Piotr Sonnewend schreibt über „Monochrome Zeichnungen“

Buch vorgestellt

LEGDEN Am Anfang war – nein, nicht das Wort, sondern die Linie. Zumindest aus der Sicht eines Zeichners. Und das ist Piotr Sonnewend „fast ausschließlich“, wie er selbst über sich sagt – obwohl er jetzt auch ein Buch geschrieben hat: „Monochrome Zeichnungen“ lautet der Titel – ein170-Seiten-Werk mit vielen seiner Arbeiten in Schwarz-Grau-Weiß aber nicht über sie.

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 27.11.2009, 19:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Piotr Sonnewend stellt sein Buch vor: Monochrome Zeichnungen. Im Hintergrund: eine seiner Arbeiten.

Piotr Sonnewend stellt sein Buch vor: Monochrome Zeichnungen. Im Hintergrund: eine seiner Arbeiten.

„Manchmal tue ich gar nichts. Ich bleibe lange Zeit sitzen und habe keine Lust, meine Arme oder meine Beine zu bewegen“, beginnt der Text. Und auch wenn Sonnewend behauptet, dass Sprache nicht das Medium seiner Wahl sei – erst recht nicht die deutsche, die der gebürtige Pole erst erlernen musste: Nach diesem Einstieg hält der Leser ihm die Treue – gespannt, wann denn nun der eigentliche kreative Schaffensprozess beginnt, den er sich auf der dem Buch beiliegenden DVD auch ansehen kann. Er wird auf eine lange Geduldsprobe gestellt. Denn der entscheidende Teil der zeichnerischen Arbeit scheint im Kopf zu passieren – eine einsame Arbeit: „Ich will nicht gestört werden. Niemand soll mir Fragen stellen, in meiner Nähe vorbeilaufen oder mich gar berühren. Ich will für mich sein“, schreibt er – allein mit dem Licht, das erst hell den äußeren Raum ausleuchtet und dann – inzwischen sind die Augen geschlossen – auch den inneren, wo er Formen und Lichter in unzähligen Konstellationen beobachtet, verfolgt. verändert, neu sortiert – und schließlich zu Papier bringt. Techniken und Methoden der Kunst mögen erlernbar sein – aber dieser besondere Blick des Zeichners ist es nicht.  

  • Piotr Sonnewend: Monochrome Zeichnungen, Edition Michael Fischer, 172 S., DVD, 29,90 Euro
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