Palmen, Bananenstauden und Kinder der Luft: Ein Ausflug in die Subtropen

rnSchöne Gärten

Hanfpalmen aus dem Himalaja wachsen neben den Kindern der Luft aus Südamerika. Und Dahlien stehen auch im Garten bei Ulrike und Günter Seringer. Ein Ausflug in die Subtropen in Legden.

Legden

, 19.07.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Draußen das Münsterland – hinter der Tür subtropisches Flair: Bei Familie Seringer kann man in wenigen Schritten durch Welten wandern. Gärtnermeister Günter Seringer weiß, was wo wächst und gedeiht. Und da sind Palmen noch nicht die exotischsten Gewächse unter denen, die man vielleicht im Westmünsterland eigentlich nicht vermutet.

„Tor auf – und 365 Tage Urlaubsgefühl“

„Tor auf – und 365 Tage Urlaubsgefühl“, sagt der Legdener. Denn selbst im Schnee würden die tropischen Elemente noch wirken. Jede Jahreszeit hat etwas für sich. Und manchmal kommt das Urlaubsgefühl auch auf den Tisch: In den Blättern der Bananenstauden, die vor der Haustür stehen, werden Fisch oder Reis gedünstet und serviert. Alles möglich im Münsterland.


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Günter Seringer hat als Gärtnermeister lange in einem Botanischen Garten gearbeitet. So kennt er sich zum Einen gut aus mit Pflanzen und ist zum Anderen auch viel beruflich in der Welt herumgekommen. Und vieles, was in Botanischen Gärten zu bestaunen ist, wächst auch in Legden an der Schulstraße. „Sonne und Windrichtung“ nennt der 76-Jährige als wichtige Faktoren für den richtigen Standort.

Mitte der 1990er-Jahre sind Ulrike und Günter Seringer in die Legdener Ortsmitte gezogen. Und pflanzten Hanfpalmen in den Garten. „Die kommen aus dem Himalaja. Kälte können die haben, selbst Schnee. Aber es darf nicht zu feucht sein und sie müssen windgeschützt und sonnig stehen“, erläutert der Legdener.

Sand auf dem Boden vervollständigte in den ersten Jahren das Gefühl, in den Tropen zu sein.

Der mediterrane Ginster sieht gut aus und verströmt Duft

Mittlerweile ist dort Rasen eingesät. Aber drumherum ist es vorwiegend grün geblieben. „Aber es blüht immer etwas“, betont Ulrike Seringer. Gerade im Mai und im Juni sei Blütezeit und dann gebe es viel Farbe. „Und es duftet immer“, ergänzt sie. Ein Beispiel: Der mediterrane Ginster, der vom Aussehen her entfernt an Erbsen aus dem Gemüsegarten erinnert: Zur Blüte im Frühsommer verströmt der Baum einen starken Duft.

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Der subtropische Garten der Familie Seringer

Bei Ulrike und Günter Seringer geht man an Bananenstauden an der Haustür vorbei zur Gartenpforte - und tritt dann in eine andere Welt. In dem subtropischen Garten gedeihen Pflanzen, die manchen überraschen.
19.07.2020
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Ein Ahorn, der noch wachsen soll.© Anne Winter-Weckenbrock
Ein Blick in den Garten© Anne Winter-Weckenbrock
Der mediterrane Ginster© Anne Winter-Weckenbrock
Eine Kaktee aus Südamerika im Topf. Stacheln hat die Pflanze - recht große sogar. Aber am Stamm, nicht an den Blättern.© Anne Winter-Weckenbrock
Eine Rodgersia im Topf© Anne Winter-Weckenbrock
Filigran und zartrosa: die wilde Merckii-Dahlie© Anne Winter-Weckenbrock
Figuren setzen Akzente im Garten von Ulrike und Günter Seringer - die Pflanzen im Umfeld sind passend gesetzt.© Anne Winter-Weckenbrock
Die kühle Ecke mit ihren grünen Gewächsen© Anne Winter-Weckenbrock
Ein altes Brunnendach wurde in den subtropischen Garten integriert.© Anne Winter-Weckenbrock
Eine Montbretie blüht prächtig in Rot.© Anne Winter-Weckenbrock
Links über dem trocken-braunen Wacholder steht eine tibetische Fadenzypresse, auf der rechten Seite gedeiehn ein zypressenartiger Wacholder und eine Orangenblüte.© Anne Winter-Weckenbrock
Diese Orchidee stammt aus Myanmar.© Anne Winter-Weckenbrock
Figuren setzen Akzente im Garten von Ulrike und Günter Seringer - die Pflanzen im Umfeld sind passend gesetzt.© Anne Winter-Weckenbrock
Eine Kaktusart aus Südamerika in voller Blüte - er hat seinen Platz hoch oben auf einem abgestorbenen Holunderbaum bekommen.© Anne Winter-Weckenbrock
"Die Kinder der Luft": Ein Gewächs aus Südamerika, das sich über die Blätter von der Luftfeuchtigkeit ernährt.© Anne Winter-Weckenbrock
Geweihfarn – dieser wächst in Australien vor allem auf Eukalyptusbäumen.© Anne Winter-Weckenbrock
© Anne Winter-Weckenbrock
Ein abgestorbener Jasmin samt Blättern: Der bleibt - so hat Günter Seringer ihn mal als Akzent mit Farbe besprüht.© Anne Winter-Weckenbrock
Ulrike und Günter Seringer in ihrem subtropischen Garten in Legden, in dem natürlich auch heimische Gewächse gedeihen, so wie die gelb-weiße Dahlie.© Anne Winter-Weckenbrock
Die kühle Ecke mit ihren grünen Gewächsen© Anne Winter-Weckenbrock
Ein Blick in den Garten© Anne Winter-Weckenbrock
© Anne Winter-Weckenbrock
Die Bromelienart Trillantie wächst hier gemeinsam mit Clematis und dem Geißblatt "Je länger, je lieber".© Anne Winter-Weckenbrock
Ein Blick in den Garten© Anne Winter-Weckenbrock
So sieht es zur Blütezeit vieler Pflanzen im Garten von Ulrike und Günter Seringer aus.© privat
So sieht es zur Blütezeit vieler Pflanzen im Garten von Ulrike und Günter Seringer aus.© privat
So sieht es zur Blütezeit vieler Pflanzen im Garten von Ulrike und Günter Seringer aus.© privat

Auch der Liguster hat jetzt im Juli schon seine Blütezeit hinter sich. Eigentlich wächst Liguster meist in einer Hecke, bei den Seringers steht er als hohes Solitärgewächs. „Im Juni waren hier tausende Insekten drauf. Das Summen und Brummen war bis in die Küche zu hören“, erzählt Ulrike Seringer begeistert.

Pflanzen aus Asien, aus Australien und Südamerika

Es gibt Pflanzen aus Asien, aus Australien und Südamerika. Genauso wie heimische Pflanzen. In einem Legdener Garten fehlen natürlich die Dahlien nicht: Ein schönes Exemplar mit gelb-weißen Blüten bildet einen schönen Kontrast zu Hanfpalme, Funkie und Bananenstaude. Oder die wilde „Dahlia merckii“, die sich kleinblättig und in feinem Rosa vor dem Grün abhebt.

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Im Garten der Seringers gibt es nicht nur viel zu staunen, sondern auch zu lernen. Für die, die sich in den Tropen nicht so auskennen, kommt das etwas farblose Gewächs vielleicht als Pflanze daher, die zum Trocknen aufgehängt ist. Günter Seringer amüsiert sich über die Vermutung. Natürlich handelt es sich um lebendige Pflanzen, mit dem schönen Namen „Kinder der Luft“. Die südamerikanischen Gewächse ernähren sich von Luftfeuchtigkeit und Staub, Wurzeln halten sie zum Beispiel an Baumstämmen fest. „Es gibt auch terrestrische, die wachsen auf Felsen“, informiert der Gärtnermeister.

"Die Kinder der Luft": Ein Gewächs aus Südamerika, das sich über die Blätter von der Luftfeuchtigkeit ernährt.

"Die Kinder der Luft": Ein Gewächs aus Südamerika, das sich über die Blätter von der Luftfeuchtigkeit ernährt. © Anne Winter-Weckenbrock

Pflanzen, die Schatten mögen, haben die Seringers in ihre „kühle Ecke“ gepflanzt. Dort haben sie eine Sitzgelegenheit, die sich an heißen Tagen nutzen und die angenehmen Temperaturen dort genießen. Kakteen, Baumfarn, Funkien und Rodgersia vertragen sich dort. Eine Figur aus Asien haben die Seringers ein asiatisches Sumpfgewächs in den Rücken gepflanzt: Das wirkt. Zusammen mit Rosen und kleinen Nelken ergibt alles ein internationales Ensemble. Urlaubsgefühl eben.