Legdener Frauen zeigen Herz für Marlon

Spendenaktion

"Hallo, mein Name ist Marlon Dülker. Ich bin sechs Jahre alt und ein besonderes Kind." So beginnt ein Spendenaufruf, der sieben Legdener "Mädels" ins Herz traf. Sie kennen Marlons Eltern. Deshalb wollen sie helfen. Und haben in ein paar Tagen schon ganz schön viel auf die Beine gestellt.

LEGDEN

, 14.12.2016, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Legdener Frauen zeigen Herz für Marlon

Markus und Karin Dülker mit ihren Kindern, der vierjährigen Sophia und Marlon, der das Angelman-Syndrom hat.

"Marlon ist am Angelman-Syndrom erkrankt", erzählt Maria Mathmann, eine der "Mädels", wie sich ihr Stammtisch nennt: "Eine Delfintherapie kann ihm vielleicht helfen." Die kostet Geld. Viel Geld, das Familie Dülker nicht hat.

Als die Legdener beim Stammtisch per Whatsapp von dem Spendenaufruf erfuhren, zögerten sie nicht. "Wenn man solchen Leuten nicht hilft, die im Ort wohnen, wem denn dann?", so Maria Mathmann. Die Familie lebt heute in Holtwick. Karin Dülker, geborene Mönsters, kommt aber aus Legden, ihre Familie wohnt dort, dort hat sie ihren Stammtisch.

Bratwurst und Selbstgemachtes

Möglichst viel Geld soll zusammenkommen, wenn die sieben "Mädels" am Samstag, 17. Dezember, ab 10 Uhr vor Edeka am Fliegenmarkt einen Stand aufbauen und Bratwürstchen verkaufen. "Wir bieten außerdem Selbstgemachtes an", so Maria Mathmann. Solange der Vorrat reicht. In diesen Tagen stehen die sieben Frauen und ihre Familien in der Küche, machen Eierlikör, kochen Marmelade und backen Brote, bereiten Blumensträuße vor, die sie verkaufen wollen. Ihr Motto: "Wir haben ein Herz und helfen".

Und sie sind unterwegs. Mit Erfolg. Einzelhändler haben Würstchen gespendet, Bäckereien werden die Brötchen dazu liefern. Bei Einzelhändlern wollen sie Spardosen aufstellen. "Wir wollen auch aktiv in Betriebe gehen und darum bitten, dass in der Frühstückspause eine Spardose rumgeht", erzählt die Legdenerin.

Von Aktion überwältigt

Markus Dülker ist ganz überwältigt von der Aktion. "Damit haben wir nie gerechnet", erzählt er. Seit vergangenem Mittwoch verbreitet seine Familie den Spendenaufruf im Bekannten- und Familienkreis und über soziale Netzwerke. Viele Anrufe gibt es seitdem. "Das überrennt uns gerade. Toll", sagt Dülker.

12000 bis 15000 Euro kostet die Delfintherapie in Curacao. Schon lange spielt das Ehepaar mit dem Gedanken, hat aber lange gezögert. Markus Dülker: "Es ist nicht leicht, bitte, bitte zu sagen." Denn aus eigener Kraft kann das Ehepaar die teure Therapie nicht finanzieren. Umbauten im Haus, die Marlon und seiner Familie das Leben erleichtern, haben Reserven verbraucht.

Entwicklungssprung

Doch dann haben sie wieder von Eltern anderer vom Angelman-Syndrom betroffenen Kindern gehört, wie positiv sich die Therapie ausgewirkt hat. "Die Kinder haben einen großen Entwicklungssprung gemacht." Das erhoffen sich Karin und Markus Dülker auch für Marlon.

Der Sechsjährige kann nicht sprechen und noch nicht laufen. "Er kann auch nicht koordiniert stehen", erzählt Markus Dülker von seinem Sohn, der seit dem Sommer in Haus Hall zur Schule geht. Wenn das besser würde, wäre das ein Riesenschritt. "Es würde vieles im täglichen Umgang einfacher machen, beim Anziehen zum Beispiel", erzählt er. Auch eine ruhigere Körpersprache wäre ein Wunsch.

Delfintherapie

Deshalb haben sie bei dem Verein Dolphin Aid die nötigen Anträge gestellt. Dort ist jetzt auch ein Spendenkonto eingerichtet. "Wenn die Hälfte zusammen ist, könnten wir einen Termin machen", sagt Dülker. Für zwei Wochen soll es nach Curacao in die Karibik gehen in ein Therapiezentrum, in dem auch Monika Lierhaus eine Delfintherapie gemacht hat.

In eineinhalb Jahren kommt Marlons Schwester Sophia in die Schule. Markus Dülker sagt: "Wir hoffen, dass es bis dahin klappt."

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