Lebensader wird sechs Monate abgeklemmt

Bauarbeiten an B 474 beginnen

Es wird eine gewaltige Herausforderung. Die Ortsdurchfahrt in Legden wird umgebaut und die B 474 erhält zwischen der Anschlussstelle A 31 und Landhotel Hermannshöhe eine neue Fahrbahndecke. Dafür muss die Bundesstraße abschnittsweise voll gesperrt werden. Ende kommender Woche, Anfang übernächster Woche geht es los. Ein halbes Jahr ist veranschlagt. 3,77 Millionen Euro werden ausgegeben.

LEGDEN

, 19.08.2016, 17:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es wird sehr viele Einschränkungen für die Anlieger geben“, sagt Bruno Tenhumberg, der im Landesbetrieb Straßen.NRW die Bauüberwachung für das Projekt übernimmt. Drei lange Pläne hat er im Haus Weßling hintereinandergelegt, um die einzelnen Phasen bei einer Informationsstunde Legdener Gewerbetreibenden zu erläutern. Da wird sogar Bürgermeister Friedhelm Kleweken mulmig, der sich ja seit zwei Jahren mit dem Vorhaben beschäftigt und von einer Lebensader für Legden spricht. „Das kann ja gar nicht funktionieren“, sagt er irgendwann leise. Doch Straßen.NRW fühlt sich gut vorbereitet, hat viele kleine Bauabschnitte geplant.

Große Umleitungen

Für den Landesbetrieb liegt die Schwierigkeit weniger in Umbau und Sanierung als in der Verkehrsführung. „Wir wollen den Anliegerverkehr soweit wie möglich aufrecht erhalten“, so Tenhumberg. Eine Sonderstellung nimmt dabei die Feuerwehr ein. Sie muss jederzeit ausrücken können, auch wenn die ersten Meter über Rampen und Schotter gehen. Große Umleitungen müssen diejenigen Autofahrer in Kauf nehmen, die beispielsweise zwischen Ahaus und Coesfeld pendeln. Josef Brinkhaus, Sprecher von Straßen.NRW, sagt es ganz drastisch: „Die ersten zwei, drei Tage wird es Chaos hoch zehn geben.“ Eine mögliche Verbindung wäre über die A 31 bis Gescher.

Ausgangspunkt des Unternehmens war der Umbau der Ortsdurchfahrt zwischen Bahnhofstraße und Kirchstraße. Auf den 830 Metern wird nicht nur die Straße komplett erneuert. Es wird auf der nördlichen Seite ein durchgehend 2,5 Meter breiter kombinierter Rad- und Gehweg gebaut, auf der anderen Straßenseite partiell ein Gehweg. Auch die Einmündungen Stadtlohner Straße und Kirchstraße werden zugunsten größerer Verkehrssicherheit verändert. Der gesamte Ausbau wird barrierearm angelegt.

Ortsdurchfahrt erst 2017 wieder frei

Vor allem wegen der Rad- und Gehwege ist auch die Gemeinde Legden bei der Ortsdurchfahrt mit im Boot. Rund 200.000 Euro wird sie zu den Gesamtkosten von 1,75 Millionen Euro beitragen. Auch der Kreis ist hier beteiligt. „Im Schatten dieser Baumaßnahme“, so Brinkhaus, werden auch die gut 4 Kilometer Fahrbahn zwischen A 31 und Hermannshöhe erneuert, die schon lange marode ist. „Wir hätten es niemandem erklären können, wenn wir in einem Jahr noch mal angefangen hätten,“ erläutert Brinkhaus, warum diese 1,63 Millionen teure Sanierung jetzt mit in Angriff genommen wird. Diese Sanierung soll mit Ende der Herbstferien abgeschlossen sein. Die Ortsdurchfahrt wird dagegen erst 2017 wieder durchgängig sein.  

Zwischen 26. und 30. August beginnen die Arbeiten im 1. Bauabschnitt Ortsdurchfahrt von Kirchstraße bis Gildenhook. 35 Werktage sind dafür geplant.
Gleichzeitig startet die Deckensanierung zwischen Kirchstraße und Landhotel Hermannshöhe, für die sechs Werktage veranschlagt werden. In dieser Zeit ist die Pludra-Tankstelle von keiner Seite zu erreichen.
Abschnitt 2a und b Deckensanierung folgen von Bahnhofstraße bis Fliegenmarkt und dann Neue Mühle. Bis zu den Herbstferien müssen diese Arbeiten beendet sein.
Nur in der Herbstferien, 10. bis 21. Oktober, kann der dritte Abschnitt von Neue Mühle bis A 31 erneuert werden, da dann kein Schulbusverkehr ist. Gerade bei dieser Vollsperrung werden sehr große Umwege notwendig.
Bei der Ortsdurchfahrt geht es Abschnitt für Abschnitt weiter. 140 Werktage sind veranschlagt. Sollten im Winter wetterbedingt die Bauarbeiten eingestellt werden müssen, wird der Durchgangsverkehr vorübergehend wieder hergestellt.
 

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