Schulschließung vertagt

Standort Asbeck

Erst einmal vertagt hat der Schulausschuss die Entscheidung über die Zukunft der Grundschule in Asbeck. Bevor der Rat den endgültigen Beschluss fällt über die von Schulaufsicht und Verwaltung empfohlene Schließung des Teilstandorts der Brigidenschule, soll eine öffentliche Informationsveranstaltung stattfinden – insbesondere für die Eltern der jetzigen und künftigen Grundschüler.

ASBECK

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 13.09.2011, 16:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gehen in der Grundschule in Asbeck bald dauerhaft die Lichter aus? Darüber müssen die Kommunalpolitiker des Legdener Gemeinderates jetzt entscheiden.

Gehen in der Grundschule in Asbeck bald dauerhaft die Lichter aus? Darüber müssen die Kommunalpolitiker des Legdener Gemeinderates jetzt entscheiden.

Wie Lenz mitteilte, würden schon jetzt die Eltern aus der Bauerschaft Wehr ihre Kinder komplett nach Legden schicken und nicht mehr nach Asbeck. Einzelne Eltern aus Asbeck, die etwa auf die Betreuungsangebote „Schule von 8 bis 1“ oder „Offene Ganztagsschule“ angewiesen seien oder von dem zusätzlichen Förderangebot profitieren wollten, gäben ebenfalls Legden den Vorzug. „Das wird sich bestimmt noch verstärken“, meinte Lenz. Die Folge: In Legden wird es immer beengter, während in Asbeck ein bis zwei Klassen leer stehen. Auch auf die Klassenbildung habe dieses Wahlverhalten Auswirkungen: „Im Schuljahr 2012/13 wird der Teilstandort Asbeck erstmals nur noch je eine jahrgangsübergreifende Klasse eins und zwei sowie drei und vier – also nur noch zwei Klassen – haben“, stellte Lenz fest. Schulleiterin Irmgard Geukes machte deutlich, dass der jahrgangsübergreifende Unterricht aus pädagogischer Sicht problematisch sei: „Wir haben zurzeit die Jahrgangsmischung der Klassen zwei und drei in Asbeck“, nannte sie ein aktuelles Beispiel. 16 Zweitklässler beschäftigten sich noch mit den Grundlagen, sechs Drittklässler sollten diese dagegen schon anwenden: „Das ist eine Notlösung.“ Neue Förderstrukturen ließen sich so nicht umsetzen. Lenz zeigte den Zuhörern alle denkbaren Szenarien auf: die Fortführung des Ist-Zustandes, den er in der Beschlussempfehlung aber als „aus organisatorischen, pädagogischen und schulischen Gründen mit Blick auf eine gleichmäßige und gleichwertige Förderung aller Grundschüler“ als „nicht mehr sinnvoll“ bezeichnete; die Dependance-Lösung (eine Beschulung aller Erst- bis Drittklässsler in Legden und aller Viertklässler in Asbeck), die nach Angaben von Schulrat Erhard Marder jedoch „dauerhaft nicht genehmigungsfähig“ sei und die Schließung des Teilstandorts Asbeck.

Sie soll aber nicht kurzfristig erfolgen, so Lenz, sondern erst nach Fertigstellung eines Anbaus in Legden, der auch Ersatz für das alte Schulpavillon schaffenwerde So lange – voraussichtlich noch zwei Jahre – sollten die Erst- bis Drittklässler in Legden und die Viertklässler in Asbeck unterrichtet werden. Als Übergangslösung sei diese Organisation des Unterrichts genehmigungsfähig, meinte Schulrat Marder.

Plädiert für eine Schließung des Teilstandorts Asbeck zu Gunsten der Kinder haben nicht nur Schulleiterin Irmgard Geukes, Schulrat Erhard Marder und Schulamtsleiter Herbert Lenz. Auch die SPD-Fraktion hat bereits klar Position bezogen. UWG und CDU haben dagegen noch keine Stellung bezogen. „Wir müssen uns fragen was das sinnvollste ist und daher jetzt einen Schlussstrich ziehen, stellte Ulrich Moritz für die Sozialdemokraten klar. Dazu konnte sich die größte Fraktion im Ausschuss, die CDU, noch nicht durchringen. „Wir sollten das auf den Rat vertagen und eine Informationsveranstaltung für die Eltern durchführen“, schlug Annette Kroschner (CDU) daher vor. Heribert Telgmann (UWG) hat das aufgegriffen. Noch seien zu viele Fragen offen, sagte er. Es sei ein großer Erfolg von allen Fraktionen und den Asbecker Eltern gewesen, dass vor drei Jahren die Schulschließung verhindert werden konnte. Da sollte sich die Politik jetzt mehr Zeit nehmen, um alle Alternativen zu prüfen.

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