Legdener Eltern wundern sich über schleppende Digitalisierung der Schule

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Die Elternpflegschaftsvorsitzende Susanne Entrup weiß von Eltern der Paulus-van-Husen-Schüler, dass manchen das Tempo der Digitalisierung in der Schule langsam erscheint. Die Gründe.

Legden

, 10.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob privat oder im Berufsleben – da wird dem digitalen Fortschritt schneller Rechnung getragen als in der Schule. Diesen Eindruck, so sagt Susanne Entrup, haben viele Eltern mit Blick auf die Ausstattung der Schulen ihrer Kinder. Das ist beim Blick auf die Paulus-van-Husen-Schule nicht anders.

Im Berufsleben geht das zack, zack

„Im Berufsleben geht das zack, zack – das läuft. Und in der Schule ist es schon sehr schleppend, bis es umgesetzt wird“, beschreibt die Elternpflegschaftsvorsitzende der Sekundarschule mit Standorten in Legden und Rosendahl im Gespräch mit der Redaktion. Das soll aber nicht als Vorwurf an die Schulträger verstanden werden: Die Elternschaft selbst habe in den vergangenen Jahren auch nicht die Forderung danach gestellt, dass sich die Schule digital besser aufstellt.

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Dann kam aber der „Digitalpakt Schule“ – der Bund schüttete Fördermittel aus, um die Digitalisierung voranzutreiben. Da waren natürlich auch die Gemeinden Legden und Rosendahl am Drücker, um zu profitieren. Aber: Wie lange es dauert, von der Ankündigung über den Förderantrag und die Förderzusage bis hin zu dem Zeitpunkt, dass die bezuschussten Maßnahmen greifen: Dieser Zeitraum sorgt bei den Eltern für Verwunderung.

Finden, dass die Paulus-van-Husen-Schule auf einem guten Weg hin zur Digitalisierung ist, auch wenn Geduld aufgebracht werden muss: (v. l.) Elternpflegschaftsvorsitzende Susanne Entrup, Schülersprecher Lukas Kauling und Schulleiter Knut Kasche.

Finden, dass die Paulus-van-Husen-Schule auf einem guten Weg hin zur Digitalisierung ist, auch wenn Geduld aufgebracht werden muss: (v. l.) Elternpflegschaftsvorsitzende Susanne Entrup, Schülersprecher Lukas Kauling und Schulleiter Knut Kasche. © Anne Winter-Weckenbrock

Schulleiter Knut Kasche ergänzt beim Gesprächstermin mit der Redaktion: Durch das bundesweite Förderprogramm sei natürlich die Nachfrage nach Tablets, digitalen Tafeln und Co. riesig, weil alle Schulen jetzt aufrüsten. „Wartezeit auf eine Tastatur für ein Tablet: vier Monate“, gibt er ein Beispiel.

Die Klassensätze der Tablets, die bald im Unterricht genutzt werden sollen, und die Notebooks für die Lehrkräfte sind aber jetzt geliefert worden – soviel weiß die Elternpflegschaftsvorsitzende. Und ist gespannt, wie sich der Unterricht auch für ihren Sohn ändern wird in Zukunft.

Fürs Homeschooling jetzt besser gerüstet als im Frühjahr

Als sich der „worst Case“ auftat, beim Schul-Lockdown wegen Corona im Frühjahr 2020, waren ja auch die Eltern gefordert. Susanne Entrup erinnert sich mit Grausen daran zurück, wie lange es gedauert hatte, bis sie das Programm Teams installiert zuhause hatte. Aber falls Homeschooling noch mal eintreten müsste, fühlt sie sich nun besser gewappnet. Die Teamarbeit-App läuft nun, sie ist gelassen.

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Da hat Susanne Entrup Schlimmeres von anderen Eltern gehört. Manche brauchten zu Hause acht Programme, um mit jedem Lehrer kommunizieren zu können. Da hakt Knut Kasche noch einmal ein: Er spricht sich dafür aus, dass nicht jeder „sein eigenes Süppchen“ kocht, sondern, was die Software angeht, etwas einsetzt, das bei der Grund- wie auch bei der weiterführenden Schule eingesetzt werden kann. „Dann muss man nicht immer wieder bei Null anfangen.“

Langes Warten auf Wandel im „System Schule“

Insgesamt sieht Knut Kasche die digitale Besserung nahen für die Paulus-van-Husen-Schule. Nur allgemein hält er fest: „Im System Schule dauert es lange, bis es sich dem Wandel angepasst hat.

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