Kritik beim Thema OGS-Ferienbetreuung

Gemeinderatssitzung

Hitzige Diskussionen zum Haushalt sind im Legdener Gemeinderat Fehlanzeige. Die Entscheidungen sind längst vorher gefallen. Vorhersehbar war auch die Verabschiedung des Etats mit den Stimmen von CDU und SPD bei Ablehnung durch die UWG. Langweilig war es trotzdem nicht in der Sitzung am Montagabend im Haus Weßling.

LEGDEN

, 07.03.2017, 18:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die drei Fraktionsvorsitzenden nutzten ihre Reden, um generell auf die Lage in Legden zu blicken, Kritik zu üben und die eigenen Erfolge herauszustellen. Und da steckt durchaus auch Zündstoff drin. Beispiel Offene Ganztagsschule (OGS): Die Ausweitung der Ferienbetreuung von einer auf drei Wochen ist unstrittig. Doch wie Realisierung und Finanzierung diskutiert wurden, stieß bei UWG und SPD auf Kritik.

Für dieses Jahr sind die Entscheidungen gefallen (wir berichteten). Doch für die Zukunft soll, so der Antrag der SPD-Fraktionsvorsitzenden Sigrid Goßling, eine Arbeitsgruppe aus Politik, Verwaltung, OGS, Förderverein, Jugendhaus, Vereinen und interessierten Eltern gegründet werden. "Wir können das Problem nicht auf die OGS und den Förderverein abwälzen", argumentierte sie und fand mit ihrem Antrag die Zustimmung der anderen Fraktionen. Ihr Ziel ist es auch, ein Angebot zu entwickeln, dass günstiger ist als jetzt, wo Eltern 80 und 70 Euro pro Kind/Geschwisterkind und Woche bezahlen werden.

Taktische Intransparenz

Zuvor hatte sich Sigrid Goßling "richtig wütend" gezeigt. Und der UWG-Fraktionsvorsitzende Gerd Heuser warf dem Bürgermeister "taktische Intransparenz" vor. Schon im Oktober, so der Vorwurf beider Fraktionen, hätte der Verwaltung eine Kostenberechnung für die Ferienbetreuung vorgelegen. Da hätte man in der November-Sitzung des Schulausschusses ja schon über die Berechnung und eine etwaige Bezuschussung sprechen können. Auch dass jetzt das Thema nur durch den Brief an die Eltern wieder Einzug in die politische Diskussion gefunden hätte, kritisierte die SPD-Frau.

"Die Kostenschätzung war im November noch nicht geprüft. Die Zahlen schienen uns selbst sehr hoch. Damit wollten wir noch nicht an die Öffentlichkeit", erklärte Bürgermeister Friedhelm Kleweken am Dienstag auf Anfrage. "Es wäre sicher glücklicher gewesen, das Thema noch einmal auf die Tagesordnung zu setzen", zeigte er sich offen für Kritik.

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