Die Gebühren für die Offene Ganztagsschule in Legden könnten auch für März noch erstattet werden. © Markus Gehring
Bundesmittel

So viel Bund steckt in Legden: Dafür hat Legden 4,1 Millionen Euro bekommen

Der größte Einfluss in Legden kommt vom Land NRW und nicht vom Bund. Trotzdem fließen im Jahr 2021 über 4,1 Millionen Euro vom Bud nach Legden. Und hier kommt das Geld an.

Schon bald ist Bundestagswahl. Viele haben schon per Briefwahl ihre Stimmen abgegeben. Aber auch an den Wahlurnen können natürlich noch Stimmen abgegeben werden. Jeder einzelne bestimmt mit, wie sich zukünftig Bundestag und -regierung zusammensetzen. Aber welchen Einfluss hat der Bund überhaupt auf das Dahliendorf?

Das beantwortet Legdens Bürgermeister Dieter Berkemeier. Er hat einen genauen Blick auf den Gemeindehaushalt geworfen. „Vor allem die Beteiligung an der Einkommens- und Umsatzsteuer wirkt sich auf den Haushalt aus“, so der Bürgermeister im Gespräch mit der Redaktion.

Der Pavillon im Dahliengarten ist eines der Projekte, die vom Bund gefördert wurden.
Der Pavillon im Dahliengarten ist eines der Projekte, die vom Bund gefördert wurden. © Laura Schulz-Gahmen © Laura Schulz-Gahmen

Der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer beläuft sich 2021 auf 2,8 Millionen Euro. Auch der Gemeindeanteil der Umsatzsteuer liest sich nicht schlecht mit 477.000 Euro.

Flüchtlingsmaßnahmen und Wahl

Und das waren auch schon die größten Batzen Geld, bei denen man den Einfluss vom Bund auf die Gemeinde Legden sieht. „Die meisten Fördermittel sind Landesmittel“, sagt Dieter Berkemeier.

Aber trotzdem ist natürlich noch nicht Schluss mit den Bundesmitteln. Beispielsweise sind „kleinere vierstellige Summen für Flüchtlingsmaßnahmen geflossen“, berichtet der Bürgermeister.

Auf Plakaten wurden die Ideen gesammelt und dann weiterentwickelt und ergänzt. Das Projekt
Auf Plakaten wurden die Ideen gesammelt und dann weiterentwickelt und ergänzt. Das Projekt „Hey Lena!“ wird bis 2023 vom Bund gefördert. © privat © privat

Insgesamt waren es 5000 Euro. Auch die Erstattungen für Wahlen werden vom Bund vorgenommen. Im aktuellen Jahr sind das ebenfalls 5000 Euro für die Bundestagswahl. In den vergangenen zehn Jahren waren es etwa 16.000 Euro.

258.000 Euro von „Regionale 2016“

Der barrierefreie Ortskern in Legden wurde vom Strukturförderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen für das Westmünsterland „Regionale 2016“ gefördert. Insgesamt gab es drei Bauabschnitte auf der Hauptstraße, von der Apotheke in Legden bis zur Ampelkreuzung. Gefördert wurde die Maßnahme mit 143.000 Euro vom Bund.

Ebenfalls von „Regionale 2016“ gefördert wurden der Dahliengarten-Pavillon mit 79.000 Euro und das Quartiers- und Flächenmanagement mit 36.000 Euro. „Letzteres ist ein Konzept zur Steuerung und Sicherung der zukünftigen Entwicklung der Kommune“, erklärt Dieter Berkemeier.

Spielgeräte für die OGS

Auch der Radwegeausbau in Legden wurde vom Bund gefördert. „Das diente dem Ausbau der Hundert-Schlösser-Route“, so Berkemeier. Dazu gehören auch Wirtschaftswege, die im Radwegenetz mit eingebunden sind, beispielsweise der Wirtschaftsweg im Frettholt, „vom Asbecker Sportplatz in Richtung Kreuzung, wo es zurück nach Legden geht“, beschreibt Dieter Berkemeier. Die Maßnahme wurde mit 92.000 Euro durch den Bund unterstützt.

Aber auch die Kleinsten in Legden profitieren von den Fördermitteln des Bundes. Für den Ausbau der Infrastruktur in der Offenen Ganztagsschule in Legden gab es vom Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 72.000 Euro. Davon werden beispielsweise Spielgeräte, ein Lager und eine Markise gekauft.

Klimaschutz und gemeinsame Stadtentwicklung

Auch der neue Klimaschutzmanager wird vom Bund bezahlt. Für zwei Jahre gibt es dafür 220.000 Euro. Das Geld ist auch für die Kosten der Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes.

Und nicht zuletzt gab es auch für das Projekt „Hey Lena!“, das sich mit solidarischer Nachbarschaft und der gemeinsamen Stadtentwicklung beschäftigt, Geld vom Bund. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) fördert das Pilotprojekt mit 214.575 Euro bis zum Jahr 2023.

Über 4,1 Millionen Euro vom Bund

Insgesamt kommt Legden auf eine Summe von etwas über 4,1 Millionen Euro. Wichtig: All diese vom Bund zur Verfügung gestellten Gelder sind zweckgebunden. „Es wäre schön, wenn wir Mittel bekämen, die nicht immer zweckgebunden sind“, sagt Bürgermeister Dieter Berkemeier.

Denn dafür gehe viel Arbeitszeit drauf. „Förderanträge sind doch sehr mühselig. Die muss immer jemand noch nebenbei beantragen.“

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen