Lesen ist Kino im Kopf

Annette Otto und Margret Liebermann leiten Bücherei

Als Annette und Margret lesen lernten, war die Bücherei das Leseparadies, aus dem sie ihre Lieblingsbücher nach Hause nahmen. Heute, Jahrzehnte später, kommen Annette Otto und Margret Liebermann immer noch in die Bücherei - als Leiterinnen des 27-köpfigen Teams.

Legden

, 10.02.2017, 18:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lesen ist Kino im Kopf

Annette Otto und Margret Liebermann leiten die katholische öffentliche Bücherei in Legden.

"Man rutscht da so rein", sagt Annette Otto. Und meint sowohl die Arbeit in der katholischen öffentlichen Bücherei als auch das Ehrenamt an sich. "Man wächst mit dem Ehrenamt auf", sagt auch Margret Liebermann. Sie machen kein großes Aufheben um die Zeit, die sie in der und für die Bücherei am Kirchplatz verbringen. Denn vor allem macht es eins: Freude.

Gemeinsam geht es gut

Die beiden Frauen sind schon länger im Büchereiteam. 2013 übernahmen sie die Leitung von Gerti Steens. Alleine wollte keine von beiden die Aufgabe übernehmen. Beide waren berufstätig, Annette Otto ist Lehrerin an einer Grundschule, Margret Liebermann arbeitete bis vor Kurzem als kaufmännische Angestellte. Doch sich Arbeit und Verantwortung zu teilen: Das haben beide gerne gemacht.

Räume wurden renoviert

Es waren perfekte Startbedingungen. "Wir hatten die Chance, Geld zu bekommen", erzählt Annette Otto. Die Räume wurden damals renoviert. Neuer Fußboden, neue Regale, schicke Kindermöbel und ein frischer, heller Anstrich - und natürlich neue Bücher, Spiele und CDs. Damals bekamen sie Unterstützung vom Bistum Münster. Die Fachfrau brachte vor allem frischen Wind in die Regale und schmiss erst einmal rigoros vieles weg. "Wenn ein Buch drei Jahre lang nicht ausgeliehen wurde, muss es raus", war eine hilfreiche Ansage.

Bücher wegzuwerfen ist schwer 

Bücher wegzuwerfen - das ist für die beiden wie für so viele Menschen eine höchst schwierige Angelegenheit. "Man verbindet so viel mit Büchern", sagt Annette Otto, Erinnerungen an Urlaube, besondere Situationen, Gefühle... "Aber wir haben jemanden im Team, der das besser kann", sagt sie und lacht. Genauso wie es jemanden gibt, dem es Spaß macht Kindergarten- oder Schulgruppen durch die Bücherei zu führen.

Insgesamt teilen sich 27 Ehrenamtliche, darunter zwei Männer, den Dienst in der Bücherei und die Betreuung des Bücherschranks im Dahliengarten. Die beiden Leiterinnen sind für Buchbestellungen zuständig, kümmern sich um Veranstaltungen und andere organisatorische Dinge.

5132 Bücher, CDs, Spiele, Zeitschriften

5132 Medien gibt es zurzeit, davon sind 2622 Kinder- und Jugendbücher. "Die Kinderbücherei bildet den Schwerpunkt", so Margret Liebermann. "Wenn Kinder eineinhalb, zwei Jahre alt sind, kommen viele junge Familien regelmäßig." Vor allem sonntags nutzen viele das Angebot. "Da gibt es so richtige Vielleser, die gehen mit einem ganzen Stapel nach Hause", so Margret Liebermann. Auch Väter, so berichten die Büchereileiterinnen, kommen vermehrt: "Da ändert sich was".

Trends und neuen Lesetipps sind die beiden immer auf der Spur. Hilfe finden sie immer wieder in einer Ahauser Buchhandlung. Seit Neuem veröffentlichen sie ihre Lesetipps an einer Pinnwand. Jetzt testen sie gerade, wie Fachzeitschriften zu Themen wie Garten oder Basteln ankommen. Und bei der Woche der Bibliotheken im März wollen sie erstmals mitmachen.

In andere Welten abtauchen

Was bedeutet Lesen für die beiden Büchereifrauen? "Lesen ist Kino im Kopf", sagt Annette Otto. Wer nur Bilder sehe, entwickele keine eigenen Vorstellungen. Und Margret Liebermann erzählt, dass sie beim Lesen in andere Welten abtaucht und dabei entspannt. Die Vorlieben sind breit gestreut. Krimis, historische Bücher, aber auch Biografien nennt Annette Otto. Nach einer Empfehlung gefragt, überlegt sie nur kurz. "Die Tuchvilla" von Anne Jacobs. Margret Liebermann mag Bücher von Ulla Hahn und ist von Hanns-Josef Ortheil fasziniert: "Solche Bücher bleiben im Gedächtnis."

Öffnungszeiten: Sonntag 10 bis 11.45 Uhr, Mittwoch 16.30 bis 18 Uhr.

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