Potenzial und Nachfrage hoch

Baugrundstücke

Es ist wohl die Ruhe vor dem nächsten Ansturm: Die Zahlen im aktuellen Grundstücksmarktbericht deuten auf eine Marktberuhigung hin. 2015 gab es mit 83 Kauffällen deutlich weniger als 2014. Doch die Nachfrage nach Bauplätzen ist weiter hoch.

LEGDEN

, 05.08.2016, 17:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Potenzial und Nachfrage hoch

Musik in den Ohren des Bürgermeisters ist der Lärm der Bauarbeiten im Neubaugebiet Upp‘n Berge: Die Nachfrage nach Bauplätzen ist konstant hoch.

"Ich sehe weiteren Bedarf", erklärte Bürgermeister Friedhelm Kleweken auf Anfrage der Münsterland Zeitung. "Die Nachfrage nach Eigenheimen ist stark gestiegen." Die rund 45 Bauplätze im zweiten Teil des Neubaugebiets Upp'n Berge würden wohl noch dieses Jahr verkauft, glaubt er. Niedrige Zinsen, ein wieder erstarkter Trend, vor Ort zu bleiben, außerdem: "Das typische Haus im münsterländischen Stil ist wieder hoch im Kurs", nennt Kleweken mögliche Gründe.

Den Bürgermeister kann das nur freuen. Das allseits beschworene Damoklesschwert des demografischen Wandels ängstigt ihn nicht, zumal es seit drei Jahren wieder steigende Geburtenraten gibt. Kleweken: "Ich sehe die Entwicklung sehr positiv, weil auch attraktive Arbeitsplätze vorhanden sind."

Phasenweise Sättigung

Dabei sprechen die Zahlen des aktuell veröffentlichten Grundstücksmarktberichts eine eher verhaltene Sprache: Nach 98 so genannten "Kauffällen", also abgeschlossenen Kaufverträgen im Jahr davor, waren es 2015 noch 83. Das erkläre sich schlicht aus der Tatsache, dass 2014 der erste Abschnitt des Baugebiets Upp'n Berge vermarktet wurde und danach für ein Jahr "eine gewisse Sättigung" erreicht worden sei.

Perspektivisch bleibe die Nachfrage aber hoch, weshalb die Gemeinde mit dem Baugebiet Roggenkamp das nächste bereits in Planung habe. Dort sollen nach dem Willen von Politik und Verwaltung in den nächsten zwei Jahren weitere 60 Bauplätze entstehen - vorzugsweise für junge Legdener. "Es gibt auch Nachfragen von auswärts", erläuterte der Bürgermeister, "aber die meisten kommen aus dem Ort heraus."

Für weitere Baugebiete gebe es durchaus noch Potenzial. "Legden hat noch Möglichkeiten", so Kleweken, aber da muss man immer schauen: Wie ist der Bedarf?", gibt er zu bedenken. Denn die Gemeinde habe sich auch die Innenverdichtung auf die Fahne geschrieben. "Wir haben natürlich auch viele Altbauten, wo nur noch Ältere wohnen."

Innenverdichtung

Der Bürgermeister zieht das Flächenkataster heran, das vor etwa drei Jahren im Rahmen der Leader-Kooperation mit Ahaus und Heek entstand. "Da waren es etwa 40 solcher Immobilien." Will sagen: 40 Häuser, in denen Mitbürger älteren Semesters leben - allein oder als Paar - wo mittel- oder langfristig mit Leerstand zu rechnen ist. Die Gemeinde greife hier aber nicht regulierend ein, um bei der Vermarktung zu helfen. Kleweken: "Es finden sich immer Käufer." Tatsächlich waren unter den 83 Kauffällen 43 bebaute Grundstücke.

Entscheidend für die Wahl einer Immobilie ist nicht zuletzt das Preisniveau. Hier liege Legden im Kreis relativ weit unten, meint der Bürgermeister. Das hat auch der Gutachterausschuss festgestellt. Der durchschnittliche Bodenrichtwert in mittlerer Lage liegt bei 87 Euro und damit geringfügig über den Vorjahreswerten. Nur beim Gewerbe kostet der Quadratmeter Baufläche mit 25 Euro zehn Euro mehr als 2014.

 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt