Mutter übergibt 846 Unterschriften für mehr Sicherheit auf dem Schulweg in Legden

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846 Unterschriften sind es geworden. 846 Unterschriften von Menschen, die sich mehr Sicherheit für den Schulweg der Brigidenschüler wünschen. Was das bringt, ist aber noch völlig unklar

Legden

, 09.01.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Helena Gründel hat die Unterschriften seit Ende September in Legden gesammelt und am Dienstag an Bürgermeister Friedhelm Kleweken übergeben. Der freut sich zwar über ihr Engagement, dämpft aber gleichzeitig die Erwartungen. Für verkehrsrechtliche Anordnungen sei ja erst einmal der Kreis Borken zuständig. Dorthin sollen die Unterschriften weitergeleitet werden. „Wir sind mit dem Kreis in enger und guter Zusammenarbeit“, erklärt der Bürgermeister.

„In Legden könnte man doch gut zur Schule laufen“

Helena Gründels (28) Tochter geht im Moment noch in die erste Klasse der Brigidenschule. Sie ärgert sich über viele Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto fast bis in den Klassenraum bringen wollen. „Legden ist doch nicht so groß, da könnte man doch auch gut laufen“, sagt sie. Doch immer wieder hat sie beobachtet, dass Eltern – oft mit großen Autos – nicht auf den Schülerverkehr vor der Schule achten. „Die setzen einfach zurück und gucken nicht, wo sie hinfahren“, erklärt sie. Spätestens seit ihrer Unterschriftensammlung könne sie zahllose Autofahrer benennen, die sich rücksichtslos verhalten. „Dabei gibt es doch auch in der Umgebung genügend Parkplätze. Man müsste also nicht bis vor die Schultür fahren“, erklärt sie.

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Ein Problem, das auch Bürgermeister Friedhelm Kleweken erkennt: „Keine Frage, das Verhalten der Eltern hat sich über die Jahre verändert“, sagt er. Gerade zwischen 7.35 und 8 Uhr am Morgen, also kurz bevor die Schule beginnt, komme es auf den Straßen rund um die Brigidenschule zu einer regelrechten Rushhour.

Gemeinde und Kreis haben schon etwas gemacht

Doch die Gemeinde sei zusammen mit dem Kreis ja schon tätig geworden: Er spricht über Tempolimits oder Einengungen durch Betonkübel. „Die Schulwegsicherung ist natürlich immer ein Thema für uns“, erklärt er. Auch der Bezirksbeamte der Polizei stehe regelmäßig vor der Schule und kontrolliere den Verkehr. Mit direkt spürbarem Ergebnis: „Steht er dort, verhalten sich die Autofahrer direkt umsichtiger“, erklärt der Bürgermeister. Er appelliert aber auch an die Eltern der Schüler: „Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung ruft jeden zu Rücksichtnahme und Vorsicht auf“, sagt er. Dass das eben oft nicht funktioniere, liege an jedem einzelnen Autofahrer, der sich falsch verhält.

Mutter übergibt 846 Unterschriften für mehr Sicherheit auf dem Schulweg in Legden

Nach Schulbeginn ist auf der Wibbeltstraße nicht mehr viel los, doch morgens entsteht dort regelmäßig Verkehrschaos. © Stephan Teine

Helena Gründel schweben gleich mehrere Lösungen vor: eine Bannmeile für Autos rund um die Schule, Fahrradsicherheitsstreifen, breitere Fußwege – sie hat sich eingehend mit der Sicherheit auf dem Schulweg beschäftigt. Wie und ob die Vorschläge umgesetzt werden können, mag Friedhelm Kleweken am Dienstag aber noch nicht abschätzen. Wie gesagt, der Kreis ist zuständig. Er verweist auf die Verkehrsschau: Das Gremium, in dem Gemeinde, Ordnungsamt, Kreis und Polizei zusammen den Verkehr im Ort in den Blick nehmen. „Wir suchen gemeinsam nach Lösungen“, sagt er.

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Auch in der Schule wird das Thema immer wieder angesprochen. Regelmäßig würde auch die Schule darum werben, dass Eltern vorsichtig vor der Schule fahren, oder ihre Kinder am besten zu Fuß zum Unterricht gehen lassen: „Das wird auf jedem Elternabend erklärt“, sagt Helena Gründel. Es zeige aber offenbar nur wenig Wirkung.

Ihr geht es gar nicht nur um die Sicherheit auf dem Schulweg: „Wenn die Kinder nicht alleine zur Schule gehen, wie sollen sie da die Selbstständigkeit im Verkehr lernen?“ Sie freut sich darüber, dass sie mit ihrer Unterschriftensammlung auf breite Zustimmung gestoßen ist – selbst wenn sie ihr eigentlich gestecktes Ziel von 1000 Unterschriften knapp verfehlt hat.

Was ihr Einsatz bringen wird, erlebt Helena Gründel bestenfalls noch aus der weiten Entfernung: Ende Januar verlässt sie Legden in Richtung Süddeutschland. Sie zieht in die Nähe von Garmisch-Partenkirchen.

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