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Legdenerin wegen zwei Zahnfüllungen vor dem Amtsgericht

Amtsgericht

Eine Legdenerin wollte die Kosten für zwei Zahnfüllungen nicht bezahlen. Es ging um 91,04 Euro. Deshalb landete sie jetzt wegen Betrugs vor dem Amtsgericht.

Legden

, 09.04.2019 / Lesedauer: 3 min
Legdenerin wegen zwei Zahnfüllungen vor dem Amtsgericht

Um einen Zahnarztbesuch ging es bei einer Verhandlung im Amtsgericht. © dpa

Zwei Zahnfüllungen brauchte eine 37-jährige Legdenerin. Sie wusste, dass diese nicht von der Krankenkasse bezahlt wurden. Die Rechnung beglichen hat sie dennoch nicht. Jetzt stand sie wegen Betrugs vor dem Amtsgericht. Warum sie die vergleichbar geringe Summe von 91,04 Euro nicht bezahlt hat, darüber gab es bei der Verhandlung im Amtsgericht zwei Sichtweisen.

„Es wurde gebohrt und gemacht“, so schilderte die Angeklagte dem Richter über ihren Besuch im Februar 2018 in der Ahauser Zahnarztpraxis. Dann habe die Zahnarzthelferin gesagt, die Füllung müsse bezahlt werden. Das würde rund 40 Euro kosten. Dem habe sie zugestimmt. Die Rechnung über 91,04 Euro, so die 37-Jährige, war dann aber höher.

Rechnung hätte bezahlt werden können

„Das sind kleine Beträge. Aber es ärgert richtig, warum man es nicht vorher gesagt hat.“ Die Frau lebt zwar von Arbeitslosengeld II, habe aber genügend Einkommen, um die Rechnung zu bezahlen, so ihr Verteidiger. Die 37-Jährige sagte, sie habe mit der Zahnarztpraxis wegen der Rechnung gesprochen: „Da wurde aufgelegt.“

Die Mitarbeiterin, die in der Praxis für die Verwaltung zuständig ist, schilderte das Geschehen anders. Während der Behandlung sei von zwei Füllungen gesprochen worden. Und von dem Eigenanteil, jeweils zwischen 40 und 60 Euro. Nach der Rechnung und zwei Mahnungen habe sie die Angeklagte telefonisch erreicht. „Sie sagte, sie sei im Urlaub und würde direkt danach überweisen“, so die Zeugin.

Es gab keine Mehrkostenvereinbarung

Als nichts passierte, habe sie Anfang August erneut angerufen. „Sie sagte, sie wolle gleich in die Praxis kommen und bezahlen“, so berichtete sie weiter. Als wieder nichts passierte, übergab sie die Angelegenheit dem Anwalt. Bei keinem der Gespräche, so die Vertreterin der Zahnarztpraxis, sei es darum gegangen, dass die Rechnung zu hoch sei.

„Das klingt ja nicht nach ,Ich kann, aber ich will nicht’“, zog der Richter ein Resümee. Glück hatte die Angeklagte, dass ihr keine schriftliche Mehrkostenvereinbarung vorgelegt wurde, die sie unterschrieben hätte. Da sie bisher nicht straffällig wurde, wurde das Verfahren gegen sie eingestellt. Die 91,04 Euro allerdings muss sie innerhalb von zwei Monaten bezahlen.

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