Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Legdenerin verklagt Mitarbeiterin der Gemeinde – steht aber selbst vor Gericht

rnAmtsgericht Ahaus

Zwei Legdener sollen die Unterschrift auf einer Wohnungsgeberbestätigung gefälscht haben. Vor Gericht erscheint nur die weibliche Angeklagte. Ihr Verteidiger geht dabei in die Offensive.

Legden

, 08.01.2019 / Lesedauer: 2 min

Es war ein chaotischer Prozessauftakt am Montagmorgen am Ahauser Amtsgericht. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Legdener wegen gemeinschaftlicher Urkundenfälschung angeklagt. Doch der männliche Angeklagte sagte spontan krankheitsbedingt ab – ein Attest lag nicht vor, da er den Amtsarzt nach Auskünften seines Anwalts nicht bezahlen konnte. Der einbestellte Dolmetscher konnte seine Zelte daher ebenfalls wieder abbrechen.

Doch worum ging es eigentlich? Die weibliche Angeklagte lebt mit ihren Kindern in einer Legdener Wohnung und besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Durch einen Zufall erfuhr ihre Vermieterin jedoch davon, dass der Gemeinde Legden eine Wohnungsgeberbestätigung vorgelegt wurde – vermeintlich von ihr selbst unterschrieben und ausgestellt auf den männlichen Angeklagten. Von ihm hatte die Vermieterin allerdings noch nie gehört. Zum Hintergrund: Die Bestätigung braucht es, um seinen Wohnsitz in Deutschland anzumelden.

“Mein Mandant ist der deutschen Schrift nicht mächtig“

Die weibliche Angeklagte wollte zu dem Vorfall nichts sagen. Für den männlichen Angeklagten sprang sein Verteidiger ein: „Mein Mandant ist weder der deutschen Sprache und erst Recht nicht der deutschen Schrift mächtig. Ich weiß nicht, warum er hier ins Visier geraten ist.“ Die Schuld des Angeklagten schloss er kategorisch aus.

Stattdessen holte der Verteidiger zum Gegenschlag aus. „Die heute hier Angeklagte hat ihrerseits schon vor Monaten Strafanzeige gegen eine Sachbearbeiterin der Gemeinde Legden gestellt, da vertrauliche Daten illegal an die Ausländerbehörde des Kreises Borken weitergegeben wurden“, so der Anwalt. Den Vorwurf, der damit im Raum schwirrte, sprach er allerdings nicht aus.

Richterin setzt neuen Termin an

Die Richterin entschied, dass die Fortsetzung der Verhandlung unter diesen Umständen nicht zielführend sei und entschied, einen neuen Termin zu vereinbaren. Dort soll nicht nur der Angeklagte persönlich zu Wort kommen, sondern auch die Sachbearbeiterin der Gemeinde Legden.

Lesen Sie jetzt