Marlon Dülker bekommt Delfintherapie

Zahlreiche Spenden

Der Aufenthalt für Familie Dülker in diesem Sommer wird kein Urlaub, sondern harte Therapie-Arbeit - vor allem für Sohn Marlon. Dennoch ist die Vorfreude der Holtwicker Familie groß.

LEGDEN/HOLTWICK

von Von Manuela Reher

, 03.02.2017, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marlon Dülker bekommt Delfintherapie

Markus und Karin Dülker mit ihren Kindern, der vierjährigen Sophia und Marlon, der das Angelman-Syndrom hat.

Zwei Wochen lang werden die Eltern Karin und Markus Dülker mit ihren Kindern Marlon (6) und Sophia (4) auf Curacao, einer Insel der niederländischen Antillen, verbringen. Marlon wird mit Delfinen auf Tuchfühlung gehen.

Der Sechsjährige leidet am Angelman-Syndrom, einem Defekt auf Chromosom 15. Das hat körperliche und geistige Auswirkungen auf den - dennoch fröhlichen - Jungen. Seine Eltern erhoffen sich von der Delfin-Therapie, dass sich der Zustand ihres Sohnes verbessert, dass er ruhiger wird, um noch mehr zu lernen.

Zehn Stunden Flug

Im Sommer startet die Familie von Amsterdam aus in Richtung Karibik. Zehn Stunden Flug liegen vor den vier Holtwickern. "Wir haben extra einen Direktflug gebucht, um uns die Reise zu erleichtern", sagt Markus Dülker.

Möglich wird die Therapie für Marlon durch den großen Erfolg einer Spendenaktion. "Wir sind noch immer überwältigt von der Resonanz auf unseren Spendenaufruf", sagt Karin Dülker, und sie fügt hinzu: "Wir haben viele Spenden bekommen - auch von Menschen, die wir zuvor gar nicht kannten. Jeder Euro ist wichtig. Es spielt überhaupt keine Rolle, wie viel Geld jemand gespendet hat. Wir sind unendlich dankbar für alle Spenden."

Großzügige Spender

Der Bayern-Fanclub aus Asbeck und weitere Fußballfreunde hätten sich unglaublich großzügig gezeigt. Es sei insgesamt sogar mehr Geld zusammengekommen, als für die Reise im Sommer benötigt wird. Der Geldbetrag, der jetzt nicht verbraucht werde, komme Marlon zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls zugute. Karin Dülker zeigt sich begeistert: "Wir haben einmal bitte gesagt, und sagen jetzt tausend Mal danke."

Das Ehepaar Dülker hat bereits mit dem Therapie-Zentrum auf Curacao, 60 Kilometer von Venezuela entfernt, Kontakt aufgenommen. Wenn Marlon mit der Therapie beginnt, wissen die Therapeuten vor Ort bereits über Marlons aktuellen Krankenstand Bescheid. Täglich werden sich dort drei Therapeuten um den Jungen aus Holtwick kümmern und ihn mit den Delfinen in Kontakt bringen.

Zugang zu Menschen

Delfine sind intelligente und sehr soziale Wesen, teilt das Therapie-Zentrum mit. Die Wissenschaft belege, dass die Interaktion mit Delfinen die Aufmerksamkeitsspanne des Patienten bis zu vier Mal erhöhen kann. Darüber hinaus besitzen Delfine die einzigartige Fähigkeit, Zugang zu Menschen zu finden und beruhigend auf sie einzuwirken. Delfine akzeptieren Menschen mit besonderen Bedürfnissen bedingungslos.

All das soll der Schlüssel dazu sein, dass es Marlon bald besser geht. Seine kleine Schwester Sophia wird im Therapie-Zentrum auf Curacao in eine Kinderbetreuung gehen, damit seine Eltern an einem Seminar teilnehmen können. In dem Lehrgang werden sie lernen, wie sie Marlon auch nach der Zeit auf Curacao zu Hause weiter unterstützen können.

Ferienwohnung

Die Familie lebt während ihres Aufenthalts in einer Ferienwohnung und muss sich selbst versorgen. Nur die Kosten für den Flug, die Unterkunft und die Therapie werden von den Spendengeldern beglichen.

Karin Dülker: "Wir können immer noch nicht glauben, dass wir im Sommer endlich im Delfin-Therapie-Zentrum sind." Die Einrichtung auf der Insel Curacao haben sie ausgewählt, weil sie ihnen von Eltern eines Kindes mit Angelman-Syndrom bei einem deutschlandweiten Treffen des Angelman-Vereins empfohlen worden ist. Die Delfine auf Curacao würden im Meer leben und artgerecht gehalten werden.

Stammtischtreffen

Die Familie Dülker trifft sich regelmäßig mit anderen Familien aus dem Umkreis, die ebenfalls ein Kind mit Handicap haben. An jedem ersten Mittwoch im Monat um 20 Uhr trifft sich der Stammtisch in der Gaststätte Mersmann in Coesfeld, Letter Straße 26, zum Erfahrungsaustausch. Jeder Interessierte ist willkommen.

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