Neue Zeiten in der Legdner Bücherei

Preisgeld gut investiert

. „Benjamin Blümchen“ und Co. haben ausgedient. Zu finden sind die Kinder-Klassiker in der katholischen Pfarrbücherei aber weiterhin, nicht mehr auf Kassette, sondern nur noch als CD.

Legden

, 15.12.2017, 18:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Preisübergabe in der Bücherei: Sparkassen-Filialleiter Stefan Fleige (2.v.r.) übergibt Bücherei-Leiterin Margret Liebermann (l.) den Ehrenamtspreis. Mit ihr freuen sich Rita Hoffmann und Bürgermeister Friedhelm Kleweken.

Preisübergabe in der Bücherei: Sparkassen-Filialleiter Stefan Fleige (2.v.r.) übergibt Bücherei-Leiterin Margret Liebermann (l.) den Ehrenamtspreis. Mit ihr freuen sich Rita Hoffmann und Bürgermeister Friedhelm Kleweken. © Hildebrand-Stubbe

Bereits seit 1862 hat die Bücherei St. Brigida in der Nähe der Kirche ihre feste Adresse. Längst aber sind es nicht nur Bücher, die hier ausgeliehen werden können, sondern auch Spiele, digitale Tonträger und vieles mehr. Aus rund 5000 Medien – 3000 davon im Kinder- und Jugend-Bereich – können die Nutzer auswählen.

Und das seit Jahren in fachlicher Begleitung durch das Leitungsteam Margret Liebermann und Annette Otto sowie ihre rund 23 Mitarbeiter. Ein ehrenamtliches Engagement, das die Sparkasse Westmünsterland jetzt mit dem „Bürgerrpreis“/Ehrenamtsauszeichnung und 1000 Euro würdigt, und damit einem Vorschlag von Bürgermeister Friedhelm Kleweken folgt. Dieser hatte vom diesjährigen Motto der Auszeichnung gehört und es als genau zugeschnitten auf die Bücherei-Mannschaft gewertet: „Vorausschauend engagiert – real, digital, kommunal.“

In neue Medien investiert

Am Freitag übernahm es Legdens Sparkassen-Filialleiter Stefan Fleige zusammen mit dem Bürgermeister, den Preis zu übergeben. Einen Teil des Preisgeldes hat Leiterin Margret Liebermann dann sofort in die neuen Medien investiert und zahlreiche neue CDS, aber auch Tiptoi-Bücher angeschafft. Darunter CDs mit „Benjamin Blümchen“, aber auch mit neuen Helden wie den „Olchis„ zum Beispiel. Dass man mit dieser Umstellung relativ spät dran ist, weiß die Bücherei-Leiterin, hat dafür aber eine einfache Erklärung: „Die alten Kassetten waren bislang immer noch sehr gefragt, wir haben uns ja selbst gewundert.“

Aus für Karteikarten

Der Übergang in moderne Zeiten ist damit aber noch nicht beendet. Bereits seit einem halben Jahr bemüht sich die Bücherei, den kompletten Bestand zu erfassen und ihn mit sogenannten Barcodes auszustatten. Ein aufwendiger Prozess. Ab Mitte Februar nämlich sollen dann die bisherigen Leihkarten Vergangenheit sein und stattdessen die Ausleihe im Scan-Verfahren realisiert werden. Mitarbeiterin Rita Hoffmann, die den Umstellungsprozess mit durchführt: „Die jungen Leute fanden die Kärtchen allerdings immer ganz toll.“

Auch über eine eigene Homepage, auf der die wichtigsten Basis-Informationen der Bücherei festgehalten werden, wird bereits nachgedacht. „Das Bistum hat das signalisiert, allerdings eine kleinere Version“, sagt Margret Liebermann. Rund 3000 Euro fließen jährlich aus dem Bistums-Topf in die Legdener Bücherei.

An zwei Tagen (Sonntag und Mittwoch) können die Bücherei-Besucher jetzt aus einem erweiterten Bestand auswählen. Und für diejenigen unter ihnen, die dann die alten Kassetten vermissen werden, gibt es einen Trost. „Wir werden einen Korb zusammenstellen, aus dem sich dann jeder bedienen kann“, verspricht die Leiterin.

Mit dem Deutschen Bürgerpreis würdigen Bundestagsabgeordnete, Städte, Gemeinden und Landkreise sowie Sparkassen ehrenamtliche Akteure vor Ort. Das Motto des Bürgerpreises 2017: „Vorausschauend engagiert: real, digital, kommunal“. Mit 1000 Euro beteiligt sich die Sparkasse Westmünsterland.
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