Landwirte gehen in die Offensive

Winterversammlung

Die Preise immer noch nicht zufriedenstellend, das Image des Landwirts so schlecht wie lange nicht. Und dann noch das. Mit Sprüchen wie "Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein" startet das Bundesumweltministerium eine Kampagne. "Da wird ein komplettes Berufsbild politisch diffamiert", war Christian Bomberg gestern bei der Winterversammlung der Legdener Landwirte sichtlich erbost.

LEGDEN

, 06.02.2017, 18:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Landwirte gehen in die Offensive

Sprachen bei der Winterversammlung (v.l.): Christian Bomberg, Ludger Schulze Beiering, Dr. Peter Epkenhans, Yvonne Katemann, Christoph Kliebisch und Markus Müller. von Wangenheim

Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Legden kann in den elf "neuen Bauernregeln" der Umweltministerin Barbara Hendricks, die bundesweit plakatiert werden sollen, nichts Humorvolles finden. Da schließt sich der WLV-Kreisverbandsvorsitzende Ludger Schulze Beiering an. Dabei - und das wird an dem Vormittag in der Gaststätte Ostermann immer wieder deutlich - reagieren die Landwirte auf geänderte gesellschaftliche Anforderungen. "Offensive Nachhaltigkeit" - das steht in den kommenden Jahren auf dem Programm. Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen und dabei die gesellschaftliche Akzeptanz im Auge zu behalten - das ist die Herausforderung.

Immer neue Forderungen

In Legden wird das mit gemischten Gefühlen aufgenommen. "Die Naturschützer fordern jeden Tag etwas Neues, da können wir nicht folgen", meldet sich Bernhard Blanke aus den Besucherreihen zu Wort. Schweineschwänze nicht mehr zu kupieren, eine andere Art der Tierhaltung, Gewässerschutz und Biodiversität das sind Stichworte aus der Nachhaltigkeitsoffensive des WLV.

Es gibt viele Informationen für die rund 90 Landwirte, die sich traditionell zu Lichtmess treffen. Dr. Peter Epkenhans, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer Borken, gibt Tipps für die Cross-Compliance-Kontrollen. Yvonne Katemann, ebenfalls von der Landwirtschaftskammer, vermittelt Wissenswertes zum Wasserrecht. Christoph Kliebisch stellt die Untersuchungsanstalt Lufa vor.

Wirtschaftswege

Wortmeldungen gibt es etliche nach der Rede von Friedhelm Kleweken, der die Pläne der Gemeinde für 2017 skizzierte. Vor allem der Ausbau der Wirtschaftswege interessiert die Landwirte. 2015 und 2016 ist hier nichts passiert. Die Gelder von 2016, so informiert der Bürgermeister, werden demnächst verbaut. Und für 2017 gibt es mit 240000 Euro doppelt so viel Geld wie sonst.

Ganz am Rande geht es auch um Wildbienen. Pfarrer Axel Heinekamp erzählt, er habe kurz überlegt, im Biene-Maja-Kostüm zu kommen. Doch weil er dann wohl eher wie Willi aussehe, habe er verzichtet. Zur Diskussion um den Wildbienenlehrpfad sagt er: "Die Gürtellinie scheint mir etwas nach unten verrutscht zu sein.

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