Mehr als 100 Forellen schwimmen tot im Teich

Wasser aus Asbecker Mühlenbach

Schreck in der Morgenstunde für Gerd Heuser. In seiner Teichanlage schwammen am Freitagmorgen mehr als 100 tote Forellen, am Abend war noch alles in Ordnung gewesen. Eine Wasserprobe ergab einen hohen Ammoniumgehalt von über 0,9 mg/l.

Legden

, 01.07.2016, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dies ist nur ein Teil der toten Fische, die Gerd Heuser aus seinem Teich fischte.

Dies ist nur ein Teil der toten Fische, die Gerd Heuser aus seinem Teich fischte.

"Das weist auf eine Einleitung hin", sagte Heuser. Seine Teichanlage wird vom Asbecker Mühlenbach mit Frischwasser gespeist. Am Klärwerk Legden wurde in der Dinkel eine Vergleichsprobe genommen. Hier lag der Wert bei knapp unter 0,2 mg/l. Zur Ursache gab es gestern noch keine Hinweise. Die Untere Wasserbehörde beim Kreis Borken geht der Sache nach.

Unerwartete Katasstrophe

Noch am Donnerstagabend war kein einziger toter Fisch zu sehen, "Nach dem Hochwasser der vergangenen Woche hatten sich die verbliebenen Fische und auch der Mühlenbach gut erholt", so Heuser. Deshalb hatte er am Donnerstag die Frischwasserzufuhr wieder auf Normalbetrieb eingestellt. "Die Katastrophe in Teich und Mühlenbach war dann auch unerwartet", sagt der Legdener.

Koi-Karpfen unempfindlich

Weit über 100 tote Forellen hat er aus dem Teich gefischt. Etliche Fische waren bereits beim Hochwasser verschwunden. Die wenigen Koi-Karpfen, die nach dem Hochwasser nicht abgetrieben worden waren, waren dagegen alle munter. "Bachforellen sind die empfindlichsten Fische. Sie vertragen keinen Sauerstoffmangel", erläutert Willi Hölscher. Der Vorsitzende des Angelsportvereins Legden sah sich gestern vor Ort um. Von weiteren Vorfällen hatte er gestern nichts erfahren. Insgesamt sei dies das dritte Fischesterben in diesem Jahr in Legden. "Die Dinkel ist leer", sagte er gestern. Der Fischbestand sei stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Schlechter Fischbestand

Nachdem der ASV im Frühjahr wie gewohnt junge Forelle in den Legdener und den Asbecker Mühlenbach eingesetzt hatte, war es zu einer ersten Einleitung im Legdener Mühlenbach gekommen. "Wir haben dann das Wasser prüfen lassen und noch einmal besetzt", erläutert er. Dann kam es zu weiteren Gülleeinleitungen.

Einige Wochen später hat der Verein, auch wegen eventueller Schadenersatzansprüche, die Dinkel an fünf Stellen elektrisch abfischen lassen, um den Fischbestand zu kontrollieren. "Der Bestand war total auf Null", so Willi Hölscher. Dass jetzt bei dem Hochwasser mit den hohen Fließgeschwindigkeiten weitere Fische abgetrieben worden sind, macht die Situation nicht besser. Angeln ist derzeit nicht angesagt.

Der Angelsportverein Legden will deshalb außer der Reihe im Herbst die Dinkel mit Fischen besetzen. Dafür wird jetzt ein Antrag auf Fördermittel bei der Landwirtschaftskammer NRW gestellt.

 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt