Schüler auf dem Schulhof der Paulus-van-Husen-Schule: Die Konkurrenz aus den Nachbargemeinden bereitet den Verantwortlichen Sorgen. © Markus Gehring (Archiv)
Sinkende Schülerzahlen

Paulus-van-Husen-Schule: Jetzt macht die Konkurrenz aus Coesfeld Sorgen

Sorge an der Paulus-van-Husen-Schule in Legden und Rosendahl: Die Konkurrenz aus Ahaus und jetzt auch aus Coesfeld will ihr Angebot abermals ausweiten. Das könnte zu Problemen führen.

Die Situation an der Paulus-van-Husen-Schule ist angespannt: Als Sekundarschule hat sie mit der wachsenden Konkurrenz aus den Nachbarorten zu kämpfen. Viele Eltern aus Legden und Rosendahl schicken ihre Kinder lieber nach Coesfeld, Ahaus oder nach Billerbeck, anstatt auf den naheliegenden Anbieter zu setzen.

Jetzt haben die beiden Coesfelder Realschulen abermals eine sogenannte Mehrklassenbildung beantragt. Die zu erwartenden acht Züge liegen über dem, was die Bezirksregierung ursprünglich genehmigt hat. Ähnliche Probleme gibt es mit Ahaus, wo die Irena-Sendler-Gesamtschule dauerhaft auf sieben Züge erweitern will.

„Nicht gesicherter Fortbestand“

Am Mittwochabend waren die Coesfelder Pläne Thema in der Versammlung des Schulzweckverbandes Legden Rosendahl. In der Beschlussvorlage zu der Stellungnahme heißt es, dass diese Bestrebungen „vor dem Hintergrund der Entwicklung der eigenen Anmeldezahlen und des nicht gesicherten Fortbestandes der Paulus-van-Husen-Sekundarschule“ kritisch gesehen würden.

„Nicht gesicherter Fortbestand“ – ist die Situation in Legden und Rosendahl wirklich so dramatisch? „Das sind große Worte“, sagt Schulleiter Knut Kasche im Gespräch mit der Redaktion. „Es wird in der Elternschaft und bei den Lehrern aber so wahrgenommen.“

Die Entscheidung fällt in Münster

Auch er sieht die Planungen in Coesfeld und Ahaus kritisch, nimmt aber auch die Bezirksregierung in Münster in die Pflicht. Die entscheidet letztlich über den vorliegenden Antrag aus Coesfeld, hört zuvor aber die umliegenden Gemeinden an.

Knut Kasche dazu: „Man hat sich für eine Sekundarschule hier entschieden, dann muss man sagen, wir lassen es hier leben. Dann haue ich da keine Knüppel rein, indem man hier und da noch eine Mehrzügigkeit genehmigt.“

Das Problem lässt sich anhand von Zahlen ganz einfach verdeutlichen. Für das aktuelle Schuljahr meldeten die Eltern aus dem Einzugsgebiet nur noch 39 Kinder bei der Paulus-van-Husen-Schule an. Im Vorjahr waren es noch 50 gewesen.

„Da hatten wir einen Tiefpunkt bei den Anmeldezahlen“, sagt Knut Kasche. Zum Vergleich: Aus dem Einzugsgebiet werden 185 Grundschüler an weiterführende Schulen wechseln.

Wird die Schule noch gebraucht?

„Da stellt man sich schon die Frage: Ist das eine Schule, die noch gebraucht wird?“, so Knut Kasche weiter. Der „emotionalen Debatte“ täte mehr Ruhe und Sachlichkeit in seinen Augen gut: „Die Konkurrenz zwischen den Schulen wird größer. Davon müssen wir weg.“ Der Bildungsauftrag rutsche dabei immer weiter in den Hintergrund.

Am Ende ist aber das Problem, das die Paulus-van-Husen-Schule und ihren Leiter umtreibt, ein politisches. Die Krux: Sekundarschulen unterrichten in den Klassen fünf bis zehn nach Gesamtschul-Lehrplan. Sie sind faktisch eine Gesamtschule ohne Oberstufe, betont Knut Kasche, nur dürfen sie sich nicht so nennen.

Nicht zu Ende gedacht

Andererseits müssen Nachbarkommunen wie Ahaus den Schülern aus Legden und Rosendahl einen Gesamtschulplatz anbieten, weil es diese Schulform auf dem Papier so eben nicht in Legden und Rosendahl gibt.

„Man hat sich dabei viel Gutes gedacht, nur man hat es nicht zu Ende gedacht“, moniert Knut Kasche. „Von Anfang an hätte man die Menschen mehr mitnehmen müssen.“

Mit dem Resultat müssen sich die Verantwortlichen Jahr für Jahr aufs Neue plagen. Das zeigt sich auch bei den derzeit stattfindenden Elterninformationsabenden.

Knut Kasches Erkenntnis: Das System Sekundarschule sei immer noch erklärungsbedürftig – da gebe es auch viel Unwissen von den Eltern. „Mein Kind soll zur Gesamtschule gehen“, sagte ihm kürzlich eine Mutter. Seine Antwort: „Na dann – herzlich willkommen!“

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