Kleine Sensation durch Fünflinge im Schafstall

Mehrfachwurf

Zum Blöken sind sie noch zu klein, vielleicht auch zu schwach. Am liebsten schlafen sie noch ausgiebig unter der wärmenden Rotlichtlampe im weichen Stroh. Doch dann und wann staksen die vier Lämmer auf wackligen Beinen zu ihrer Mutter um zu säugen. Doch dann heißt es Schlange stehen, denn das Muttertier hat nur zwei Zitzen. Auf Vierlings- oder gar Fünflingsgeburten sind Schafe von Natur aus nicht eingestellt.

LEGDEN

, 12.05.2015, 19:26 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dieses äußerst seltene Lammglück entdeckte der Asbecker Hobby-Schafzüchter Jan Sicking in seinem Schafstall in der Bauerschaft Steinkuhle. Ausgerechnet am Muttertag fanden sich in der Box eines Schafes fünf, allerdings zum Teil sehr kleine Lämmlein.

Das Muttertier hatte sie in der Nacht allein zur Welt gebracht und bereits sauber geleckt. Dass es Mehrlinge werden würden, das war dem Schaf in der Tragzeit bereits anzusehen. Fünflinge aber haben den Hobbyschafzüchter komplett überrascht.

Ein Lamm gestorben

Eines der Lämmlein ist allerdings zwischenzeitlich gestorben. "Ich habe es am Dienstag tot im Stall gefunden", bedauert Jan Sicking. Das Lämmlein war zwar das kleinste und schwächste, aber es schien zunächst gesund und munter zu sein. Die anderen vier aber legen schon an Gewicht zu. Das ist der Flaschenkost zu verdanken, die mit Hilfe von Schafsmilchpulver hergestellt wird.

Morgens um 5.30 Uhr vor seiner Arbeit gibt Jan Sicking den Lämmlein schon das erste Fläschchen und abends um neun das letzte. Sein Bruder und seine Schwester unterstützen ihn tagsüber. Das fünf Jahre alte Muttertier erhält eine Extraportion Kraftfutter. Bald, davon ist Sicking überzeigt, wird es für alle vier verbliebenen Lämmer genug Milch haben.

Vater ist ein Suffolk-Bock

Der Vater ist den Lämmern übrigens ins Gesicht geschrieben: Die schwarzen Flecken weisen auf den Suffolk-Bock hin, dessen markantestes Merkmal das tiefschwarze Gesicht ist. Das Muttertier ist ein helles Texelschaf. "Wir kreuzen die Schafe, so ergibt sich eine robuste Mischung", erklärt Jan Sicking. Die Hobbyschafzucht haben er und seine Geschwister von ihrem Vater übernommen.

Die 85 Tiere sind ganzjährig im Freien auf der Weide. Nur zum Ablammen kommen die Muttertiere in den Stall. Andernfalls wären wohl noch mehr Fünflinge gestorben. Sicking: "Es geht ja beim Säugen immer nach der Größe. Zuerst trinken die Starken, dann erst kommen die Schwachen." Gut, dass in diesem Fall Jan Sicking mit der Flasche zur Stelle war.

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