Spielplatz-Abbau vertagt

Gemeinderat

Ob der Spielplatz an der Doppelturnhalle abgebaut wird, ist weiter offen. Der Gemeinderat vertagte die Entscheidung in der Sitzung am Montagabend. Erst einmal sollen die Bürger bei zwei Informationsveranstaltungen in Legden und Asbeck grundsätzlich über das Spielplatzkonzept informiert werden.

LEGDEN

, 25.04.2017, 18:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Spielplatz-Abbau vertagt

Gut eingezäunt, versehen mit Spielhaus, Schaukel, Wippe und Wipptier, aber auch Stellen, an denen sich Kinder verstecken können, ist der Spielplatz an der Doppelturnhalle bei vielen Eltern beliebt. Ob er jetzt tatsächlich abgebaut wird, entscheidet sich erst nach Informationsveranstaltungen.

Es wird Widerspruch zu den Plänen an der Wibbeltstraße geben. Das ist nach der Sitzung im Haus Weßling sicher. Einige Bürger kamen eigens wegen des Themas und konnten in einer Sitzungsunterbrechung ihre Argumente vorbringen.

"Schulhof ist kein Ersatz"

Die Verwaltung will den Spielplatz an der Doppelturnhalle aufgeben. Ersatz biete der nahe Spielplatz auf dem Schulhof der Brigidenschule, so ein Argument. Der Vorteil: Die Spielgeräte könnten andere Spielplätze aufwerten, die es dringend notwendig haben. Das Spielhaus könnte zum Egelborger Feld versetzt werden, die Schaukel zum Amselweg, die Wippe zum Platz Auf der Horst und ein Wipptier zum Stikkamp. Da auch die Pacht wegfallen würde - das Gelände gehört der katholischen Kirchengemeinde - könnten 10.000 Euro eingespart werden.

"Das funktioniert nicht" - so lässt sich die Meinung der Zuhörer zusammenfassen. Die Mutter eines drei- und eines fünfjähriges Kindes argumentierte: "Der Schulhof ist kein adäquater Ersatz. Da kommen meine Kinder noch gar nicht auf die Geräte." Eine Einschätzung, die auch Helga und Markus Mathmann teilen, die sich schriftlich an den Bürgermeister und den Gemeinderat gewandt hatten. "Es fehlen dort Schaukel, Wippe, Spielturm", betonen sie in ihrem Schreiben. Der Spielplatz auf dem Schulhof sei erst für Schulkinder geeignet.

Gut einsehbar

"Der Spielplatz an der Turnhalle wird sehr gut genutzt", sagte Manfred Wesseler, der als Vertreter der Nachbarschaft Up’n’Berge auch die mangelnde Information im Vorfeld durch die Gemeinde kritisierte. Nicht nur Kinder aus der Nachbarschaft kommen hierher, so gleich mehrere Wortmeldungen. So warten hier gerne Mütter, die ihre Kinder zum Turnen in die Sporthalle bringen, in der Zeit mit ihren anderen Kindern.

Positiv wurde auch erwähnt, dass der Platz gut einsehbar ist, sich deshalb dort keine Jugendlichen und keine Hunde aufhalten, es wenig Müll gibt. Fragen gab es auch zu der Alternative. Was sagen die Lehrer, wenn auch noch Kleinkinder und ihre Mütter vormittags auf dem Schulhof sind? Eine Frage, die Bürgermeister Friedhelm Kleweken nicht genau beantworten konnte. Dass dort nicht nur die Schüler spielen können, hatte die Verwaltung allerdings mit der Leitung der Schule und des Offenen Ganztags abgesprochen.

Bernhard Mathmann meldete sich mit einer anderen Frage zu Wort. Was ist, wenn der Spielplatz erhalten bleibt? Gibt es dann einen Plan B für den Spielplatz Egelborger Feld? Hier wurden bereits im vergangenen Jahr Spielgeräte, darunter das Spielhaus, abgebaut.

35.000 Euro für Geräte

Die Antwort konnte ihn nicht zufriedenstellen. Bauamtsleiter Helmut Schiermann erläuterte, dass für die Anschaffung von Spielgeräten in diesem Jahr 35.000 Euro zur Verfügung stehen. Ein Spielgerät koste zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Und wegen geänderter Vorschriften und DIN-Normen und wegen des schlechten Zustands einiger Holzgeräte gibt es ausreichend Handlungsbedarf.

Alle Politiker waren sich am Ende einig, dass die Bürger vor einer Entscheidung informiert werden müssen. Möglichst bald soll es Termine für zwei Infoveranstaltungen geben. Außerdem soll das Spielplatzkonzept auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht werden. Der Antrag der SPD-Fraktionsvorsitzenden Sigrid Goßling, außerdem eine Elternbefragung zu starten, scheiterte an den Gegenstimmen der CDU-Fraktion, die darin eine Verzögerung sah.

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