Landes-Denkmalmittel werden gekürzt

Sorge um die Historie

Legden ist reich - reich an historischer Bausubstanz. 74 Bauten stehen in der Denkmalliste der Gemeinde, größtenteils in privatem Besitz. Um deren Zukunft sorgt sich auch Bürgermeister Friedhelm Kleweken.

LEGDEN

, 21.03.2017, 18:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Landes-Denkmalmittel werden gekürzt

Für die Instandsetzung der Hunnenporte stehen bereits 10 000 Euro im Etat der Gemeinde.

Seine Befürchtung deckt sich nämlich mit der des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), der nicht nur in Legden, sondern überall im Land Tausende von Denkmälern in Gefahr sieht. Auslöser ist die radikale Kürzung des Landes NRW auf nur noch 1,7 Mio. Euro im vergangenen Jahr. Zum Vergleich: 1992 waren es 35,4 Millionen Euro, 2012 noch 14 Millionen Euro. Das hat zwangsläufig Auswirkungen auf den Denkmalschutz vor Ort.

"Da ist nichts mehr gelaufen"

Kleweken: "Ich sehe das genauso wie der LWL. Die Bereitschaft auf privater Seite ist angesichts der kontinuierlichen Kürzungen sehr eingeschränkt." In den letzten Jahren seien, so der Bürgermeister, sogar überhaupt keine Mittel mehr abgerufen worden: "Da ist nichts mehr gelaufen." Auch ein Interesse an günstigen Krediten, habe er nicht feststellen können. Dieses Alternativangebot hatte die Landesregierung den Denkmalbesitzern zu ihrer bisherigen Praxis, Mittel für Maßnahmen im Denkmalschutz zur Verfügung zu stellen, gemacht. In der Vergangenheit wurden diese Mittel "bedarfsgerecht" über die Kommunen den Eigentümern zur Verfügung gestellt.

Denkmäler in gutem Zustand

Und wie ist es vor diesem Hintergrund um den kommunalen Denkmalschutz bestellt? "Unsere Denkmäler sind eigentlich zurzeit in einem ganz guten Zustand", sagt der Bürgermeister. Handlungsbedarf sehen er und die Fraktionen allerdings auch. 10000 Euro stehen im aktuellen Haushalt der Gemeinde für Instandsetzungen der Hunnenporte.

Außenfassade der Hunnenporte

Dort ist laut Bürgermeister die Restaurierung der Außenfassade notwendig. Ein Betrag in gleicher Höhe steht als "allgemeiner Ansatz" für die Sanierung der Bildstöcke im Etat. "Wir wissen allerdings noch nicht, welche genau es sein werden", sagt Friedhelm Kleweken. Das werde man noch genau prüfen. Für ihn ist aber schon jetzt klar: "Wenn es keine Unterstützung gibt, wird man die Denkmäler nicht mehr in Schuss halten können." Dabei, auch das betont der Bürgermeister werde ein Punkt häufig vergessen: Der ökonomische Wert von Denkmalschutz sei nur schwer messbar, vergessen werde aber seine Bedeutung als weicher Standortfaktor für die Attraktivität einer Kommune.

Bistum trägt Löwenanteil

Und wie sieht es mit den kirchlichen Denkmälern aus, immerhin die größten im Privatbesitz? Die Antwort gibt Klemens Vennekötter von der Zentralrendantur in Ahaus, die auch für Legden zuständig ist: "Ich bin seit mehr als 25 Jahren hier, und wir haben vom Grundsatz her noch nie Landesmittel bekommen." Finanziert werden Unterhaltung und Sanierung der kirchlichen Bauten, auch der Denkmäler, aus Eigenmitteln. Den Löwenanteil aber trage das Bistum. "Wenn wir feststellen, dass etwas nicht mehr in Ordnung ist, geben wir das weiter", bestätigt Axel Heinekamp, Pfarrer von St. Brigida und St. Margareta, das Verfahren.

Drei bis vier Jahre benötige man für die Planung bis zur Umsetzung einer Maßnahme, erklärt Bauingenieur Vennekötter. Aktuell im Blick in Legden hat man die Sanierung des Daches der Kirche in Asbeck. Auch die der Innenräume beider Pfarrkirchen stehe an. Und beide Projekte werden auch diesmal ohne Unterstützung des Landes auskommen müssen.

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