Legdener müssen auf ihren neuen Bürgermeister noch zwei Wochen warten

rnKommunalwahl 2020

Stichwahl! Die Legdener werden erst am 27. September wissen, ob ihr Bürgermeister Bernhard Laukötter oder Dieter Berkemeier heißt. Für Gerd Heuser reichte es nicht für den zweiten Wahlgang.

Legden

, 13.09.2020, 20:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einer Stichwahl hatte sogar noch am Wahlabend der amtierende Legdener Bürgermeister Friedhelm Kleweken gerechnet. Nicht aber mit so einem engen Ergebnis. Sie liegen nämlich dicht bei einander: CDU-Bürgermeister-Kandidat Bernhard Laukötter erreichte 43,2 Prozent der Wählerstimmen, der parteilose Dieter Berkemeier 41,2 Prozent. Gerd Heuser (UWG) bekam 15,6 Prozent der Stimmen und ist damit in der zweiten Runde nicht mehr dabei. Die Legdener mussten sich allerdings lange gedulden, bis das Ergebnis des ersten Wahlgangs der Bürgermeisterwahl vorlag.

Erst um 19.06 Uhr waren überhaupt die beiden ersten von zehn Stimmbezirken ausgezählt. Da aber erst die zur Landrats- und Kreistagswahl. Dann dauerte es noch einmal mehr als eine Stunde, bis das Endergebnis der Bürgermeisterwahl feststand. Manche der Zuschauer, die die Ergebnisse auf dem Bildschirm vor dem Rathaus verfolgen wollten, gaben zwischendrin schon auf.

Gerd Heuser räumt Niederlage ein

Schon beim Zwischenstand, den Resultaten aus sechs Wahllokalen, war aber für Gerd Heuser (UWG) klar, dass er keine Chance mehr auf eine zweite Runde hat. Er habe ein gutes Konzept gehabt, offen auch unbequeme Wahrheiten angesprochen, wie die großen Probleme, vor denen der Gemeindehaushalt stehe. Heuser: „Daraus habe ich nie einen Hehl gemacht, das wollen die Leute nicht hören, aber Schönrederei hilft nicht.“ Das gute Abschneiden der beiden Mitbewerber wertete Heuser auch als Ergebnis ihrer intensiven Vereinsarbeit außerhalb von Politik. Sein Resümee: „Es war offensichtlich eine Emotions- und keine Konzeptwahl.“

Bernhard Laukötter freut sich über seinen Vorsprung

Hoch erfreut über das Ergebnis war Bernhard Laukötter: „Mit einer Stichwahl war zu rechnen, aber ich freue mich, dass ich vorne liege.“ Jetzt heiße es „nochmal zwei Wochen ackern“. Aber wie möchte er dann in dieser Zeit punkten, mit welchen neuen Akzenten? Seine ersten Pläne: „Ich werde meine Themen noch deutlicher herausstellen, besonders das Thema Schulen, und noch deutlicher machen, wer ich bin, wofür ich stehe.“

Dieter Berkemeier freut sich über Final-Teilnahme

„Wir sind nah zusammen, ich bin zufrieden, dass ich ins Finale komme“, so Dieter Berkemeiers spontane Reaktion auf seinen eigenen und den Stimmenanteil von Bernhard Laukötter. Eine richtige Strategie für den zweiten Wahlkampf habe er aber noch nicht: „Da muss ich erst eine Nacht drüber schlafen, und dann auch die Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke genauer analysieren.“ Auf jeden Fall stehen „Hausbesuche“ auf seiner Agenda.

UWG muss herbe Niederlage einstecken

Die UWG musste an diesem Wahlabend aber noch einen weiteren Nackenschlag hinnehmen: Am Ende erreichte sie 24,3 Prozent und sank damit in der Legdener Wählergunst um 12,4 Prozent. Einen deutlichen Zugewinn von 9 Prozent konnte die SPD verbuchen. Mit insgesamt 25,8 Prozent ist sie vom Ergebnis her jetzt zweitstärkste Kraft im Gemeinderat und übernahm diese Position von der UWG.

Allerdings wirkt sich das nicht auf die Sitzverteilung im Rat aus: Beide, SPD und UWG, sind mit jeweils fünf Sitzen dort vertreten. Um 3,3 Prozent kletterte auch die CDU, die die Kommunalwahl in Legden mit 49,8 Prozent beendete und mit zehn Sitzen weiterhin die größte Ratsfraktion stellt.

Auch die Legdener wollen übrigens, dass Dr. Kai Zwicker seine Arbeit als Landrat des Kreises Borken fortsetzt: 74 Prozent der Wähler votierten für ihn.

Der größte Gewinner an diesem Wahltag ist in Legden aber die große Wahlbeteiligung: 68,7 Prozent der Wahlberechtigten gingen zur Urne.

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