Gesund und munter durch die dunkle Jahreszeit: So machen Lebensmittel glücklich

rnGesunde Ernährung

Der Winter ist die Zeit, es sich mit Schokolade und Keksen auf der Couch gemütlich zu machen. Welche Lebensmittel glücklich machen und gesund sind, verrät eine Legdener Ernährungsberaterin.

Legden

, 26.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Draußen ist es kalt und ungemütlich, die Sonne scheint selten und es wird früh dunkel. Drinnen locken das Sofa, die warme Decke – und gerne ein paar Süßigkeiten, die uns den Tag im wahrsten Sinne des Wortes versüßen sollen. „Wir greifen in der dunklen Jahreszeit eher nach etwas Süßem“, sagt auch die Ernährungsberaterin Lisa Kühlkamp. Rund um Weihnachten gilt das ganz besonders. Eines schickt die 49-Jährige ihren Ratschlägen voraus: „Essen soll dein guter Freund sein.“

? Schokolade macht glücklich, weil Stoffe darin auf das Gehirn wirken.

Mit dieser Weisheit macht die Legdener Ernährungsberaterin gleich mal Schluss. Klar sei Serotonin in Bananen, Nüssen und auch in Schokolade enthalten. „Aber das Serotonin hat keine Wirkung. Es kommt gar nicht im Gehirn an“, sagt Lisa Kühlkamp.

Lisa Kühlkamp gibt Tipps zur Ernährung.

Lisa Kühlkamp gibt Tipps zur Ernährung. © Ronny von Wangenheim

? Warum macht dann Schokolade uns trotzdem glücklich?

Lisa Kühlkamp erläutert: „Was bei uns ankommt, ist das Belohnungssystem. Wir denken an Pralinen, freuen uns darauf, wollen uns etwas gönnen. Die Vorfreude ist intensiver, als wenn man isst.“ Und dann soll man sich die Praline, die Schokolade auch wirklich und ganz bewusst gönnen, so die Legdenerin. Und so kommt das Glückshormon doch noch ins Spiel: „Serotonin wird ausgestoßen, wenn wir uns freuen.“

„Ernährung soll kein Kampf sein.“
Lisa Kühlkamp

? Und was ist mit dem schlechten Gewissen?

Anders ist es, wenn man aus Frust isst, sagt Lisa Kühlkamp. Da gibt es keine Vorfreude, dafür nur ein kurzes Gefühl der Befriedigung. Und allzu oft schlage das schlechte Gewissen noch zu, während man den Bissen im Mund habe.

? Und das Rezept dagegen?

Maß halten, sich genau überlegen, was ich da gerade esse und warum ich gerade esse. So sagt es Lisa Kühlkamp. Auch in geselliger Runde hilft es, kurz innezuhalten, und nicht nebenbei zu essen. Alle zehn Minuten eine Praline, auch solche Vorsätze können helfen.

Essen ist emotionsgesteuert. Mancher will Schokolade gegen Traurigkeit setzen, andere essen Chips oder Gummibärchen, weil sie vielleicht nervös sind und etwas zu kauen haben müssen.

Wer anfällig ist, so ein Tipp, kaufe sich besser nicht das Zehner-Paket Schokolade im Sonderangebot, sondern nur ein, zwei Teile. Wer vor dem Fernseher schnell gedankenlos eine Chips-Tüte wegfuttert, kann sich nur ganz wenig in eine Schüssel tun und nur in den Werbepausen etwas nachfüllen. „Eine Alternative ist, selber Chips zu machen“, so die Ernährungsberaterin.

? Was tun, um sich glücklich zu essen?
Lisa Kühlkamp sagt: „Das Leben soll kunterbunt sein und die Ernährung soll kunterbunt und vitalstoffreich sein.“ Wer das schlechte Gewissen scheut, kann sich auch mit hochwertigen Trockenfrüchten, mit Studentenfutter und leckerem Obst Glücksgefühle verschaffen. „Obst ist bunt, Vollkornbrot ist auch bunt, Weißbrot ist weiß.“ Bunter Tee in allen Variationen, Käse in kräftigen Farben – das alles empfiehlt die Legdenerin.

Für die Ernährungsberaterin ist es wichtig, sich saisonbedingt zu ernähren. Das kann durchaus auch der Wirsingeintopf sein. Wer es exotischer will, Erdbeeren im Dezember essen will, dem rät die Legdenerin, lieber zu gefrorenen Produkten zu greifen. Und auch eingelegtes Gemüse und Obst aus dem Glas mag sie im Winter.

Klar sei jeder Bürger auch für unsere Umwelt verantwortlich. Allzu strenge Regeln will die 49-Jährige nicht aufstellen. „Mal etwas Hochwertiges, mal etwas Günstigeres und mal ein Bioprodukt“, das könne die richtige Mischung sein, und auch Convenience-Produkte verteufelt sie nicht. Denn vor allem eins ist Lisa Kühlkamp wichtig: „Ernährung soll nebenbei laufen. Ernährung soll kein Kampf sein.“

Chips selbst gemacht

  • Festkochende Kartoffeln in hauchdünne Scheiben schneiden, sparsam mit Salz und Paprika würzen und in Rapsöl schwenken, dann bei 200 Grad 15 bis 20 Minuten in den Backofen, eventuell hinterher salzen.
  • Die Chips halten sich etwa drei Tage.
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