Theologin Gunda Hansen spricht über ihre Motive

Abschied als Chance

Sie ist Pfarrerin mit Leib und Seele, wie sie selbst sagt. Dennoch scheidet Gunda Hansen am Sonntag auf eigenen Wunsch aus dem Dienst für die evangelische Christus-Kirchengemeinde aus – aus familiären Gründen, aber auch, um sich und ihren Vorstellungen von dem Pfarrberuf treu zu bleiben. Im Gespräch mit Redakteurin Sylvia Lüttich-Gür blickt die scheidende Seelsorgerin zurück und nach vorne – mit Wehmut und Vorfreude.

LEGDEN

25.05.2012, 20:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Amtseinführung (oben) und Abschied von Kindergartenkindern: dazwischen liegen fast acht Jahre.

Amtseinführung (oben) und Abschied von Kindergartenkindern: dazwischen liegen fast acht Jahre.

Nein, ich halte daran fest. Ich bin erleichtert, dass ich Arbeit abgeben kann, die begonnen hatte, mir körperlich, geistig und geistlich zuzusetzen. Im Oktober hatten Sie der Gemeinde Ihren Entschluss mitgeteilt.

Schön. Mir war es wichtig, dass ich das professionell und engagiert zu Ende bringe und keine lahme Ente werde. Das ist mir, glaube ich, ganz gut gelungen.

Ich habe erkannt, dass mich die Arbeit unter den veränderten strukturellen Rahmenbedingungen nicht mehr so glücklich und zufrieden gemacht hat wie zu Beginn meiner Tätigkeit. Anfangs haben wir viel aufgebaut und Aufwind erlebt, der uns auch durch Schwierigkeiten trug. Anstatt aber nach einer sehr arbeitsreichen Zeit langsam in etwas ruhigere Fahrwasser wechseln zu können, gab es nur immer mehr zu tun. Eine 60-Stunden-Woche war für mich keine Seltenheit. Das zu ändern, hätte bedeutet, das Amt nicht mehr so auszuüben, wie es mir richtig erscheint.  

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