Pfarrhaus macht Platz für Neubau

Legden Weiß, groß und imposant: Damit lässt sich das Legdener Pfarrhaus beschreiben - aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn die Attribute alt, sanierungsbedürftig und dem Abriss geweiht passen ebenfalls zu dem zweieinhalbgeschossigen Gebäude neben der Kirche St. Brigida.

20.02.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

<p>Direkt neben der altehrwürdigen Kirche aus Sandstein steht - noch - das zweieinhalbstöckige Pfarrhaus.  Lüttich-Gür</p>

<p>Direkt neben der altehrwürdigen Kirche aus Sandstein steht - noch - das zweieinhalbstöckige Pfarrhaus. Lüttich-Gür</p>

Während der Pfarrversammlung im Vorfeld der Gemeindefusion am 2. März (Münsterland Zeitung berichtete) hat es Pfarrer Christian Dieker öffentlich bekannt gegeben: Das mehr als 100 Jahre alte Gebäude wird Platz machen für einen kleineren Neubau.

Wie der genau aussehen soll, ist zurzeit noch offen. Die Kirchengemeinde und das Bistum, das die Baumaßnahme finanziert, wollen einige Architekten bitten, ihre Vorstellungen zu Papier zu bringen, so Dieker. Auch wenn dieser beschränkte Ideen-Wettbewerb noch aussteht: "Keiner braucht zu befürchten, dass neben der Kirche ein Einfamilienhaus von der Stange gebaut wird."

Bis die Architekten den Bleistift ansetzen, müssen die kirchlichen Gremien aber noch den Raumbedarf definieren. Dass diese Rechnung kleiner ausfallen wird als vor etwas mehr als 100 Jahren, als der Grundstein für das heutige Pfarrhaus gelegt wurde, das auch das Pfarrbüro beheimatet, ist klar. Immerhin verfügt das Pfarrhaus zurzeit über mehr als 300 Quadratmeter Wohnfläche.

Zusammen mit der - aus heutiger Sicht - überdimensionierten Größe des Gebäudes führt die fehlende Dämmung dazu, "dass die Heiz- und Unterhaltungskosten für das Gebäude einfach aus dem Ruder gelaufen sind", so Erich Münstermann, Leiter der Zentralrendantur.

Ein Neubau komme mittelfristig in jedem Fall günstiger als allein die Unterhaltung des Sanierungsfalls Pfarrhaus - zumal Renovierungs- und Umbaukosten in nicht unerheblicher Höhe ohnehin noch dazu kämen. Auch für das Generalvikariat liegt der Fall klar: Funktionaler Neubau ja, Sanierung nein. "Natürlich ist die Entscheidung, ein so markantes Gebäude an zentraler Stelle abzureißen, immer auch mit Emotionen verbunden", zeigt Dieker Verständnis. Allerdings sei die Gemeinde auf Grund der angespannten Finanzsituation gezwungen, an so vielen Stellen zu sparen (Münsterland Zeitung berichtete), dass sie es sich nicht leisten könne, diese Entscheidung aufzuschieben - zumal sich jetzt Gelegenheit biete.

Seit dem Auszug des emeritierten Pfarrers Ulrich Hoinka und seiner Haushälterin Maria Papenfort steht das Pfarrhaus im Wesentlichen leer. Nur das Pfarrbüro ist noch dort untergebracht.

Pfarrer Christian Dieker wohnt zwar ebenfalls in Sicht- und Rufnähe der beiden Kirchtürme - aber in einer Mietwohnung. So bald wird er dort wohl auch nicht ausziehen. Dass in diesem Jahr in Sachen Pfarrhaus noch ein Stein bewegt wird, ist unwahrscheinlich. sy-

Lesen Sie jetzt