Kohlenmonoxid: Wenn die Gasheizung bei Hitze zur Gefahr wird

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Gasheizungen können bei den aktuell hohen Temperaturen zur Gefahr werden. Die Schornsteinfeger-Innung warnt vor austretenden Abgasen und einer erhöhten Kohlenmonoxidkonzentration.

Legden

, 29.07.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch Gasheizungen kommen mit der aktuellen Hitze nicht zurecht. Bei Temperaturen über 30 Grad kann es sogar gefährlich werden. Davor warnen die Schornsteinfeger-Innung und die Bezirksregierung. Fragen und Antworten zum Thema.

? Was ist das Problem mit Gasheizungen bei Hitze?

Es geht vor allem um Anlagen, die in der Wohnung angebracht sind, zum Beispiel in Küchen oder Badezimmern. „Weil es keinen Temperaturunterschied zwischen der Wohnung und draußen gibt, baut der Schornstein keine Thermik auf“, erklärt Dirk Meschformann. Er ist seit dem 1. Juli als Bezirksschornsteinfeger auch für Legden zuständig.

Die fehlende Thermik im Schornstein sorgt dafür, dass es zu einem Rückstau der Abgase kommt, die dann in die Wohnräume strömen. Besonders gefährlich wird es, wenn in Kombination dazu mobile Klimageräte in der Wohnung betrieben werden.

Karl Heinz van Wesel, Obermeister der Schornsteinfegerinnung für den Regierungsbezirk Münster, erklärt: „Diese Geräte entziehen den Räumen Wärme, indem sie warme Luft über einen Schlauch nach außen absaugen und somit für einen Unterdruck in der Wohnung sorgen. Dadurch können auch Abgase aus dem Schornstein in die Wohnung gezogen werden.“

? Warum werden die Gasheizungen denn überhaupt bei der Hitze betrieben?

In den meisten Fällen werden die Anlagen auch zur Warmwasserbereitung benötigt. Sie laufen also auch bei der extremen Hitze oft auf Hochtouren. Doch Dirk Meschformann weiß: „Für solche Temperaturen sind die Anlagen einfach nicht ausgelegt.“

? Was ist so gefährlich an den Abgasen?

Durch die zurückströmenden Gase kann sich die Kohlenmoxidgefahr in den Wohnungen erhöhen. Anders als zum Beispiel bei Rauchgas, bemerken Betroffene eine drohende Kohlenmonoxid-Vergiftung häufig zunächst gar nicht, weil das Gas farb- und geruchlos und auch keinen Hustenreiz auslöst. Das Atemgift gelangt über die Lunge ins Blut, wo es den Sauerstoff-Transport behindert.

Kohlenmonoxid: Wenn die Gasheizung bei Hitze zur Gefahr wird

Dirk Meschformann ist seit dem 1. Juli als Bezirksschornsteinfeger auch für Legden zuständig. © Christian Bödding

? Woran erkennt man eine Kohlenmonoxid-Vergiftung?

Klassische Symptome einer beginnenden Vergiftung sind unter anderem Kopfschmerzen, gefühlte Atemnot und Schwindel. Kohlenmonoxid greift auch das zentrale Nervensystem an, ab einer bestimmten Konzentration führt CO zum Erstickungstod.

? Was kann man dagegen tun?

„Auf jeden Fall sollte man immer gut lüften“, rät Dirk Meschformann den Besitzern solcher Gasheizungen. Viele Anlagen schalten sich seinen Angaben zufolge von selbst aus, wenn Abgase ausströmen. Das sollte auch immer ein Zeichen dafür sein, die komplette Wohnung zu lüften.

Die Bezirksregierung empfiehlt Nutzern älterer Gasheizungen zudem den Einbau von sogenannten CO-Meldern. Anders als Rauchmelder sind diese nicht gesetzlich vorgeschrieben. Doch Dirk Meschformann sagt: „Natürlich will man keine Panik machen, aber so ein Melder ist immer snnvoll, um einer erhöhte Konzentration von Kohlenmonoxid frühzeitig zu erkennen.“ Die CO-Melder gibt es in jedem Baumarkt.

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