Pastor Schultewolter zieht weg

Neuanfang in Metelen

Eigentlich wollte Johannes Schultewolter seinen Lebensabend in Legden verbringen. Doch jetzt verlässt er das Dorf. In Metelen macht der 75-Jährige noch einmal einen Anfang.

LEGDEN

, 02.09.2016, 16:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pastor Schultewolter zieht weg

Johannes Schultewolter in seinem Arbeitszimmer. Bald zieht er nach Metelen um.

Über die Gründe für den Umzug will er konkret nicht sprechen. Für den Pastor im Ruhestand ist es eine Entscheidung, die durchaus schmerzt, die aber konsequent und notwendig ist. Nur so viel ist ihm wichtig zu sagen: „Ich habe bereits lange, bevor feststand, wer als neuer Pfarrer kommt, in Münster mitgeteilt, dass ich nicht mehr in Legden in der Seelsorge tätig sein möchte.“ Mit Axel Heinekamp habe seine Entscheidung nichts zu tun.

Wenn Heinekamp am Sonntag, 11. September, 10 Uhr, in der Kirche St. Brigida in sein Amt als Pfarrer eingeführt wird, wird sich Schultewolter gleichzeitig von der Gemeinde verabschieden. Ohne großes Aufsehen. „Die Einführung ist das Wichtigste.“

Sieben Jahre in Legden

Schon vor Jahrzehnten, so erinnert er sich, hat er mit Schulfreunden in Heek vereinbart, in Legden seinen Lebensabend zu verbringen. Sieben Jahre hat Schultewolter hier verbracht. Gottesdienste, Krankenseelsorge, Hausbesuche zählten zu seinem Alltag. „Als Priester ist man immer im Dienst“, hatte er noch im Mai erzählt, als er seinen 75. Geburtstag und die endgültige Versetzung in den Ruhestand groß feierte. Auch danach hat er weiter gemacht wie bisher. Untätigkeit liegt dem Pastor nicht.

Der Pfarrer in Metelen habe schon öfter beim Personalchef des Bistums Münster nach einer Hilfe gefragt, so erzählt Schultewolter, warum es ihn gerade nach Metelen zieht. Hier hat er außerdem bereits Kontakte. „Gemeindemitglieder von dort sind gerade in Uganda“, berichtet er. Uganda – seitmehr als Jahren engagiert er sich, 13 Mal war er selbst vor Ort. Aktuell wird im Bistum Masaka eine Kaffeeplantage aufgebaut: „Hilfe zur Selbsthilfe“. Allein an seinem Geburtstag konnte Schultewolter 12 000 Euro als Geschenke entgegennehmen, die nach Uganda gingen.

Der erste Urlaub

Eine „hübsche kleine Wohnung“ hat er bereits gefunden. Das freut ihn, der jetzt in einem ihm eigentlich zu großen Haus wohnt. Bevor er umzieht, geht er in Urlaub. Zum ersten Mal, ohne gleichzeitig am Ferienort eine Vertretung zu unternehmen. Abschalten will er. Und deshalb verrät er auch niemandem, wohin die Reise geht.

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