Spaß an der Bewegung wecken

Kindergarten St. Brigida

Man könnte meinen, in einem Dorf wie Legden müssten Kinder genügend Bewegung bekommen. Aber auch hier sitzen immer mehr Kinder vor dem Computer. Bei den Kunterbuntkindern im Kindergarten St. Brigida sieht das anders aus.

Legden

, 26.09.2017, 18:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vorsichtig balancieren die Kinder über den Holzstab. Ganz schön hart. Doch es geht weiter zu weichen Schwämmen, leichten Tüchern und einem kuscheligen Fell. Und dann sollen sie jeden Zeh spreizen und einzeln bewegen. Das ist gar nicht so einfach – danach bleibt manches Kind erst mal liegen.

Die Kleinen stark machen

Lust an der Bewegung zu wecken – das ist das Ziel des Projekts „Die Kleinen stark machen“, das der Kindergarten St. Brigida jetzt den „Kunterbuntkindern“ anbietet, die im kommenden Jahr in die Schule kommen. Dazu kommt einmal in der Woche Jessica Teuber zur Amtshausstraße 5. Die Physiotherapeutin bringt die Kinder in Schwung, wenn sie sie in die Welt des Zirkus oder in den Urwald entführt, mit Kissen Schneeballschlachten und Skirennen startet oder eben vor Augen führt, was für tolle Körperteile die Füße sind.

Zwei Gruppen wechseln sich im Wochenrhythmus ab, inzwischen sind bereits neun der zehn Termine vorbei. „Für die Kinder ist es etwas besonderes“, sagt Erzieherin Maria Berning. Und anstrengend sei es auch. „Die Kinder sind schnell erschöpft“, hat sie beobachtet.

Geistige Entwicklung

Nicht nur körperlich werden sie gefordert. In vielen Übungen geht es auch um Koordination und Wahrnehmung. Auch die geistige Entwicklung lässt sich mit motorischen Übungen fördern.

Jessica Teuber war mit dem Kurs, der von der IKK finanziert wird, auch schon in anderen Kindergärten. Ja klar, so sagt sie, in Legden sind Kinder noch mehr draußen unterwegs als beispielsweise in Gronau. Aber auch hier beobachtet sie, dass Bewegung abnimmt. Zeitmangel der Eltern, lange Betreuungszeiten nennt sie als Gründe. In ihr Zentrum für Physio und Rehasport in Legden kommen viel mehr junge Kinder mit Haltungsschäden als noch vor Jahren. „Runder Rücken und überstreckter Nacken“ nennt sie zwei Symptome, die klassischerweise entstehen, wenn man zulange vor Computer, Smartphone oder Fernseher sitzt. Maria Berning kann diese Beobachtungen nur bestätigen. Immer mehr Eltern, so erzählt sie, bringen ihre Kinder mit dem Auto zum Kindergarten.

Fest mit den Eltern

Vielleicht sind es bald ja weniger. Die Kinder erzählen zuhause, was sie im Kindergarten lernen. Und zum Abschluss wird es ein Fest geben. Dabei erfahren die Eltern, was ihre Kinder alles gemacht und erlebt haben. Und mitmachen sollen sie natürlich auch.

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