Ofenmuseum ist Geschichte

Dauerleihvertrag gekündigt

Die gusseisernen Öfen sind mit Folie umwickelt. Umzugkartons stehen bereit. Hans Hoffmeister blickt sich um - schweren Herzens. Seit Kurzem transportiert er seine Sammlung ab. Das Feuerstättenmuseum in Asbeck gibt es nicht mehr. "Das vielversprechende Projekt ist zu unserem großen Bedauern gescheitert", sagt der Sammler.

ASBECK

, 28.04.2017, 19:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Es war nie unsere Absicht, den Dauerleihvertrag zu kündigen und das Feuerstättenmuseum im hohen Alter noch einmal neu zu verorten", sagt Hans Hoffmeister. Immerhin 140 Öfen, Brennstellen und Herde, außerdem 750 weitere Exponate hatten er und seine Frau Carmen nach Asbeck in vier historische Fachwerkgebäude gebracht. 40 Jahre hat das Ehepaar gesammelt. "Das ist unser Lebenswerk", sagt der 68-Jährige.

Doch nach zehn Jahren ist der Dauerleihvertrag mit dem Heimatverein Asbeck ausgelaufen. Hans Hoffmeister sagt: "Wer die einzigartige Ausstellung kennt, wird nicht bezweifeln, können, dass wir stets darum bemüht waren, den Heimatverein, die Gemeinde und die Region zu fördern. Seit März 2015 wurde uns jedoch klar, dass sich die Voraussetzungen grundlegend geändert haben und die Sammlung in Asbeck keine Zukunft hat."

Freilichtmuseum Schwerin

Lange hat er gesucht nach einem Ort, nach einem Museum. Jetzt steht fest, dass die Sammlung zum Freilichtmuseum der Stadt Schwerin geht, dort aber erst einmal in einem Depot eingelagert wird. "Ob ich es noch erlebe, dass sie wieder ausgestellt werden, weiß ich nicht", sagt Hans Hoffmeister. Es sind schwere Wochen für das Ehepaar, das spürt man beim Rundgang durch die beiden Speichergebäude, wo alles nach Auflösung aussieht.

In der offenen Feuerstelle liegt noch Asche, daneben Feuersteine. Doch hier wird es kein Feuer mehr geben. Bereits leer geräumt ist die Wassermühle, wo die Exponate vielleicht am meisten gelitten haben. Optimal waren die historischen, nicht beheizten Gebäude nicht für die Öfen aus Guss und Metall, da sind sich der Leihgeber und der Heimatverein einig.

Umzug steht an

Zwei große Transporter sind bereits nach Mecklenburg-Vorpommern gegangen. Mit sechs weiteren rechnet der Sammler. Viel Arbeit für Hans Hoffmeister. Er packt die Objekte selbst ein und überwacht jeden Transport, für die eigens Holzkisten gebaut wurden. Die Öfen bestehen aus vielen Teilen. Bis zu 80 sind es, die sich wie in einem Puzzle zusammenfügen. "Ein normales Umzugsunternehmen wäre nicht geeignet", sagt Hoffmeister und ist überzeugt: "Es wird Schwund geben." Das ganze Jahr noch wird der Umzug in Anspruch nehmen.

Im Torhaus, dem am besten renovierten und beheizbaren Gebäude ist noch fast alles unverändert. Hier ist nachzuvollziehen, wie das Sammlerehepaar anhand der Öfen und Herde die Bedeutung des Feuers für den Menschen durch die Jahrhunderte klar macht. Für Hoffmeister ist die Sammlung, die er einzigartig in Deutschland nennt, auch zeitgemäß. Viele der Exponate zeigen, wie Energieeffizienz und Ressourcenschutz die Ofenbauer antrieb. Hoffmeister öffnet die Tür zu einer winzigen Brennkammer. "Mit ein, zwei Briketts konnte man 24 Stunden heizen." Da kann man von den Vorfahren noch lernen.

Keine Führungen mehr

Der Heimatverein hat vor Kurzem die Informationen zum Feuerstättenmuseum von der Homepage entfernt. Führungen wird es nicht mehr geben. Vielleicht ist es das letzte Mal, dass Hoffmeister seine Sammlung vorstellen kann. Und so erzählt er noch einmal von den Kriegs- und Notöfen, zeigt auf seltene Motive wie die Loreley, begeistert sich für den Erfindungsgeist der Menschen beispielsweise beim Kaffeerösten.

"Das ist ein hochfachliches Gebiet", betont Hoffmeister. Viel Stoff zur Forschung bieten die Öfen und Herde. Eigentlich wollte er ein Buch über seine Sammlung schreiben. Doch dafür hat er jetzt keine Ruhe. Erst einmal muss er das Kapitel Asbeck abschließen.

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