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Labrador-Mischling ohne Leine verbeißt sich in Mops-Rüden und verletzt ihn schwer

rnSchwer verletzter Mops

Freilaufender Labrador-Mischling verletzt Mops-Rüden Nico schwer. Besitzerin Christa Feldbrügge erstattet Anzeige und warnt vor Schlimmerem. Die Gemeinde will der Sache auf den Grund gehen.

Legden

, 04.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Christa Feldbrügge steht der Schrecken immer noch ins Gesicht geschrieben: Am Donnerstagmittag machte sie sich – wie jeden Tag – mit ihrem Mops-Rüden Nico auf den Gassigang. In Höhe der Reithalle rannte plötzlich ein schwarzer Labrador-Mischling auf die beiden zu. „Der kam wie eine Kampfmaschine angeschossen“, sagt sie. Ohne Leine, ohne Maulkorb. „Die Besitzerin rief mir noch zu, ich solle meinen Hund auf den Arm nehmen“, erzählt Nicos geschockte Besitzerin. Doch da war es längst zu spät.

„Beißerei dauerte eine halbe Stunde“

Was dann folgt, klingt nach der Horrorvorstellung jedes Hundhalters. Der schwarze Hund beißt sich in der Flanke des Mopses fest. Schüttelt ihn ständig hin und her. Zerrt an Nicos Leine, die Christa Feldbrügge immer noch fest in der Hand hält. „Das ging bestimmt eine halbe Stunde so“, sagt Christa Feldbrügge aus der Erinnerung. Auch wenn Nicos Bisswunden wüst aussehen und mit etlichen Stichen und Klammern in der Tierklinik versorgt werden müssen, nach einer halben Stunde wilder Beißerei sehen sie dann doch nicht aus. Doch Christa Feldbrügge bleibt bei ihrer Einschätzung.

Schläge mit Mistschaufel beenden Beißerei

Die Beißerei endete jedenfalls erst, als dazugerufene Zeugen aus der nahen Reithalle einschritten. „Ich habe laut um Hilfe gerufen. Ein junger Mann hat dem schwarzen Hund mit einer Mistschaufel auf den Kopf geschlagen. Erst da hat der losgelassen“, erklärt die 72-Jährige. Sie selbst hatte zuvor mit der Rolle ihrer Langlaufleine versucht, den Hund zu vertreiben. „Ich habe bestimmt zehn Mal zugeschlagen“, erklärt sie. Bei dem fremden Hund habe das aber keine Reaktion gebracht. Die andere Frau habe danach nur ihren eigenen Hund bedauert.

Labrador-Mischling ohne Leine verbeißt sich in Mops-Rüden und verletzt ihn schwer

MIt etlichen Stichen und Klammern mussten die Wunden in einer Tierklinik versorgt werden. © Stephan Teine

Ihren Hund habe die andere Besitzerin auf keinen Fall unter Kontrolle gehabt. „Und das alles, obwohl der Hund doch Leinen- und Maulkorbzwang hat“, sagt Christa Feldbrügge. Weil er schon andere Hunde gebissen habe.

Hund stand unter Leinen- und Maulkorbzwang

Das bestätigt auf Nachfrage Hans Wittmund vom Bürgerservice der Gemeinde Legden. Tatsächlich sei der Halterin des schwarzen Hundes vor einiger Zeit auferlegt worden, ihren Hund nur noch mit Leine und Maulkorb zu führen. Das hat sie offenbar missachtet. Wie es nun weiter geht, mag Hans Wittmund am Freitag noch nicht abschätzen. Bisher habe er die Halterin noch nicht erreicht. „Bevor ich sagen kann, wie wir da verfahren, muss ich ja auf jeden Fall erst einmal mit ihr sprechen“, erklärt er. Der Leinen- und Maulkorbzwang sei jedenfalls schon ein ziemlich scharfes Mittel gewesen.

Für Christa Feldbrügge ist das alles nur wenig tröstlich. „Was wäre wenn?“, ist eine Frage, die ihr seit dem Vorfall durch den Kopf spukt. „Es hätte ja auch ein kleines Kind sein können, in das sich der Hund verbeißt“, malt sie ein düsteres Szenario.

„Menschen gegenüber noch nicht aggressiv gewesen“

Dieser Vermutung möchte Hans Wittmund dann doch etwas den Wind aus den Segeln nehmen. „So weit ich weiß, ist der angesprochene Hund noch nie aggressiv gegenüber Menschen gewesen“, erklärt er. Dennoch: Muss die Gemeinde nicht dafür sorgen, dass ausgesprochene Auflagen eingehalten werden? „Wir können nicht jeden Hund und Halter dauerhaft kontrollieren“, sagt Hans Wittmund. Nun – nach der Anzeige – werde die Gemeinde aber wieder aktiv und will den Fall bearbeiten. „Da müssen wir nun sehen, was das Landeshundegesetz hergibt“, erklärt er.

Christa Feldbrügge hat den Vorfall dort und auch direkt bei der Polizei angezeigt. Die sei mit drei Beamten ausgerückt, kam aber etwas zu spät: „Als die Hunde getrennt waren und ich auf die Polizei gewartet habe, ist die andere Frau einfach verschwunden. Sie hat sich nicht einmal entschuldigt“, erklärt sie. Die Verletzungen ihres Hundes könnten – gar keine Frage – schlimmer sein. „Trotzdem darf so jemand einfach nicht einen Hund so halten“, erklärt sie.

Für Hundehalter gelten – auch in Legden – klare Regeln

  • In Legden leben aktuell 736 Hunde.
  • Für sie gelten klare Regeln: So muss z.B. jeder Hund außerhalb des eigenen Grundstücks aber innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile angeleint sein. Auf Geh- und Radwegen gilt das auch außerhalb der bebauten Ortsteile.
  • Eine generelle Maulkorbpflicht besteht nicht, kann aber angeordnet werden.
  • Die Gemeinde klassifiziert Hunde – gemäß Landeshundegesetz – in drei Kategorien:
    • Kleine Hunde (bis 40 cm Widerrist-Höhe und unter 20 Kilogramm schwer);
    • Große Hunde (über 40 cm und 20 Kilogramm),
    • gefährliche Hunde (Hunderassen wie Pitbull, American Staffordshire, Bullterrier und ähnliche). Außerdem alle Hunde, die unabhängig von ihrer Rasse durch einen Tierarzt als gefährlich eingestuft wurden, weil sie auf Aggression gezüchtet wurden, einen Menschen oder Tier ohne erkennbaren Grund gebissen haben oder unkontrolliert andere Tiere gehetzt haben.
Die kompletten Regeln für die Hundehaltung hat die Gemeinde Legden online zusammengefasst.
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