Mehr als einhundert Bäume fallen in einer einzigen Woche

Waldgebiet Heying Esch

Vier Mann, drei Motorsägen und schweres Gerät - so kriegt man in einer Woche einen Wald klein. Seit Montag haben die Fällarbeiten im Heying Esch richtig Fahrt aufgenommen, am Freitag werden vermutlich nur noch zwei Bäume stehen.

LEGDEN

, 14.01.2015, 17:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mehr als einhundert Bäume fallen in einer einzigen Woche

Ein Warnschild weist auf die Baumfällung hin.

Über 100 Buchen und etliche Kiefern werden dann gefallen sein, "rund 300 Festmeter Holz", schätzt Bernhard Brüggemann, der mit einem Schlepper die Stämme aus dem Wald zieht. Die ältesten Buchen sind bereits über 100 Jahre alt - und damit schlagreif, wie Clemens Freiherr von Oer betont. Ihm gehörte der Wald bislang. Und ihm obliegt die Ernte des Holzes.

Und gibt es vor Ort noch Proteste? Schließlich hatte die Entscheidung, 37000 Quadratmeter Wald für die Erweiterung des Gewerbegebietes Heying Esch zu roden, 2012 hohe politische Wellen geschlagen. In einem Ratsbürgerentscheid hatten sich am Ende 57 Prozent der Legender für die Rodung ausgesprochen. Bernhard Brüggemann und sein Kollege Erich Niehues schütteln mit dem Kopf: "Nein, hier bei uns hat sich noch niemand beschwert."

Freiherr forstet auf

Für den verloren gegangenen Wald wird es Ersatz geben. Für jeden Quadratmeter werden 1,89 Quadratmeter neuer Wald aufgeforstet, das sind insgesamt 68000 Quadratmeter. Größtenteils werden diese Flächen von Clemens Freiherr von Oer zur Verfügung gestellt, unter anderem in Ammeln und in Nienborg. Der Freiherr organisiert auch die Ersatzaufforstung und trägt die Kosten dafür. Für einen kleineren Teil der Ersatzaufforstung am Legdener Mühlenbach zeichnet die Gemeinde verantwortlich.

Und warum bleiben im Heying Esch zwei Bäume vorerst stehen? Wegen der Fledermäuse. Landschaftsökologin Eva Kemper hatte vor Beginn der Fällarbeiten in 13 Bäumen Höhlen ausgemacht, in denen Fledermäuse Winterschlaf halten könnten (Münsterland Zeitung berichtete). Eine Untersuchung mit Endoskopen zeigte aber, dass die meisten Höhlen unbewohnt sind.  Zwei von ihnen aber waren so tief, dass nicht geklärt werden konnte, ob dort Fledermäuse schlafen. "Fledermauskot aber deutet auf Bewohner hin", so Kemper. Darum werden diese beiden Buchen demnächst scheibenweise abgetragen, um die Höhlen mit den schlafenden Fledermäusen umsiedeln zu können.Fläche frei für Vermarktung

Im nächsten Schritt wird die Gemeinde die verbliebenen Baumstumpen entfernen lassen. Bis zum Frühjahr soll die Fläche frei für die Vermarktung sein, erklärte gestern Bürgermeister Friedhelm Kleweken. Bereits jetzt haben sich einige Unternehmer als Interessenten gemeldet.

Beim Zuschnitt der Gewerbegrundstücke zeigt sich die Gemeinde noch flexibel und will sich nach den Wünschen der Unternehmen richten. Aufwendige Erschließungsarbeiten sind nicht erforderlich, da die Fläche bereits von drei Seiten erschlossen ist. "Theoretisch könnten die Firmen schon im Herbst mit Bauarbeiten beginnen", so Bürgermeister Kleweken.

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