Nur ein Stück Metall?

Geschichte hinter Flugzeugabstürzen

Seit 1992 ist Martin Kösters schon auf der Suche nach Überresten der Flugzeugabstürze rund um Legden während des Zweiten Weltkriegs. Dabei geht es dem 49-Jährigen nicht um die Jagd nach Souvenirs, vielmehr interessieren den Legdener die Schicksale hinter den Trümmerteilen. So hat er bereits einige gute Kontakte zu Angehörigen der damaligen Flugzeugbesatzungen in Kanada und Australien geknüpft.

LEGDEN

, 22.04.2015, 18:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Recherchen in Archiven, Funde auf den Feldern, kleine Zufälle, die aus vielen Puzzleteilen das große Ganze formen - bei seiner Suche nach Informationen zu den abgestürzten Flugzeugen braucht Martin Kösters viel Geduld. "Einen ersten Anhaltspunkt findet man in den Gemeindearchiven", erklärt der Legdener im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Hier sind zumindest die Absturzmeldungen verzeichnet. Doch dann beginnt die eigentliche Arbeit.

"Auch wenn der Krieg schon 70 Jahre vorbei ist, findet man heute immer noch Teile der abgestürzten Maschinen", erzählt Kösters. Teilweise sogar an der Oberfläche. Dabei seien die Teile oft nicht von einem Stein oder alten Holzstück zu unterscheiden. Schlägt der Metalldetektor aus, besteht zumindest die Möglichkeit, dass es sich um ein Trümmerteil handelt. "Erst nach der gründlichen Reinigung und ein paar Wochen im Elektrolysebad weiß ich, ob es ein Flugzeug- oder Ausrüstungsgegenstand ist oder einfach nur ein Metallteil von einem Trecker oder so", erklärt Kösters. Handelt es sich tatsächlich um ein Stück vom Flieger, kann man es oft anhand der Teilenummer zuordnen - wenn sie denn noch lesbar ist.

"Broken Wings"

"Die Scheibe war ziemlich verbogen, als ich sie gefunden habe", berichtet Kösters weiter. Sie zählt zu seinen größten Funden. Nach eingehender Recherche in verschiedenen Archiven konnte Kösters die Skala eines Drehzahlmessers einem Handley Page Halifax Bomber der kanadischen Staffel 433 zuordnen, der in Wehr abgestürzt ist.

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Bei seiner Suche auf den Feldern erhält Kösters immer wieder Hinweise von Anwohner -die den Absturz damals mitbekommen oder von ihren Eltern davon gehört haben. "So erhalte ich immer wieder neue Hinweise, denen ich nachgehen kann", so Kösters.

Über seine Fortschritte berichtet Martin Kösters in der Facebook-Gruppe "Broken Wings - Zeitgeschichte in Legden", die sich vor allem mit dem Luftkrieg 1939 bis 1945 rund um das Dahliendorf befasst. Später möchte er ein Buch veröffentlichen.

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