Natur neben der Straße

Legden Rauschender Straßenverkehr und idyllische Natur - diese Begriffe sind so widersprüchlich, dass sie sich nur schwer in einem Atemzug nennen lassen. Anschauen ist da schon leichter - etwa neben der Legdener Umgehungsstraße. Dort hat der Landesbetrieb Straßen jetzt auch die letzten Ausgleichsflächen fertiggestellt.

06.10.2008, 18:06 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Hinten die Mitte 2003 fertiggestellte Straße, vorne die im Februar gepflanzten Gehölze im Herbstkleid - der Ausgleich für den Eingriff in die Natur.  Lüttich-Gür</p>

<p>Hinten die Mitte 2003 fertiggestellte Straße, vorne die im Februar gepflanzten Gehölze im Herbstkleid - der Ausgleich für den Eingriff in die Natur. Lüttich-Gür</p>

Fünf Jahre nach der Einweihung der 2,3 Kilometer langen Straße ist das nicht gerade schnell. "Das lag aber nicht an uns", versichert Josef Brinkhaus, Sprecher der Behörde mit Sitz in Coesfeld. Ein langfristiger Pachtvertrag mit einem Landwirt habe einer früheren Umsetzung der Ausgleichsmaßnahme im Weg gestanden.

Was lange währt, wird endlich gut - auch im Bader Esch. Das stellt jeder Autofahrer fest, der auf dem Weg an Legden vorbei das Tempo drosselt oder noch besser gleich ganz anhält: Auf einer 3,8 Hektar großen Fläche ist ein abwechslungsreiches Biotop entstanden: tief grünes Weideland mit einer Wasserfläche, eine Wallhecke, einige Obstbäume und andere heimische Gehölze, die - acht Monate, nachdem sie eingepflanzt wurden, ihr farbenfrohes Herbstkleid tragen. Hinzu kommen kleinere Anpflanzungen am Straßenrand und am Mühlenbach, der die Straße kreuzt. 64 000 Euro habe die Gestaltung der Flächen als naturnahes Ökosystem gekostet, berichtet Brinkhaus - angesicht der Gesamtkosten der Umgehungsstraße von 2,5 Millionen Euro eher bescheiden.

Ausgleich vor Ort

Als besonders wirkungsvoll nennt Brinkhaus die direkte Nachbarschaft zur bereits bestehenden Ausgleichsfläche, die die Gemeinde Legden angelegt hat. "Wir versuchen ohnehin den Eingriff in die Natur möglichst vor Ort auszugleichen", betont der Sprecher von Straßen.NRW. In diesem Fall habe sich das durch die Nähe zum bestehenden Biotop in besonderer Weise angeboten.

Dass es auch anders geht, hat die Gemeinde Legden erst vor wenigen Wochen gezeigt: Nachdem sie einen Waldstreifen im Heying Esch beseitigt hatte, um Platz für neue Gewerbeansiedlungen zu schaffen, hat sie nicht den Ausgleich vor Ort gesucht, sondern im fernen Rhede. Dort wird nun auf einer Fläche von 12000 Quadratmetern naturnahern Wald angebaut (Münsterland Zeitung berichtete). sy-

Lesen Sie jetzt