbecken, links das sprudelnde Belebungsbecken. Beide fassen 3600 Kubikmeter. Der Klärmeister weist nach links: Hier besteht Handlungsbedarf. Deshalb soll zuerst rechts im bereits leeren Schlammbecken die Technik für ein zweites Belebungsbecken eingesetzt werden. „Betriebstechnisch ist das die sauberste Lösung“, sagt Kleideiter.

Dekanter im Einsatz

Er erläutert: „Uns reicht jetzt ein kleines Silo mit einem Speicher von 500 Kubikmetern.“ Der Grund: Seit 2015 ist ein Dekanter im Klärwerk im Einsatz. In dieser Hightech-Zentrifuge wird der Flüssigklärschlamm verfestigt. Aus drei Prozent Trockenmasse werden 30 Prozent. Eine erdähnliche Substanz bleibt, die abtransportiert und in die Verbrennung gegeben wird.

Gibt es das neue Becken, in dem das Abwasser biologisch gereinigt wird, kann in einem zweiten Schritt das alte Belebungsbecken saniert werden. Die Kosten werden mit 410 000 Euro geschätzt. Ist alles fertig, „haben wir eine 30 000-Einwohner-Anlage“, so Kleideiter. Jetzt ist es eine 20 000-Einwohner-Anlage. Aufgenommen wird das Abwasser aus Legden, Asbeck und vom Schlachthof, der ein Großteil ausmacht.

Wasser wird sauberer

Dann kann auch gespart werden. Durch die größeren Kapazitäten wird das Wasser sauberer, die Abgabe für die Einleitung in die Dinkel, zurzeit 35 000 Euro im Jahr, könnte sinken. „Das ist außerdem gut für den Umweltschutz“, so Kleideiter.

Eine Kapazitätsanalyse und Vorschläge zur Erweiterung wurden beim Betriebsausschuss der Gemeindewerke bereits vorgestellt. Bis Jahresende, so Friedhelm Kleweken gestern, wird der Fahrplan stehen. 2018 könnten die ersten Arbeiten beginnen.

 

Lesen Sie jetzt